Fazit zum Aurich-Cup Weniger Zuschauer – Spieler reist von Paris zum Finale
Rund 12.000 zahlende Zuschauer strömten zur 32. Auflage des Aurich-Cups in die Sparkassen-Arena. Nur drei ostfriesische Jugendteams triumphierten – eines davon gab Entwarnung nach einer Verletzung.
Aurich - Viele Überraschungen und Golden-Goal-Entscheidungen, dazu eine diesmal auch bis zum Ende gut gefüllte Sparkassen-Arena: Der Finaltag des Aurich-Cups bot am Sonntag beste Unterhaltung. Nur eineinhalb Stunden nach dem allerletzten Spiel, dem Herren-Finale, war von dem XXL-Turnier nichts mehr zu sehen. Da war die Bande abgebaut und der Kunstrasen eingerollt. „Um 23.45 Uhr waren wir mit den Abbauarbeiten fertig“, sagt Turnier-Cheforganisator Stefan Wilts von der SpVg Aurich. Er zieht ein positives Fazit nach der 32. Auflage des Aurich-Cups, bei der es mit 422 Mannschaften einen neuen Teilnehmerrekord gab. „Es ist super gelaufen, es gab keine technischen Ausfälle oder Ähnliches.“
Ein Turniertag mehr – aber weniger Zuschauer
Obwohl es diesmal elf statt zehn Turniertage gab, wurde der Gesamt-Zuschauerwert aus dem Vorjahr nicht erreicht. 12.500 zahlende Zuschauer waren im Vorjahr gekommen – Rekord. Diesmal hat der Veranstalter rund 12.000 Zuschauer gezählt. Am Finaltag musste auch kein Einlassstopp verhängt werden – wie es in den Vorjahren der Fall gewesen war. Dennoch war die Halle am Sonntag bis zum Herren-Endspiel gut gefüllt. „Für die etwas weniger Zuschauer dürfte es mehrere Gründe geben“, sagt Stefan Wilts. „Das hängt auch immer mit den teilnehmenden Mannschaften und dem Spielplan an sich zusammen.“ Ein Faktor könnten auch die Eintrittsgelder und auch das Winter-Wetter sein.
Drei Finaltags-Absagen wegen der Witterung
Für den Finaltag hatten drei Jugendmannschaften (F- und E-Jugend) ihre Teilnahme abgesagt, da die Straßengegebenheiten schwierig waren. Kurzfristig sprangen lokale Teams wie SG Egels-Popens oder SpVg Aurich ein, um zumindest Freundschaftsspiele zu ermöglichen.
Nur drei Jugendsieger aus Ostfriesland
Im Jugendbereich triumphierten in diesem Jahr hauptsächlich auswärtige Teams. Nur drei der elf Jugend-Titelträger kommen aus Ostfriesland: die E-Jugend von BW Borssum, die U15-Mädchen der SpVg Aurich und die B-Junioren der JSG Egels-Popens/Wiesens/Plaggenburg.
Vor allem der Erfolg der B-Junioren ist überraschend – schließlich ist die JSG Egel-Popens/Wiesens/Plaggenburg ein Kreisligist. Im Endspiel gewann die Auricher Spielgemeinschaft nach einem Golden Goal gegen die U16 des VfB Oldenburg, die in der Sommerrunde von der Bezirksliga in die Landesliga aufgestiegen ist. „Sensationell“, sagt Jörg Meyer, einer der JSG-Trainer.
Besondere Taktik und ein Essens-Versprechen
Neben der spielerischen Klasse sei bei der JSG Egels-Popens/Wiesens/Plaggenburg auch die Taktik mitentscheidend gewesen – und diese hat sich Trainer Jörg Meyer vom Herren-Titelträger der beiden Vorjahre, dem TuS Middels, abgeschaut. „Middels hat es mit einem sehr mitspielenden Torwart erfolgreich zelebriert. Das haben wir uns abgeschaut und nun auch so die ganze Zeit trainiert“, sagt Jörg Meyer. So fiel die Entscheidung, mit Lennart Freimuth jemanden ins Tor zu stellen, der eigentlich Feldspieler ist und draußen in neun Spielen zwölfmal traf. Dessen Vater Joachim Freimuth zeigt sich spendabel. Im Vorfeld versprach er im Falle des Aurich-Cup-Siegs ein Essengehen. Dieses wird bald eingelöst – und zwar mit dem kompletten Kader. 27 Spieler gehören der B-Jugend der JSG Egels-Popens/Wiesens/Plaggenburg mittlerweile an. Für das Frühjahr meldete die JSG nun auch eine zweite B-Jugend.
OP nach Schubser in die Bande
Einen Wermutstropfen gab es für die erfolgreiche JSG Egels-Popens/Wiesens/Plaggenburg: Im Endspiel gegen Oldenburg verletzte sich ein JSG-Kicker, als er mit dem Fuß wegknickte. „Wir befürchteten das Schlimmste. Aber es sieht so aus, dass nichts gerissen oder gebrochen ist“, gab Trainer Stephan Oltmanns am Montagnachmittag Entwarnung. Der Spieler konnte das Krankenhaus am Sonntagabend bereits wieder verlassen. Während der elf Turniertage gab es eine schwere Verletzung. Beim Mixed-Turnier war eine Frau in die Bande geschubst worden und hat sich am Arm so verletzt, dass sie operiert werden musste.
SVG-Torjäger reist aus Paris zum Endspiel
Beim Herren-Sieger SV Großefehn gab es während des Finaltags mehrere Kader-Veränderungen. Die eingeplant gewesenen Kay Gerdes und Winter-Neuzugang Adam Toufaili waren kurzfristig ausgefallen. Dann erklärte sich Routinier Holger Wulff bereit, zumindest im Viertelfinale mitzuspielen. „Danach musste er wieder auf seinen Kleinen aufpassen“, verriet SVG-Trainer Bi Le Tran. Im Halbfinale sollte dann eigentlich schon Torjäger Klaas Bikker zum Kader dazustoßen. Doch die Rückreise von einem spontanen Paris-Trip zog sich. Im Endspiel konnte Bikker immerhin noch mitwirken. Ben Smidt schoss gegen Überraschungsfinalist TuS Weene 14 Sekunden vor Schluss das 1:0-Siegtor.