Westrhauderfehn Nach Sattelzug-Unfall laufen Reparatur-Arbeiten
Nach dem schweren Lkw-Unfall an der Langholter Straße (L 30) laufen die Prüfungen an Fahrbahnrand und Böschung weiter. Auch die Feuerwehr war erneut vor Ort, um die Ölsperren zu kontrollieren.
Westrhauderfehn - Nach dem schweren Lkw-Unfall an der Langholter Straße (L 30) in Westrhauderfehn laufen die Untersuchungen und Instandsetzungsarbeiten an der Unfallstelle weiter. Ein Sattelzug war am Samstag, 7. Februar 2026, nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, über die Böschung gekippt und kopfüber in das Burlage-Langholter Tief gelandet. Der Fahrer wurde schwer verletzt. Brisant war auch die Ladung: Der Lkw hatte nach Polizeiangaben 20 bis 25 Tonnen Hühnerdung geladen; zudem drohte zeitweise ein Austritt von Diesel.
Behörde prüft nach Unfällen „nochmals besonders“
Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Aurich, kündigte an, die Schadensaufnahme dauere noch an. „Natürlich haben wir unsere Straßen ständig im Blick. Dies regulär durch die regelmäßigen Streckenkontrollen, die mindestens einmal pro Woche stattfinden. Bei besonderen Ereignissen, wie zum Beispiel Unfällen, schauen wir natürlich nochmals besonders hin“, teilte Geschäftsbereichsleiter Frank Buchholz auf Anfrage mit.
Verunreinigungen und Fahrspuren – Boden wird ausgetauscht
Nach ersten Erkenntnissen ist vor allem der unbefestigte Seitenraum neben dem Asphalt betroffen. „Das Bankett, der unbefestigte Seitenraum neben dem Asphalt, wurde bei diesem Unfall in Mitleidenschaft gezogen. Dies betrifft sowohl Fahrspuren als auch Verunreinigungen“, so Buchholz. Der Bereich sei zunächst „mittels Baken abgesichert“ worden.
Was ist ein Bankett?
Als Bankett bezeichnet man den unbefestigten Seitenstreifen direkt neben der Asphaltfahrbahn. Er dient unter anderem als Sicherheitsraum, unterstützt die Entwässerung und stabilisiert den Fahrbahnrand. Wird das Bankett durch Überfahren, tiefe Spuren oder Verunreinigungen beschädigt, kann das die Verkehrssicherheit beeinträchtigen und muss häufig durch Bodenaustausch und Wiederaufbau instand gesetzt werden.
An diesem Dienstag, 10. Februar, rückt eine beauftragte Firma an, um den Seitenraum wieder herzurichten. Dabei bleibe es nach Angaben der Behörde nicht beim Auffüllen: „Hier ist es noch erforderlich, einen Teil des anstehenden Bodens auszutauschen. Anschließend wird das Bankett wieder mit Boden aufgefüllt“, erklärte Buchholz.
Asphalt und Baum werden überprüft
Mit der ersten Reparatur ist die Prüfung jedoch nicht abgeschlossen. „In den nächsten Tagen finden noch weitere Begutachtungen durch die Straßenmeisterei statt“, kündigte Buchholz an. Dabei werde unter anderem kontrolliert, „ob auch der Asphalt stellenweise in Mitleidenschaft gezogen wurde oder andere Dinge auffallen, die am Wochenende noch nicht erkennbar waren“.
Auch ein Baum sei durch das Unfallgeschehen betroffen. „Dieser muss standardmäßig nach einem solchen Unfallereignis ebenfalls kontrolliert werden“, so Buchholz weiter. Ob nach Abschluss der Untersuchungen weitere Maßnahmen erforderlich werden, ist derzeit noch offen: „Ob gegebenenfalls weitere Maßnahmen an der Unfallstelle durch mein Haus erforderlich werden, kann somit erst nach diesen Aufnahmen festgelegt werden.“
Stundenlanger Einsatz – Ölsperren am Montag erneut kontrolliert
Parallel zu den Straßenarbeiten stand am Unfalltag der Schutz des Gewässers im Mittelpunkt. Wegen der Ladung und beschädigter Tanks waren Feuerwehr, Gefahrgutzug und THW im Einsatz. Provisorische Ölsperren wurden eingerichtet, Kraftstoff abgepumpt und der Hühnerdung später aus dem Gewässer gebaggert. Die Langholter Straße blieb bis kurz vor Mitternacht gesperrt.
Zeitintensiver Einsatz für die Feuerwehr
Ortsbrandmeister Ludger Böning von der Freiwilligen Feuerwehr Westrhauderfehn sprach im Gespräch von einem Einsatz, der insgesamt „glimpflich verlaufen“ sei. Für die Kräfte sei es „kein anstrengender, aber dennoch ein sehr zeitintensiver Einsatz“ gewesen. Alarmiert worden sei die Feuerwehr am Samstag „um kurz nach 12 Uhr“, die letzten Kräfte seien „gegen 21.30 Uhr“ ins Feuerwehrhaus zurückgekehrt. Das THW Leer sei „noch bis etwa Mitternacht vor Ort“ geblieben, um die Unfallstelle auszuleuchten. Lobend erwähnte Böning die Unterstützung durch den Malteser-Hilfsdienst Bockhorst/Rhauderfehn, der die Einsatzkräfte verpflegt habe.
Wie die Freiwillige Feuerwehr Westrhauderfehn am Montag, 9. Februar 2026, auf ihrer Facebook-Seite mitteilte, rückten die Einsatzkräfte zudem erneut aus, um die Ölsperren an der Einsatzstelle und am Siel zu überprüfen. Nach etwa einer Stunde sei der Einsatz beendet gewesen.
Messungen/Proben und mögliche Umweltauswirkungen
Hinweis der Redaktion: Eine Anfrage zu möglichen Auswirkungen auf das Gewässer (unter anderem zu eventuellen Messungen/Proben) läuft bei der Pressestelle des Landkreises Leer.