Zukunftstag  Schülerin aus Völlenerfehn besucht Reiterstaffel der Polizei

| | 07.03.2026 07:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die dreizehnjährige Lea Schmidt aus Völlenerfehn verbringt den Zukunftstag 2026 bei der Reiterstaffel der Polizei in Hannover.
Die dreizehnjährige Lea Schmidt aus Völlenerfehn verbringt den Zukunftstag 2026 bei der Reiterstaffel der Polizei in Hannover.
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Bei Hannovers berittener Polizei bewarb sich die dreizehnjährige Lea Schmidt für ein eintägiges Praktikum am Zukunftstag. Die Konkurrenz war groß – doch der Traum des Mädchens geht in Erfüllung.

Völlenerfehn / Hannover - Viele Jugendliche verbringen den Zukunftstag, ein bundesweites Berufsorientierungsprojekt, am Arbeitsplatz von Eltern oder Verwandten. Lea Schmidt aus Völlenerfehn geht da weiter: Die Dreizehnjährige wird den 23. April, an dem der Zukunftstag 2026 stattfindet, in Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover erleben. Dort wird die Realschülerin die Reiterstaffel der Polizei besuchen, um sich zu orientieren, ob das für sie beruflich interessant wäre.

Es ist nicht das erste Tagespraktikum, das Lea absolviert. Sie geht in die siebte Klasse am Schulzentrum Collhusen. Als Fünftklässlerin hat sie den Zukunftstag in einer Tierarztpraxis verbracht und als Sechstklässlerin beim Finanzamt in Papenburg. Dabei stellte sich heraus, dass sie die OP-Atmosphäre beim Veterinär schlecht ertragen konnte. Auch die Arbeit im Finanzamt war nicht so ihrs.

Vertraut mit Pferden und Hunden

Leas Mutter Dainela Schmidt findet es sehr gut, dass ihre Tochter diese Erkenntnisse rechtzeitig vor dem Ende der Schulzeit und der Berufsorientierung gewonnen hat. Die 45-Jährige ist bei der Arbeitsagentur in Papenburg tätig. Sie weiß, wie wichtig und entscheidend es für junge Leute ist, ihre Fühler auszustrecken, um auszuprobieren, wohin es sie beruflich zieht.

Lea begeistert sich für Pferde. Bei ihrem Onkel hat sie ein eigenes Pony stehen, Mia. Außerdem reitet sie dort auch das Pferd ihrer Tante. Auch vor Hunden ist die Dreizehnjährige nicht bange, hat doch ihre Familie selbst einen Hund. Die Reiterstaffel der Polizei gehört zur Reiter- und Diensthundführerstaffel. Als es darüber einen Beitrag im Fernsehen gab, wusste Lea: Da will sie hin.

600 Bewerbungen

Bereits im Herbst 2025 bewarb sie sich bei der Polizeidirektion Hannover für den Zukunftstag 2026. Damals bekam sie die Rückmeldung, es sei noch zu früh. Der Bewerbungszeitraum beginne erst im Januar. Lea machte sich ein Kreuz im Kalender, und am 3. Januar schickte sie ihre nächste Bewerbung los.

Wie ein Telefonat ergab, ging ihre Bewerbung zunächst unter. Es fehlte noch ein Formular, das die Polizei jedoch erst am 5. Januar auf ihrer Homepage hochgeladen hatte. Bereits nach einem Tag sei es dort wieder verschwunden gewesen, nachdem bei der Polizei 600 Praktikums-Bewerbungen eingegangen waren, erzählt Daniela Schmidt.

Ein Zusatzplatz für Lea

Sie telefonierte als erfahrene Arbeitsagentur-Mitarbeiterin dann selbst mit der Polizei in Hannover. Erzählte von ihrer Tochter, deren Traum es sei, die berittene Polizei kennenzulernen. Man machte ihr keine Hoffnungen: Es gebe dort nur wenige Praktikumsplätze, und die seien schon alle weg.

Doch dann bekam Familie Schmidt Post: Lea kann doch kommen. Das Mädchen aus Völlenerfehn hatte einen zusätzlichen Platz erhalten. Darüber freut sich Lea sehr. Auch ihre Familie ist begeistert: „Dafür nehmen wir Urlaub und fahren alle zusammen hin“, sagt Daniela Schmidt. Die Familie reist im Wohnmobil an.

Schulzentrum Collhusen ist informiert

Daniela Schmidt und ihr Mann Jens werden sich am 23. April einen schönen Tag in Niedersachsens Landeshauptstadt machen. Derweil wird ihre Tochter Ross und Reiter kennenlernen. Ihr Klassenlehrer, Daniel Kuhlmann, und der Leiter des Schulzentrums Collhusen, Rainer Bruns, sind bereits informiert und einverstanden mit dem ungewöhnlich weit entfernten Praktikumsort der Siebtklässlerin.

