Meinung Rhauderfehner Badesee-Idee droht im Sand zu verlaufen
Die Idee eines Badesees an der Gronewoldstraße in Rhauderfehn klingt verlockend – doch die Realität sieht anders aus. Warum das Projekt schon jetzt auf der Kippe steht, kommentiert Henrik Zein.
Die Idee, an der Gronewoldstraße in Rhauderfehn einen Badesee einzurichten, klingt auf den ersten Blick verlockend. Ein neues Freizeitangebot – wer könnte da schon etwas dagegen haben? Doch wie so oft bei solchen Projekten zeigt sich: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Und manchmal ist eine Idee schon erledigt, bevor sie überhaupt ernsthaft in Betracht gezogen werden kann. Die Widerstände sind absehbar – und sie sind nicht neu.
Schon vor 25 Jahren, als der Sandabbau begann, gab es Klagen und Versprechen. Die Nachbarn, die damals Lärm und Staub ertragen mussten, hatten sich auf einen Natursee gefreut, nicht auf einen Badesee mit all seinen Begleiterscheinungen: Verkehr, Lärm, fehlende Parkplätze, unübersichtliche Zustände. Die Sorgen der Anwohner sind nachvollziehbar – und sie werden nicht kleiner, wenn man bedenkt, dass die Gemeinde bislang offenbar wenig mit ihnen gesprochen hat.
Hinzu kommt: Die Lage des Sees ist alles andere als ideal. Weit außerhalb, schlecht erreichbar, ohne Radweg – das ist kein Angebot für Familien aus dem Ort, sondern eher ein Magnet für Auswärtige.
Hallenbad für Rhauderfehn und Ostrhauderfehn lässt sich nicht realisieren
Eigentlich wäre weiterhin ein gemeinsames Hallenbad für Rhauderfehn und Ostrhauderfehn die beste Lösung. Doch das ist auf Jahre hinaus nicht realistisch. Beide Kommunen sind klamm bei Kasse, Ostrhauderfehn sogar noch mehr als Rhauderfehn. Und weil Ostrhauderfehn mit den angrenzenden Hallenbädern in Ramsloh und Barßel sowie dem Idasee gut versorgt ist, sieht man dort auch keinen großen Handlungsbedarf.
Die Situation wird sich absehbar nicht bessern. Die finanziellen Spielräume sind eng. Und so bleibt die Idee vom Badesee an der Gronewoldstraße wohl das, was sie ist: gut gemeint, aber in der Realität schon erledigt, bevor sie richtig Fahrt aufnehmen kann.