Straßenschäden Bäume in „Todeskurve“ in Langholt werden entfernt
Auf der Langholter Straße gilt jetzt in beide Richtungen Tempo 50. Grund sind Straßenschäden, verursacht durch Nager. In der „Todeskurve“ werden zwei Bäume entfernt.
Langholt - Auf der Langholter Straße (Landesstraße 30) zwischen Langholt und Westrhauderfehn gilt seit Kurzem auf einem Teilstück in beide Fahrtrichtungen Tempo 50. Grund sind erhebliche Straßenschäden, die sich zuletzt weiter verschärft haben. Bereits im November 2025 hatte unsere Redaktion berichtet, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung zunächst nur in Fahrtrichtung Westrhauderfehn angeordnet worden war. Damals hieß es, die Maßnahme diene der Verkehrssicherheit, da „in dem Bereich die Böschung wegbricht und dadurch eine Längstnaht in der Fahrbahn entstanden ist“, so Yasin Kilic vom Geschäftsbereich Aurich der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
Ursachenforschung und Sanierungspläne
Die Langholter Straße verläuft ab dem Ortsausgang Langholt (Gemeinde Ostrhauderfehn) in Richtung Westrhauderfehn (Gemeinde Rhauderfehn) über einen Deich entlang des Burlage-Langholter Tiefs. Die Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 50 Stundenkilometern gilt nun in beide Richtungen auf mehreren hundert Metern ab dem Ende der geschlossenen Ortschaft in Langholt. Kurz hinter der Einmündung zum Buchweizenkamp ist wieder Tempo 70 erlaubt. Auf der gesamten Strecke gibt es jedoch in beiden Fahrtrichtungen Straßenschäden.
Wie die Landesbehörde für Straßenbau auf Anfrage mitteilt, wurden bei einer Ortsbesichtigung nun auch in der entgegengesetzten Fahrtrichtung kurz nach dem Buchweizenkamp Böschungsversackungen festgestellt. „Der betroffene Böschungsbereich ist stark aufgeweicht und muss neu verfüllt sowie durch einen Pfahlverbau gesichert werden. Als wahrscheinliche Ursache wird eine Schädigung durch Nagetiere angenommen. Hierfür sprechen vor Ort festgestellte frische Spuren“, erklärt Yasin Kilic. Die eigentlichen Sanierungsarbeiten sind für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Bis dahin bleibt die Gefahrenstelle durch Schilder gesichert und die Temporeduzierung bestehen.
Tödlicher Unfall an Ostern
Weitere Maßnahmen stehen auch im Zusammenhang mit einem tragischen Unfall, der sich am Ostersonntag, 20. April 2025, ereignete. Ein 21-jähriger Autofahrer aus Barßel verlor in einer Linkskurve im Bereich des Buchweizenkamps die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das Auto prallte gegen zwei Bäume. Für die beiden Mitfahrer, eine 20-Jährige und einen 23-Jährigen aus dem Saterland, kam jede Hilfe zu spät – sie verstarben noch an der Unfallstelle. Der Fahrer wurde mit schweren Verletzungen per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht.
Unfallhäufung in der „Todeskurve“
Die Langholter Straße gilt als unfallträchtig. Erst im Januar 2025 war ein Motorradfahrer im selben Bereich verunglückt und hatte sich schwere Beinverletzungen zugezogen. Die Häufung schwerer Unfälle hat die Diskussion um die Sicherheit der Strecke neu entfacht.
Gedenken an der Unfallstelle: Andenken müssen erneut entfernt werden
Im Zuge der Sanierungsarbeiten werden im ersten Quartal 2026 auch an der Unfallstelle zwei Bäume entfernt, gegen die das Auto am Ostersonntag prallte. Die Angehörigen der Unfallopfer hatten die angebrachten Kreuze, Kerzen, Fotos und andere Andenken vor kurzem selbst abgeräumt. Das geschah laut Landesbehörde in Abstimmung mit den Angehörigen. „Die Eltern haben die Andenken an sich genommen“, heißt es in der Mitteilung.
Allerdings wurden am Montag, 22. Dezember 2025, erneut an den beiden Bäumen bei der Unfallstelle Kreuze, Fotos und weitere Andenken aufgestellt. Diese Erinnerungsstücke müssen jedoch erneut entfernt werden, damit die angekündigten Maßnahmen durchgeführt werden können. Nach Abschluss der Baumfällarbeiten und dem Fräsen der Wurzeln im Frühjahr 2026 dürfen die Andenken wieder an der Unfallstelle platziert werden.
Gedenken an Unfallopfer wird geduldet
Die Straßenbauverwaltung betont, dass das Gedenken an Unfallopfer grundsätzlich geduldet wird, solange die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird.