Videos kursieren  Mutmaßliche Wolfs-Sichtungen in Langholt und Burlage

| | 20.01.2026 12:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mehrfach ist zuletzt in der Region ein Wolf gesichtet worden. Auf diesem Bild ist er zu sehen, wie er am Bussweg in Langholt entlangläuft. Foto: Henrik Zein
Mehrfach ist zuletzt in der Region ein Wolf gesichtet worden. Auf diesem Bild ist er zu sehen, wie er am Bussweg in Langholt entlangläuft. Foto: Henrik Zein
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In Langholt, an der Ems bei Herbrum und auf der Johann-Bunte-Straße bei Papenburg/Burlage sind mutmaßlich Wölfe gefilmt und fotografiert worden. Wolfsberater Gerd Oncken prüft die Aufnahmen.

Landkreis Leer/Emsland - Am vergangenen Wochenende, 17. und 18. Januar 2026, haben mehrere Privatpersonen im Landkreis Leer und im Emsland mutmaßlich Wölfe gesehen und die Begegnungen per Video und Foto festgehalten. Die Aufnahmen wurden anschließend über WhatsApp geteilt und sorgen seitdem in der Region für Gesprächsstoff.

Wolf in Langholt: Videos werden noch geprüft

Unter anderem wurde am Bussweg in Langholt (Gemeinde Ostrhauderfehn) ein Tier gefilmt, bei dem es sich nach Einschätzung der Beobachter um einen Wolf handelt. Drei Videos davon liegen der Redaktion vor, der Urheber ist bislang jedoch unbekannt.

Die Redaktion hat die Aufnahmen an den Wolfsberater des Landes Niedersachsen, Gerd Oncken (Moormerland), weitergeleitet und um eine Einschätzung gebeten. Oncken, derzeit im Urlaub, äußerte sich zurückhaltend: „Ich kann einen Wolf nicht ausschließen, aber einige typische Merkmale kommen nicht klar genug heraus. Ich gebe die Videos an unseren Obmann auf Landesebene zur Sichtung weiter. Er leitet das Wolfsmonitoring auf Landesebene. Sobald er eine Meinung hat, sage ich Bescheid. Allerdings liegen wir bei Einschätzungen selten auseinander.“ Eine abschließende Bewertung aus Hannover steht noch aus. In den Videos aus Langholt ist zudem die Unterhaltung der filmenden Personen zu hören. Unter anderem heißt es: „Ich mach hier gerade die Aufnahme meines Lebens!“ und „Ach du Scheiße!“ Zu sehen ist, wie das Tier nah entlang der Fahrbahn über eine Wiese läuft. Es wirkt aufmerksam, hält Abstand, zeigt aber nach Einschätzung der Beobachter wenig Scheu. Eine männliche Stimme sagt: „Der ist doppelt so groß wie ein Schäferhund oder so.“ Schließlich verschwindet das Tier in einem kleinen Waldstück.

Was tun bei einer Wolfsbegegnung?

Ruhe bewahren und das Tier nicht bedrängen.

Abstand halten, nicht auf den Wolf zugehen; langsam entfernen.

Nicht füttern, keine Lebensmittel auslegen oder hinwerfen.

Hunde anleinen und nah bei sich halten.

Kommt ein Wolf ungewöhnlich nah: ihn laut ansprechen, klatschen oder anderweitig deutlich vergrämen, damit er Abstand hält.

Sichtung dokumentieren (Ort, Datum/Uhrzeit, Richtung; Fotos/Videos nur, wenn gefahrlos) und an das Wolfsmonitoring bzw. über Wolfsberater melden.

(Quelle: Wolfsmanagement/Wolfsmonitoring Land Niedersachsen).

Wolf an der Ems bei Herbrum: „Definitiv ein Wolf“

Oncken leitete der Redaktion außerdem ein weiteres Video weiter, das ebenfalls am Wochenende an der Ems aufgenommen worden sein soll. Der Urheber habe ihm dazu mitgeteilt: „Isegrim streifte am Wochenende über meinem Acker und Grünland. Direkt am Emswehrarm südlich vom Herbrumer Wehr.“

In diesem Fall ist sich Oncken sicher: „Das ist definitiv ein Wolf. Wohl ein Jungwolf aus dem Rudel in der Gegend.“

Foto bei Papenburg/Burlage: Aufnahme von der Johann-Bunte-Straße

Zudem kursiert per WhatsApp ein Foto, das einen Wolf auf der Johann-Bunte-Straße zwischen Papenburg und Burlage zeigen soll – auf der Brücke in Höhe der Teststrecke. Das Tier läuft dabei auf der Fahrbahn und wurde offenbar aus einem Auto heraus fotografiert.

Wolfs-Sichtungen sorgen in der Region immer wieder für Aufsehen – und teils auch für Sorge. Die Redaktion berichtet weiter, sobald es neue Erkenntnisse aus dem Wolfsmonitoring gibt.

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