Infrastruktur

Weiter Weg bis zum „Fahrradland“

| | 16.05.2021 12:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das der Geh- und Radweg an der Deichstraße ( K 307) nicht bei der Brücke Roggenberg sozusagen an Kreisgrenze endet, sondern Richtung Detern weitergeführt wird, das wünscht sich die Gemeinde Barßel Foto: Passmann
Das der Geh- und Radweg an der Deichstraße ( K 307) nicht bei der Brücke Roggenberg sozusagen an Kreisgrenze endet, sondern Richtung Detern weitergeführt wird, das wünscht sich die Gemeinde Barßel Foto: Passmann
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1,5 Milliarden Euro sollen in den kommenden drei Jahren deutschlandweit in den Radwege-Ausbau investiert werden. Im Landkreis Cloppenburg wird das Investitionsprogramm begrüßt, es gibt bereits Pläne.

Barßel/Saterland/Region -Deutschland soll zum „Fahrradland“ werden. Dieses Ziel formulierte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Ende April. 1,5 Milliarden Euro will das Bundesverkehrsministerium in den kommenden drei Jahren in den Radverkehr investieren. Bis 2030 soll so im ganzen Land ein flächendeckendes Radwegenetz geschaffen werden - nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land. Was sagen die Kommunen vor Ort dazu?

„Der Landkreis Cloppenburg erwartet durch den Plan, dass das Thema Radverkehr zunehmend in den Fokus gerückt wird. Damit sollte auch die Unterstützung für Radverkehrsanlagen in der Bevölkerung und damit in den Kommunen steigen und dem Radverkehr mehr Raum gegeben werden können“, teilte dazu Landkreis-Pressesprecher Frank Beumker mit. Der Nationale Radverkehrsplan 3.0 (NRVP), so die offizielle Bezeichnung, habe insbesondere zum Ziel, den Radverkehr zu fördern, um mehr Radfahrten sowie, Radfahrten über größere Distanzen und sichereres Radfahren zu erreichen.

Radschnellverbindung und Anschlussverbindungen

Der Landkreis Cloppenburg unterstütze ausdrücklich die Ziele des Ministers. Mit der derzeit laufenden Machbarkeitsstudie für eine Radschnellverbindung zwischen Garrel, Cloppenburg und dem Landkreis Vechta werde eine Verbesserung der Radwegeverbindungen vorbereitet. „Dabei stellt eine Radschnellverbindung die große, übergreifende Verbindung dar. Ergänzt wird diese durch viele Anschlussverbindungen“, so Beumker.

Der Landkreis verbessere darüber hinaus laufend sein bestehendes Radverkehrsnetz durch den Ausbau auf eine Breite von möglichst 2,50 Meter und, gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, durch Lückenschlüsse. „Es ist unser Ziel, nach Möglichkeit alle Kreisstraßen lückenlos mit einem Radweg auszustatten“, sagte der Pressesprecher.

So sieht es im Saterland aus

In der Gemeinde Saterland sei das Thema im Rahmen der Diskussion über Radschnellwege in der Vergangenheit kurz beleuchtet worden, sagte Bürgermeister Thomas Otto. Er hält die Anforderungen dafür in ländlichen Flächengemeinden für kaum erfüllbar. Die Gemeinde Saterland versuche jedoch, planerisch Gewerbegebiete und auch neue Wohnsiedlungen möglichst für innerörtliche Radverkehre mit zusätzlichen Zugängen auszustatten und dadurch die Nutzung des Fahrrades auch attraktiv zu machen.

„Das dies aber allgemein schnell an Grenzen stößt, weil der Kfz-Verkehr eben vielerorts Vorrang genießt, ist auch klar“, so der Bürgermeister. Innerorts, so Otto, sei die Konkurrenzsituation zwischen Fußgängern, Autofahrern und der zunehmenden Zahl an E-Bikern nicht wirklich befriedigend. In Ramsloh beispielsweise gebe es nur einen Gehweg, der für Fahrradfahrer zugelassen sei.

Thema für politische Gremien in Barßel

In der Gemeinde Barßel soll das Thema in den politischen Gremien erörtert werden, sagte Bürgermeister Nils Anhuth. Er verwies darauf, dass die Richtlinie für das Sonderprogramm „Stadt und Land“ im Sommer veröffentlicht werden soll. Aber schon jetzt sei der Radwegebau in der Kommune immer ein Thema. Zuletzt habe sich der Ausschuss für Straßenbau und Verkehr im Rat der Gemeinde mit dem perspektivischen Ausbau der Westmarkstraße in Barßelermoor befasst. „Dort würde es auch zu einem Neubau eines Radweges zwischen der Oltmann-Strenge-Straße und der Loher Straße kommen“, so Anhuth. Darüber hinaus werde auch im Zuge des für 2024 geplanten Ausbaus der Deichstraße die Situation der Radwegeführung genau untersucht.

„In diesem Zusammenhang würden wir uns natürlich sehr freuen, wenn im weiteren Verlauf der Straße auf dem Gebiet des Landkreises Leer auch ein Radweg gebaut werden könnte, um so eine Radwegeverbindung zwischen Barßel und Detern zu schaffen.

Des Weiteren sei für dieses Jahr in Barßel die Sanierung des Deichwanderweges zwischen der Mühlenbrücke und der Eisenbahnbrücke geplant. 2022 solle der Deichwanderweg zwischen Eisenbahnbrücke und Netto-Verbrauchermarkt saniert werden.

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