Collinghorst  Anwohner klagen über ausbleibende Briefpost

| | 09.02.2026 06:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein gelber Briefkasten der Deutschen Post: In Collinghorst (Gemeinde Rhauderfehn) berichten Anwohner über ausbleibende Briefzustellungen und ungewöhnlich lange Laufzeiten. Symbolfoto: Pixabay/Manfred Richter
Ein gelber Briefkasten der Deutschen Post: In Collinghorst (Gemeinde Rhauderfehn) berichten Anwohner über ausbleibende Briefzustellungen und ungewöhnlich lange Laufzeiten. Symbolfoto: Pixabay/Manfred Richter
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In Collinghorst berichten Bürger in einer Facebook-Gruppe, seit mehreren Tagen keine Briefe erhalten zu haben. Ein Leser spricht sogar von zwei Wochen ohne Zustellung. Die Deutsche Post weist das zurück.

Collinghorst - Postzusteller mit ihren gelben Fahrzeugen gehören zum täglichen Straßenbild. Viele Menschen zollen ihnen Anerkennung und Respekt für ihre Arbeit. Doch wenn Briefe verspätet ankommen – oder nach Wahrnehmung von Anwohnern gar nicht mehr –, bekommen Zusteller und Unternehmen auch den Frust zu spüren. Genau das ist derzeit in Collinghorst (Gemeinde Rhauderfehn) der Fall: In der Ortschaft wird auch in sozialen Netzwerken über ausbleibende Briefpost diskutiert.

Ein Leser wandte sich frustriert an diese Redaktion. Er berichtete am Freitagmittag, 8. Februar 2026, dass er seit zwei Wochen keine Post erhalten habe. Die Deutsche Post weist aber solch massive Probleme bei der Zustellung auf Anfrage dieser Redaktion zurück. Der Bewohner aus Collinghorst beklagt massive Probleme bei der Postzustellung. Nach eigenen Angaben sei in seinem Bereich „seit nunmehr zwei Wochen“ keine Post mehr angekommen. Weder wir noch unsere Nachbarn haben Post erhalten, schilderte er am Freitagvormittag, 8. Februar 2026, in einem Gespräch mit dieser Redaktion das Problem. Mehrfach habe er sich bei der Post beschwert. „Außer Entschuldigungen und ‚wir leiten es weiter‘ kam bisher nichts“, schreibt er in einer Zuschrift an unsere Redaktion. Besonders problematisch sei die Situation, weil wichtige Schreiben ausstünden, „die teilweise Fristen haben und schon vor zwei Wochen versendet worden sind“.

Der Betrieb läuft an sechs Tagen in der Woche

Die Deutsche Post AG weist auf Anfrage dieser Redaktion den Vorwurf eines längerfristigen Totalausfalls zurück. „Nach Rücksprache mit unseren Kolleginnen und Kollegen vor Ort läuft der Betrieb auch in Rhauderfehn (Collinghorst ) an 6 Tagen in der Woche. Dass Kunden zwei Wochen keine Briefe oder Pakete erhalten haben, schließen wir grundsätzlich aus“, teilte Pressesprecherin Maike Wintjen (Deutsche Post AG, Regionale Kommunikation Nord, Standort Hamburg) auf Anfrage am Freitagmittag mit. Sie räumte aber ein, dass es witterungsbedingt zu Verzögerungen kommen könne. Wintjen: „Dort allerdings, wo Straßenverhältnisse unzumutbar sind, weil Zuwegungen nicht geräumt sind oder Blitzeis die Fahrbahnen wieder spontan vereist, kann es in diesem Zusammenhang auch zu einzelnen Verzögerungen kommen. (Höhere Gewalt) Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat oberste Priorität. Gleichzeitig arbeiten wir daran, alle Sendungen so schnell wie möglich zuverlässig zuzustellen. Bürgerinnen und Bürger können uns helfen, indem sie Wege und Hauseingänge von Eis und Schnee freihalten.“

Brief vom 25. Januar am 6. Februar zugestellt

Der Leser wunderte sich über die Reaktion der Post. „Hier gab es definitiv zwei Wochen lang keine Zustellung“, sagte er im Gespräch. Immerhin tat sich etwas an dem Freitag. Der Mann, der sich über die lange Wartezeit auf Post beklagte, bekam am Nachmittag einen Brief zugestellt. Laut Stempel war er am 25. Januar 2026 versendet worden. Das, so sagt er, sei doch der Beweis, dass Briefe außergewöhnlich lange unterwegs seien.

Dieses Foto zeigt nach Angaben des Lesers einen Brief, der am 25. Januar 2026 laut Stempel auf den Weg gebracht worden ist. Zugestellt wurde er am 6. Februar 2026. Foto: Privat
Dieses Foto zeigt nach Angaben des Lesers einen Brief, der am 25. Januar 2026 laut Stempel auf den Weg gebracht worden ist. Zugestellt wurde er am 6. Februar 2026. Foto: Privat

Wie lange darf ein Brief unterwegs sein?

Seit dem 1. Januar 2025 gilt ein neues Postgesetz. Es sollte die Postversorgung modernisieren und verlässlicher machen. Gleichzeitig wurden die Laufzeitvorgaben geändert. Statt – wie früher häufig erwartet – innerhalb von ein bis zwei Werktagen zugestellt zu werden, darf die Briefbeförderung nach den jetzt mehr Zeit in Anspruch nehmen: Die Post hat dafür nun bis zu vier Tage Zeit. In Collinghorst geht es aus Sicht der Betroffenen allerdings nicht um einzelne Tage Verzögerung, sondern um deutlich längere Ausfälle.

Das rät die Deutsche Post bei fehlender Briefpost

Wer glaubt, dass Sendungen fehlen, kann für Briefe online eine Nachforschung anstoßen:

https://www.deutschepost.de/de/hilfe-kundenservice/themenseiten/sendungsverfolgung/nachforschung-brief.html

Eine Abholung von Sendungen an Betriebsstandorten ist nach Angaben der Deutschen Post nicht möglich. Außerdem können sich Kundinnen und Kunden telefonisch an die zentrale Hotline wenden: (0228) 4333112.

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