Verkehr  Nach Unfall – Wasserproben im Burlage-Langholter Tief

| | 11.02.2026 11:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ölsperren liegen im Burlage-Langholter Tief. In dem Fluss werden nach dem Unfall regelmäßig Wasserproben entnommen. Foto: Henrik Zein
Ölsperren liegen im Burlage-Langholter Tief. In dem Fluss werden nach dem Unfall regelmäßig Wasserproben entnommen. Foto: Henrik Zein
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Ölsperren, Absaugung von Leichtstoffen, Dieseltank leergepumpt, Hühnerdung ausgebaggert: Der Landkreis Leer sieht nach dem Unfall an der Langholter Straße bisher keine größeren Umweltauswirkungen.

Westrhauderfehn - Nach dem schweren Lkw-Unfall an der Langholter Straße (L 30) in Westrhauderfehn laufen die Kontrollen zum Schutz des Gewässers Burlage-Langholter Tief weiter. Ein Sattelzug war am Samstag (7. Februar) bei Nebel nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, über die Böschung gekippt und kopfüber in dem Fluss gelandet. Brisant war die Ladung: Nach Polizeiangaben hatte der Lkw rund 20 bis 25 Tonnen Hühnerdung geladen; zudem drohte zeitweise ein Austritt von Diesel.

Der Landkreis Leer hat am Dienstag (10. Februar) auf Anfrage dieser Redaktion über Pressesprecher Jens Gerdes erläutert, welche Maßnahmen unmittelbar nach dem Unfall ergriffen wurden und wie die Umweltauswirkungen bewertet werden.

Leichtstoffe werden abgesaugt – Dieseltank vor Bergung leergepumpt

„Zur Begrenzung möglicher Umweltauswirkungen wurden unmittelbar nach dem Unfallereignis mehrere Ölsperren im Bereich der Unfallstelle und im weiteren Gewässerverlauf gesetzt“, teilte der Landkreis mit. Leichtstoffe, die dort auftreten, würden „seitdem fortlaufend durch ein Fachunternehmen abgesaugt“.

Ein wichtiger Schritt sei außerdem vor Beginn der Bergung erfolgt: Der „fast noch komplett gefüllte Dieseltank“ des verunfallten Lkw sei leergepumpt worden. Damit habe man den Austritt größerer Betriebsstoffmengen „weitgehend minimiert“.

Hühnerdung aus dem Wasser gebaggert – Sielacht bremste Ausbreitung

Die beim Bergungsvorgang ins Gewässer gelangte Ladung aus Hühnerdung sei „umgehend ausgebaggert“ worden. Zwar habe es dadurch eine Gewässerverunreinigung gegeben, diese sei aber durch schnelles und sorgfältiges Bergen „deutlich reduziert“ worden. Unterstützend habe die Sielacht Stickhausen gewirkt: Sie habe durch „geeignete Steuerungsmaßnahmen des Wasserzuflusses“ die Fließgeschwindigkeit im Burlage‑Langholter Tief gesenkt und damit die weitere Ausbreitung verringert.

Eine abschließende Entwarnung gibt der Landkreis zum jetzigen Zeitpunkt dennoch nicht. „Folgewirkungen wie etwa ein Fischsterben infolge einer vorübergehenden Sauerstoffzehrung können zum jetzigen Zeitpunkt zwar nicht vollständig ausgeschlossen werden; nach derzeitigem Kenntnisstand ist jedoch nicht von größeren Umweltauswirkungen auszugehen“, heißt es in der Stellungnahme.

Probenahmen und weitere Untersuchungen

Um die Lage zu beurteilen, hat das Amt für Wasserwirtschaft des Landkreises nach eigenen Angaben am Montag und Dienstag an mehreren Stellen Wasserproben entnommen – „vor, an und hinter der Unfallstelle“. An diesem Mittwoch, 11. Februar, seien weitere Proben vorgesehen, „unter anderem auf Stickstoff- und Phosphatverbindungen sowie Sauerstoffgehalte“.

Der Zustand des Gewässers werde in den nächsten Tagen zudem über ein angesetztes Gewässermonitoring sowie über abgestimmte Vorort-Kontrollen des Fischereivereins Rhauderfehn weiter beobachtet.

„Nach einer ersten Bewertung lässt sich festhalten, dass der Unfall hinsichtlich der Umweltauswirkungen relativ glimpflich verlaufen ist“, so der Landkreis. Wesentlich dazu beigetragen hätten „die professionelle Arbeit der beteiligten Fachfirmen, der Einsatzkräfte sowie der Sielacht Stickhausen“.

Ölsperren aus dem Gewässer genommen

Am Mittwochmittag sind die nach dem Unfall eingerichteten Ölsperren im Burlage‑Langholter Tief wieder aus dem Gewässer genommen worden. Nach Informationen der Redaktion war dafür eine vom Landkreis beauftragte Fachfirma vor Ort.

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