Soziales Gemeinden suchen dringend Unterkünfte für Flüchtlinge
Die Lage in den Kommunen bei der Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge spitzt sich zu. Saterland will nun Mobilheime kaufen.
Overledingerland/Saterland/Barßel - Die Lage spitzt sich auch in den hiesigen Kommunen zu: Es gibt schon seit Monaten so gut wie keine freien Wohnungen mehr und täglich kommen weitere Flüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland - und auch ins Oberledingerland sowie Saterland und Barßel. Doch wie gehen die Verantwortlichen der Kommunen mit der Situation um?
Die Gemeinde Saterland möchte nun Mobilheime kaufen, um das Problem der Unterbringung zu lösen. Der Verwaltungsausschuss (VA) hat Bürgermeister Thomas Otto dafür die Ermächtigung erteilt, um tätig zu werden. 250.000 Euro stehen dafür außerplanmäßig zur Verfügung. „Ich möchte keine Turnhallen schließen“, sagte Otto im Gespräch mit dieser Redaktion. „Während der Corona-Pandemie ist bereits viel Sportunterricht ausgefallen.“ Sporthallen als Unterkünfte umzufunktionieren solle die allerletzte Option sein. „Erst wenn wir alle anderen Möglichkeiten ausgequetscht haben“, so der Saterländer Verwaltungschef.
Westoverledingen will Sammelunterkünfte vermeiden
Das sieht auch Theo Douwes, Bürgermeister der Gemeinde Westoverledingen, so. „Ich möchte weitere Sammelunterkünfte verhindern, und Turnhallen sollen Turnhallen bleiben und nicht als Flüchtlingsunterkunft umgestaltet werden“, sagte Douwes. In Westoverledingen befinden sind nach Auskunft von Kirsten Beening, Pressesprecherin der Gemeinde, aktuell 264 Personen im laufenden Asylverfahren. „Zusätzlich gibt es Personen, die als anerkannte Flüchtlinge in Westoverledingen leben und ihren Wohnort frei wählen können. Die Anzahl dieser Personen wird nicht registriert. Zu den 264 Flüchtlingen kommen 131 Ukrainer“, sagte Beening.
Bürgermeister Douwes hatte während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mitgeteilt, dass er davon ausgeht, dass in den nächsten Monaten noch bis zu 150 weitere Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen werden müssen.
Geflüchtete aus Ukraine und weiteren Staaten
Die Gemeinde Saterland muss bis Ende März 150 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Das geht aus den Zuweisungszahlen des Landkreises Cloppenburg hervor. „Der Landkreis Cloppenburg hat seit März mehr als 2.600 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen. Bei den Meldeämtern unserer 13 Städte und Gemeinden liegt die Anzahl der Geflüchteten aus der Ukraine bei 2.633 Personen“, teilte dazu Pressesprecher Frank Beumker vom Landkreis Cloppenburg mit. Das waren die Zahlen Stand 12. Oktober. 1699 weitere Personen sollen bis März in den Landkreis kommen.
Im Landkreis Leer wurden bislang 1900 Geflüchtete aus der Ukraine registriert. Dazu kamen 860 aus anderen Staaten. „Asylbewerber aus anderen Staaten werden direkt den Kommunen zugewiesen, also den Städten und Gemeinden“, erklärt Kreissprecher Philipp Koenen. „Die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine dagegen werden dem Landkreis zugewiesen. Zusammen mit unseren Kommunen versuchen wir dann, die Menschen bestmöglich unterzubringen – dort wo gerade Wohnungen oder andere Unterkünfte frei sind.“ Und das ist immer seltener der Fall.
Turnhalle ist der Notfallplan
In Ostrhauderfehn soll, wenn nichts mehr geht, eine Turnhalle bereitgestellt werden. Man stehe kurz davor, betonte Bürgermeister Günter Harders kürzlich. Seine Stellvertreterin Lydia de Boer sagt: „Wohnungen anzumieten wird schwieriger. Die Halle ist der Notfallplan im Hinterkopf.“
Für den Fall der Fälle hat die Gemeinde Rhauderfehn in der ehemaligen Grundschule Burlage zwei Klassenräume hergerichtet. Allerdings gibt es derzeit noch einen kleinen Puffer: „Wir haben dem Kreis gerade noch drei Wohnungen für 15 oder 16 Personen gemeldet“, so Bauamtsleiter Michael Taaks. Bislang wurden in der Kommune rund 120 Menschen aus der Ukraine aufgenommen.
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