Trauer  Weiterer Hunde-Angriff in Ostrhauderfehn – Abby starb

| | 04.12.2025 07:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Peter und Petra Müller aus Ostrhauderfehn zeigen ein Foto von ihrer Hündin Abby. Diese starb am 1. Juni 2025 bei einem Angriff eines anderen Hundes. Fotos: Henrik Zein
Peter und Petra Müller aus Ostrhauderfehn zeigen ein Foto von ihrer Hündin Abby. Diese starb am 1. Juni 2025 bei einem Angriff eines anderen Hundes. Fotos: Henrik Zein
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Ein Spaziergang in Ostrhauderfehn endete für die Hündin Abby tödlich. Die Besitzer berichten, wie es zu dem Angriff kam und wie sie mit dem Verlust umgehen.

Ostrhauderfehn - Vor fast zwei Jahren sind Petra und Peter Müller mit ihrer Hündin Abby aus Wiesbaden in die Reisstraße in Ostrhauderfehn gezogen. Dort fühlt sich das Ehepaar rundum wohl. Doch am 1. Juni 2025 mussten die Müllers einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Bei einem Spaziergang wurde die acht Jahre alte Abby in der Ecke Einsteinstraße/Röntgenstraße von einem anderen Hund so scharf attackiert, dass die Hündin wenig später auf dem Weg in eine Tierklinik verstarb. Es ist bereits die zweite schwerwiegende Attacke in Ostrhauderfehn, die jetzt bekannt wurde. Vor wenigen Tagen berichtete das Ehepaar Schlitt aus der Straße Am Wallschloot dieser Zeitung, dass ihre Hündin Chica nur mit viel Glück einen Angriff eines anderen Hundes überlebt hat.

Auch fast ein halbes Jahr nach dem tragischen Vorfall mit Abby muss Petra Müller noch oft daran zurückdenken. „Es war ein Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr, als ich mit ihr spazieren gegangen bin. Als ich schon auf dem Weg nach Hause war, habe ich gesehen, wie ein größerer weißer Hund auf uns zukommt und dann Abby gepackt hat. Ich habe noch um Hilfe gerufen, doch es war schon zu spät.“ Der andere Hund hatte Abby weggerissen. „Ich stand nur noch mit Leine und Hundegeschirr da. Der weiße Hund trug meine Abby weg, als wäre sie ein Welpe und legte sie ab.“ Abby sei blutüberströmt gewesen.

„Abby hörte auf zu atmen“

Petra Müller nahm ihre Hündin auf den Arm und rief ihren Mann an. So schnell es ging, fuhren sie anschließend zur Kleintierpraxis nach Rhauderfehn, die an diesem Tag den Notdienst hatte. „Dort wurde ein Verband umgelegt und uns gesagt, dass wir sofort zur Tierklinik nach Rhede fahren sollen“, berichtet Petra Müller. Doch dort kamen die Ostrhauderfehner nicht mehr an. „Auf der Kreuzung beim Modehaus Böckmann in Rhauderfehn hörte Abby auf zu atmen“, sagt Peter Müller traurig. Geschockt und voller Trauer fuhren die beiden noch einmal zum Tierarzt, der dort nur noch den Tod des Hundes feststellen konnte.

Zu Hause angekommen, rief Peter Müller bei der Polizei an, um den Vorfall zu melden. „Weil die Station in Rhauderfehn an diesem Tag nicht besetzt war, sollten wir zur Inspektion nach Leer kommen. Doch das war uns zu weit. Es wurde uns aber am Telefon gesagt, dass dort eine andere Frau aus Ostrhauderfehn angerufen hat, deren Hund blutüberströmt nach Hause gekommen war. Die Polizei fragte uns, ob sie unsere Telefonnummer an sie weitergeben kann. Das war für uns in Ordnung“, sagt er.

Hundehalterin meldete sich

Wenig später meldete sich diese Frau bei den Müllers und erklärte ihnen, dass sie die Besitzerin des weißen Hundes sei, der den Angriff ausgeübt hatte. Petra Müller sagt: „Die Frau entschuldigte sich und erklärte uns, dass der Hund von zu Hause ausgebüxt war.“ Auch wenn sich der tödliche Angriff dadurch nicht mehr rückgängig machen ließ, sahen die Müllers daraufhin von einer Anzeige bei der Polizei ab. „Mich hat das alles schon genug mitgenommen, ich wollte nicht noch mehr Trubel“, sagt Petra Müller, die bis heute mit dem Tod von Abby, die aus der hierzulande eher seltenen Rasse Bolonka Zweta stammt, zu kämpfen hat. Wie Müller weiter erklärt, soll der weiße Hund kurz nach der Tat eingeschläfert worden sein.

Petra und Peter Müller mit ihrer neuen Hündin Fiby.
Petra und Peter Müller mit ihrer neuen Hündin Fiby.

Nach Angaben von Peter Müller soll es in der Siedlung schon häufiger zu gefährlichen Situationen mit größeren Hunden gekommen sein. „Die Besitzer können sie oftmals nicht halten“, sagt er. Seine Frau und er appellieren deshalb an die Halter, sorgsamer vorzugehen und die Tiere an die kurze Leine zu nehmen. Nach dem Tod von Abby haben sich die Müllers mittlerweile wieder einen neuen Hund angeschafft: Fiby aus der Rasse der Havaneser. „Ich bin mit Hunden aufgewachsen und wir hatten immer einen, deswegen haben wir uns wieder einen neuen geholt. Er gibt mir Rückhalt nach dem Tod von Abby“, sagt Petra Müller.

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