Videos kursieren Ein Jungjäger filmte den Wolf in Langholt
Ein Jungjäger aus Backemoor schildert die Begegnung mit dem Wolf in Langholt und beschreibt das Tier als „gewaltig groß“. Es gibt eine Zusammenfassung der Videos.
Landkreis Leer/Emsland - Nach den am Wochenende kursierenden Videos einer mutmaßlichen Wolfs-Sichtung in Langholt ist nun bekannt, wer die Aufnahmen gemacht hat: Ein junger Mann aus Backemoor. Der Name ist der Redaktion bekannt. Auf Wunsch eines Erziehungsberechtigten nennen wir ihn nicht. Der Jungjäger war am Sonntag, 18. Januar 2026, gemeinsam mit einem Freund im Revier im Westermoor zwischen Burlage und Langholt unterwegs – als es im Bereich zwischen Fehnweg und Bussweg zu der Begegnung kam.
„Wir sind Jungjäger. Wir waren zunächst mit meinem Opa im Revier. Den haben wir nach Hause gebracht, weil er einen Termin hatte und sind dann noch einmal zurück ins Revier gefahren“, schildert der junge Mann. Dann sei plötzlich ein Wolf aus einem Waldstück gekommen. „Wir haben uns erschrocken“, sagt er. „Wir gehen davon aus, dass er in dem Wald gelegen haben muss. Womöglich haben wir ihn aufgeschreckt.“
Doppelt so groß wie ein Schäferhund
Er ist überzeugt, dass es sich um einen Wolf handelte. „Das war ein ausgewachsener Wolf, gewaltig groß. Doppelt so groß wie ein Schäferhund“, sagt er. Das Tier sei anschließend über die Felder gelaufen; zeitweise habe es sich nur 20 bis 30 Meter von den beiden entfernt befunden. Der Wolf habe sich weiter in Richtung Langholt bewegt. Sie haben mit ihren Smartphones mehrere Videos gemacht.
Die beiden Jungjäger fuhren nach eigenen Angaben mit dem Auto weiter und sahen das Tier später erneut, als sie in den Rückspiegel schauten. Sie seien rückwärts gefahren. Kurz darauf habe der Wolf vor dem Auto die Straße überquert und sei zwischen Fehnweg und Bussweg in ein Waldstück gelaufen.
Im Anschluss hätten sie auch noch einen Spaziergänger angesprochen, der dort mit einem Hund unterwegs war, berichtet der Jungjäger. Sie hätten ihn über die Begegnung informiert – der Mann sei daraufhin vorsichtshalber aus dem Moorbereich gegangen.
Warten auf Antwort aus Hannover
Eine abschließende fachliche Bewertung der Videos steht weiterhin aus. Wolfsberater Gerd Oncken hatte der Redaktion mitgeteilt, er könne einen Wolf in den Aufnahmen nicht ausschließen; einige typische Merkmale kämen jedoch nicht klar genug heraus. Die Videos seien zur Sichtung an das Wolfsmonitoring auf Landesebene weitergegeben worden.
Wolfsmeldungen Niedersachsen
Auch der Landkreis Leer hat sich inzwischen zur Sichtung geäußert. Pressesprecher Philipp Koenen teilte auf Anfrage mit, dass im Umweltamt bislang keine konkrete Meldung zu der Begegnung im Raum Langholt vorliege. Zugleich gelte der Aufruf des Landkreises weiter, Wolfs-Sichtungen und Begegnungen zu melden. Dafür verweist der Landkreis auf die von der Landesjägerschaft Niedersachsen verwaltete App „Wolfsmeldungen Niedersachsen“ beziehungsweise die dazugehörige Wolfsmonitoring-Homepage, damit die Fälle erfasst und dokumentiert werden und „ein Gesamtüberblick über die Situation“ entstehe. Inwieweit Meldungen direkt über App oder Homepage erfolgen und deshalb nicht beim Landkreis eingehen, könne die Kreisverwaltung nicht beurteilen; zu eingetragenen Sichtungen könne am ehesten die Landesjägerschaft Auskunft geben.
Mehrere Sichtungen
Am vergangenen Wochenende hatte es in der Region mehrere mutmaßliche Wolfs-Sichtungen gegeben: Neben den Videos aus Langholt kursierte auch eine Aufnahme von der Ems bei Herbrum, die Wolfsberater Gerd Oncken als „definitiv einen Wolf“ einordnet. Außerdem wurde per WhatsApp ein Foto geteilt, das einen Wolf auf der Johann-Bunte-Straße zwischen Papenburg und Burlage auf der Brücke in Höhe der Teststrecke zeigen soll.