Saterland/Ostrhauderfehn  Schlaglöcher ohne Ende – der Utender Damm als Holperpiste

| | 26.02.2026 11:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Viele Schlaglöcher sind auf dem Utender Damm zu sehen. Das betrifft vor allem einen Teilbereich, der zum Saterland gehört. Foto: Klaus Ortgies
Viele Schlaglöcher sind auf dem Utender Damm zu sehen. Das betrifft vor allem einen Teilbereich, der zum Saterland gehört. Foto: Klaus Ortgies
Artikel teilen:

Der Kontrast auf dem Utender Damm ist hart: 150 Meter in Ostrhauderfehn gelten als „sehr gut“, doch im Saterland bleibt ein deutlich längerer Abschnitt problematisch – mit vielen Schlaglöchern.

Ostrhauderfehn/Saterland - In der Serie „Der GA sucht die schlechteste Straße“ ist der Utender Damm von Lesern mehrfach genannt worden. Die Strecke verläuft über zwei Kommunen – und genau das spiegelt sich auch im Zustand wider: Während ein kurzer Abschnitt in Ostrhauderfehn laut der dortigen Verwaltung „noch in einem sehr guten Zustand“ ist, gilt der größere Teil im Saterland teilweise als stark sanierungsbedürftig.

Nach Angaben von Saterlands Bürgermeister Thomas Otto (parteilos) ist der Teil des Utender Damms, der zum Saterland gehört, rund zwei Kilometer lang. Dabei sei der Zustand der Strecke aus Sicht der Gemeinde auch noch einmal zweigeteilt: Das Teilstück von der Hauptstraße in Strücklingen bis zur Unterführung der Bundesstraße 72 (B72) sei erst 2025 komplett neu ausgebaut worden – „in Asphalt- und Pflasterbauweise sowie auch bei den Nebenanlagen“, so Otto. Ganz anders sehe es jedoch ab der B72-Unterführung bis zur Gemeindegrenze nach Ostrhauderfehn aus. Dort habe es im vergangenen Jahr lediglich Flickasphaltarbeiten gegeben, die sich „auf das Nötigste beschränkt“ hätten. Ursache seien vor allem Probleme im Untergrund: „Die aus dem moorigen und teilweise nicht tragfähigen Untergrund herrührenden Versackungen und Fahrbahnwellen konnten dadurch nicht beseitigt werden“, erklärt Otto. Für den schlechten Abschnitt gebe es „wiederholt Beschwerden“. Als zusätzlichen Belastungsfaktor für den Utender Damm nennt Otto die Baumaßnahme auf der Hauptstraße (Bundesstraße 438) in Ostrhauderfehn im Herbst 2025: „Die übermäßige Nutzung während der Baumaßnahme hat massiv dazu beigetragen, dass sich das Schadensbild weiter ausgedehnt hat.“ Sogar verkehrliche Einschränkungen stehen nun im Raum: „Grundsätzlich ist zu überlegen, ob eine Sperrung für den Durchgangsverkehr und die Beschränkung auf die Anlieger und den Radverkehr sinnhaft sein könnte.“

Ostrhauderfehn: Nur 150 Meter – seit 2019 saniert

Ganz anders ist die Lage auf Ostrhauderfehner Gebiet. Dieser Teilbereich ist lediglich 150 Meter lang und führt von der Straße Idafehn-Süd bis etwa zu den Tennisplätzen. Dieser Abschnitt sei 2019 saniert worden, betont Ostrhauderfehns Rathaus-Sprecherin Gerta Waden. Sie ergänzt: „Der Teil der Straße auf dem Gebiet der Gemeinde Ostrhauderfehn ist aufgrund der Sanierung aus 2019 noch in einem sehr guten Zustand.“ Damals sei „das Aufbringen einer neuen Deckschicht erforderlich“ gewesen. Eine erneute Sanierung ist aktuell nicht geplant.

Im Saterland soll dagegen nun geprüft werden, was überhaupt möglich ist. Otto kündigt an: „Wir werden in diesem Jahr noch Kontakt mit Firmen aufnehmen, welche Möglichkeiten einer guten und günstigen Sanierung bestehen.“ Ein kompletter Ausbau sei jedoch heikel, weil er Anlieger finanziell stark treffen könnte: „Ein grundlegender Ausbau würde eine Beitragspflicht auslösen, die nur auf wenige Anlieger verteilt werden könnte.“

Eine grundlegende Sanierung auf dem Saterländer Teilgebiet erweist sich als zu kostspielig. Foto: Klaus Ortgies
Eine grundlegende Sanierung auf dem Saterländer Teilgebiet erweist sich als zu kostspielig. Foto: Klaus Ortgies

Hinzu kommt ein Förderproblem. Otto kritisiert: „Da die finanzielle Förderung des ländlichen Wegebaus durch das Land Niedersachsen leider vor einigen Jahren gänzlich eingestellt worden ist, scheidet dies derzeit für uns aus.“ Die Gemeinde setze deshalb auf politische Gespräche und hofft, „dass zukünftig wieder die grundsätzliche Förderfähigkeit solcher Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen“ wiederkommt, um die Belastung zu senken.

Abstimmung zwischen den Gemeinden: möglich, aber nicht zwingend

Und wie läuft es bei der Sanierung einer Straße, die zwei Kommunen betrifft? Otto sagt: „Eine Abstimmung würde erfolgen“, verweist aber darauf, dass Ostrhauderfehn „vor ein paar Jahren auch alleine eine Sanierung auf ihrem Teilstück bis zur Sportanlage in Idafehn vorgenommen hat“. Auch Ostrhauderfehn sieht die Zuständigkeit zunächst getrennt, signalisiert aber Kooperationsbereitschaft. Waden formuliert: „Grundsätzlich ist erst einmal jede Gemeinde selbst verantwortlich. Natürlich kann man sich abstimmen bei ‚übergreifenden‘ Straßen und eventuell gemeinsam ausschreiben/ausbauen.“

Der Utender Damm ist ein Beispiel dafür, wie stark Straßenqualität von Baugrund, Verkehrslast und Finanzierung abhängen kann – und wie unterschiedlich die Lage selbst auf wenigen Hundert Metern sein kann. Während Ostrhauderfehn seinen 150-Meter-Abschnitt seit 2019 „sehr gut“ in Schuss sieht, ringt das Saterland beim deutlich längeren Teil mit einem „sehr schlechten“ Abschnitt, Beschwerden – und der Frage, wie eine Sanierung finanzierbar bleibt.

Ähnliche Artikel