Justiz

Griff in die Feuerwehr-Kasse: Fehntjer ab März vor Gericht

| | 24.01.2022 19:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vor dem Amtsgericht in Leer wird Mitte März gegen einen ehemaligen Feuerwehrmann aus Rhauderfehn verhandelt. Archivfoto: Ortgies
Vor dem Amtsgericht in Leer wird Mitte März gegen einen ehemaligen Feuerwehrmann aus Rhauderfehn verhandelt. Archivfoto: Ortgies
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Ein ehemaliger Feuerwehrmann aus Rhauderfehn muss sich Mitte März vor dem Amtsgericht in Leer verantworten. Er hatte Geld aus einer Feuerwehr-Kasse gestohlen. Nun droht ihm eine Haftstrafe.

Rhauderfehn/Leer - Ein ehemaliger Kamerad soll aus der Gemeinschaftskasse der Freiwilligen Feuerwehr Westrhauderfehn insgesamt 16.000 Euro gestohlen haben. Jetzt steht der Prozesstermin gegen den Beschuldigten fest: Der Fehntjer muss sich am Donnerstag, 17. März, ab 14 Uhr wegen gewerbsmäßiger Untreue vor dem Amtsgericht in Leer verantworten. Das teilte Gerichts-Sprecher Heiko Brahms jetzt mit.

Die Staatsanwaltschaft Aurich wirft dem Rhauderfehner vor, in 64 Fällen Geld vom Konto der Fehntjer Feuerwehr an sogenannte Payment-Services-Provider überwiesen zu haben. Das sind Unternehmen, die sich auf Online-Bezahldienste spezialisiert haben. Die Taten erstreckten sich laut Anklagebehörde auf den Zeitraum von April 2020 bis August 2021.

Freiheitsstrafe möglich

Gewerbsmäßige Untreue bedeutet, dass der mutmaßliche Täter mit dem veruntreuten Geld einen Teil seines Lebensunterhalts finanziert hat. Bei gewerbsmäßiger Untreue komme je nach Schwere der Tat eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und bis zu zehn Jahren in Betracht.

Im Oktober 2021 hatte der Beschuldigte im Gespräch mit dieser Redaktion die Taten eingeräumt. Er bereue sie zutiefst, sagte er damals. Das Geld habe er in voller Höhe an die Freiwillige Feuerwehr Westrhauderfehn zurückgezahlt. Er habe selbstständig und unaufgefordert zur Aufklärung des Vorfalls beigetragen, betonte er. Aus der Feuerwehr sei er inzwischen ausgeschieden.

Auch Geschäftsführer-Posten weg

Seinen Posten als Geschäftsführer des Zweckverbandes Interkommunaler Industriepark Küstenkanal in Sedelsberg und Friesoythe hatte er ebenfalls verloren. Es gab eine „ordentliche Kündigung im gegenseitigen Einvernehmen“, hieß es. Hintergrund der Trennung dürfte allerdings die Anklage der Staatsanwaltschaft sein. Neben dem Landkreis Cloppenburg sind auch die Gemeinde Saterland und die Stadt Friesoythe an dem Zweckverband beteiligt.

Als der Fall bekannt wurde, kamen auch Fragen auf, wieso eine Feuerwehr eine solch hohe Summe in einer Kameradschaftskasse habe. Das sei einfach zu erklärte, sagte Johann Waten, Kreisbrandmeister des Kreisfeuerwehrverbandes Leer. Jede Feuerwehr habe wiederkehrende Einnahmen. Die Mitglieder der Feuerwehren zahlten regelmäßig in die Kasse ein. „Finanziert werden dafür etwa Kameradschaftsabende, oder es wird für eine gemeinsame Reise oder eine größere Anschaffung gespart.“ Bedingt durch die Corona-Pandemie habe es beispielsweise in den vergangenen beiden Jahren keine größeren Feiern gegeben. Aber alleine ein Kameradschaftsabend koste beispielsweise bei rund 100 Teilnehmern schnell mal eine mittlere vierstellige Summe. „So ist ein solcher Kassenbestand zu erklären“, sagte Waten.

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