Seit 20 Jahren leitet Rainer Bruns, 58, das Schulzentrum Collhusen. Er freut sich über das Engagement der Siebtklässlerin Lea Schmidt, die den Zukunftstag im April bei der Reiterstaffel der Polizei in Hannover verbringt. Die Schule unterstützt diese Aktion. Archivfoto: GA
Seit 20 Jahren leitet Rainer Bruns, 58, das Schulzentrum Collhusen. Er freut sich über das Engagement der Siebtklässlerin Lea Schmidt, die den Zukunftstag im April bei der Reiterstaffel der Polizei in Hannover verbringt. Die Schule unterstützt diese Aktion. Archivfoto: GA

Er habe Lea bereits selbst unterrichtet, sagt Rainer Bruns, der das Schulzentrum Collhusen seit 2007 leitet. Der Zukunftstag sei eine sehr gute Möglichkeit für jüngere Schülerinnen und Schüler, sich unverbindlich des Themas Berufsfindung anzunähern, noch bevor sie sich aktiv für das eigene Leben auseinandersetzen.

Schulzentrum unterstützt Besuch in Hannover

678 Schülerinnen und Schüler besuchen aktuell das Schulzentrum Collhusen. Den Zukunftstag nehmen in erster Linie die Jahrgänge 5, 6 und 7 wahr. Doch auch für ältere Jugendliche ermögliche die Schule es immer gerne, wenn diese einen Betrieb kennenlernen möchten.

In einem Fall wie bei Lea, die ihren Zukunftstag in der niedersächsischen Landeshauptstadt erlebt, unterstütze die Schule dieses Engagement sehr gerne, betont Schulleiter Bruns. Nach dem Zukunftstag berichten die Jugendlichen, was sie beim Reinschnuppern ins Arbeitsleben erfahren haben. Da sei man im Schulzentrum schon gespannt, was Lea von den Polizisten und deren Pferden aus Hannover erzählen werde.

Auch Lea ist gespannt, was sie bei der Reiterstaffel erleben wird. „Mal gucken, wie es da läuft. Das sieht man ja nicht alle Tage“, sagt die Dreizehnjährige.

Seit mehr als 200 Jahren Ordnungsmacht zu Pferd

Die Zeit der berittenen Polizei in Hannover reicht zurück bis in das beginnende 19. Jahrhundert. Damals waren es berittene Infanterieeinheiten, die ihre Pferde nicht für Kampfzwecke einsetzten. So stellt es die Polizeidirektion Hannover auf ihrer Homepage in einem Abriss zur Geschichte dar. 1842 hatte die Landgendarmerie des Königreichs Hannover eine Stärke von 399 Mann und 178 Pferden. Allein in der Stadt Hannover waren 17 Mann und 16 Pferde stationiert. Um 1900 wurde die Wahrnehmung von Sicherheits- und Ordnungsaufgaben im Stadtgebiet Hannover durch berittene Schutzmänner der Schutzmannschaft erstmals fotografisch festgehalten.

Um zur Reiterstaffel zu kommen, muss man zunächst einmal Polizist sein. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines dreijährigen Studiums an der Polizeiakademie Niedersachsen müssen Polizisten mindestens ein Jahr in der Bereitschaftspolizei sein oder im Einsatz und Streifendienst. Danach besteht die Möglichkeit, sich bei der Reiterstaffel Hannover zu bewerben.

Einsätze der Polizeireiter sind vielfältig

Deren Einsätze sind vielfältig: Die berittenen Polizeibeamten begleiten Großveranstaltungen, nehmen an Suchmaßnahmen im Gelände teil und sind in der Region Hannover auch im Einsatz- und Streifendienst tätig. Die Reiter und deren Tiere können von allen Polizeibehörden innerhalb und außerhalb von Niedersachsen für Einsätze angefordert werden.

Die Reiterstaffel der Polizei Hannover ist auch regelmäßig beim Riesenflohmarkt in Elisabethfehn präsent. Hier war die berittene Polizei 2024 bei der Veranstaltung entlang des Kanals unterwegs. Archivfoto: Horst Wilken
Die Reiterstaffel der Polizei Hannover ist auch regelmäßig beim Riesenflohmarkt in Elisabethfehn präsent. Hier war die berittene Polizei 2024 bei der Veranstaltung entlang des Kanals unterwegs. Archivfoto: Horst Wilken

Der Zukunftstag ist ein bundesweit veranstalteter Aktionstag, an dem Schülerinnen und Schüler Einblick bekommen in Berufe, die geeignet sind, das geschlechtsspezifisch geprägte Spektrum für Mädchen und Jungen zu erweitern.

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