Tier auf Videos Wolf in Langholt ist bestätigt
Wolfsberater Gerd Oncken teilt mit: Das Wolfsmonitoring auf Landesebene hat die Aufnahmen aus Langholt als Wolf eingeordnet. Es fehlt aber noch etwas, damit der Fall offiziell in die Statistik eingeht.
Landkreis Leer/Emsland - Die mutmaßliche Wolfs-Sichtung im Moor bei Langholt (Gemeinde Ostrhauderfehn) ist nach Einschätzung des Wolfsmonitorings auf Landesebene bestätigt. Wolfsberater Gerd Oncken teilte der Redaktion am Mittwoch, 21. Januar 2026, mit: „Hannover hat Wolf bestätigt.“ Damit ist klar: Das Tier, das am Sonntag, 18. Januar, im Bereich zwischen Fehnweg und Bussweg gefilmt wurde, war ein Wolf. Oncken erklärt auch, warum es in dieser Jahreszeit vermehrt Wolfs-Sichtungen gibt.
Aufnahme in die Datenbank noch nicht erfolgt
Allerdings kann der Fall nach Angaben Onckens erst dann offiziell in die Datenbank des Wolfsmonitorings des Landes Niedersachsen (https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsnachweise) aufgenommen werden, wenn ein sogenannter Kontaktnachweis vorliegt. Das bedeutet: Name, Adresse und Telefonnummer des Video-Erstellers müssen dem Land bekannt sein. Alternativ könne der Urheber die Sichtung auch selbst über das Wolfsmonitoring der Landesjägerschaft einstellen. Oncken weist darauf hin, dass es auf Landesebene immer wieder an belegbaren Nachweisen fehle, weil solche Kontaktdaten oft nicht übermittelt würden. Das habe Folgen für die Statistik: Dann tauchten Fälle dort nicht als gesicherter Nachweis auf – und die Zahlen könnten die tatsächliche Situation verzerren. In Langholt hatten zwei Jungjäger den Wolf gesichtet und Videos gemacht.
Jungwölfe suchen nach eigenem Revier
Oncken ordnet die Sichtung zudem zeitlich ein: Ab November sei die Phase, in der Jungwölfe ihr Rudel verlassen und auf die Suche nach einem eigenen Revier gehen. Einen Altwolf sehe man tagsüber eher nicht, so der Wolfsberater. Oncken weist außerdem darauf hin, wie weit Wölfe in kurzer Zeit wandern können. Als Beispiel nennt er einen Riss im März 2020 in Völlen am Ems-Deich in der Nähe der Meyer Werft: Der betreffende Wolf sei im Oktober 2019 noch an der Grenze zu Tschechien in Sachsen nachgewiesen worden. „Was hat der für eine Wanderung in der überschaubaren Zeit gemacht – inklusive Flüsse, Autobahnen etc., die es dabei zu überwinden gab“, schreibt Oncken.
Auch der Landkreis Leer hält unterdessen an seinem Aufruf fest, Wolfs-Sichtungen und Begegnungen zu melden. Pressesprecher Philipp Koenen hatte auf Anfrage mitgeteilt, dass im Umweltamt bislang keine konkrete Meldung zu der Sichtung im Raum Langholt vorliege. Für Meldungen verweist der Landkreis auf die von der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) verwaltete App „Wolfsmeldungen Niedersachsen“ sowie die dazugehörige Wolfsmonitoring-Homepage, damit die Fälle erfasst und dokumentiert werden können.
Mehrere Wölfe gesichtet
Am vergangenen Wochenende hatte es in der Region mehrere Wolfs-Sichtungen gegeben: Neben Langholt kursierten auch Aufnahmen von der Ems bei Herbrum, die Oncken als Wolf einordnete. Außerdem wurde per WhatsApp ein Foto geteilt, das einen Wolf auf der Johann-Bunte-Straße zwischen Papenburg und Burlage auf der Brücke in Höhe der Teststrecke zeigen soll. Zu den Hintergründen und den bisherigen Einschätzungen finden Leserinnen und Leser weitere Informationen in den verlinkten Artikeln. Online ist außerdem eine Zusammenfassung der Videos aus Langholt angehängt.