Bürgermeister-Wahl  Tritt nur ein Kandidat in Ostrhauderfehn an?

| | 29.11.2025 09:11 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der parteilose Michael Quappe ist bislang der einzige Bewerber für das Bürgermeisteramt in Ostrhauderfehn. Bleibt es dabei? Foto: Henrik Zein
Der parteilose Michael Quappe ist bislang der einzige Bewerber für das Bürgermeisteramt in Ostrhauderfehn. Bleibt es dabei? Foto: Henrik Zein
Artikel teilen:

In Ostrhauderfehn steht im kommenden Jahr die Wahl eines neuen Bürgermeisters an. Michael Quappe ist bislang der einzige Kandidat – doch auch andere Parteien denken über Bewerber nach.

Ostrhauderfehn - Am 13. September 2026 wählen die Ostrhauderfehnerinnen und Ostrhauderfehner einen neuen Bürgermeister und damit den Nachfolger von Günter Harders. Der bislang einzige Kandidat, der sich zur Wahl stellt, ist der 39-jährige Michael Quappe – parteilos, aber mit breiter Unterstützung aus UWG, CDU und SPD. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Quappe, welche Themen ihm besonders am Herzen liegen und wie er die Menschen in der Gemeinde erreichen will.

Im Mittelpunkt seines Wahlkampfs stehen für Quappe die Themen, die „die Lebensqualität spürbar verbessern“. Dazu zählt er eine gute Betreuung für Jung und Alt, eine moderne Verwaltung, sichere und gepflegte Straßen und Wege, starke Vereine, eine stabile Wirtschaft und eine solide finanzielle Grundlage. „Auf den Punkt gebracht: praktische Lösungen, die jedem hier im Alltag helfen – vom Kindergartenkind bis zu den Senioren“, betont Quappe.

Bürgernähe und Dialog auf allen Kanälen

Der Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern ist Quappe ein zentrales Anliegen. „Ich möchte anmerken, dass ich schon jetzt jederzeit ansprechbar bin“, lädt er ein. Darüber hinaus ist er per E-Mail an mail@michael-quappe.de, über sein öffentliches Instagram-Profil und auf Facebook erreichbar. In Kürze soll auch ein eigener Internetauftritt online gehen, auf dem Termine für Veranstaltungen und Infostände bekanntgegeben werden. „Für das nun beginnende Wahljahr sind verschiedene Stände geplant, deren Termine heute jedoch noch nicht feststehen“, so Quappe.

Ein besonderes Augenmerk legt Quappe auf die jüngeren Ostrhauderfehnerinnen und Ostrhauderfehner. „Für junge Menschen spielt das Internet eine große Rolle. Das hat sich nicht zuletzt bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2021 gezeigt“, sagt er. Themen wie Mobilität, Bildung, Freizeitangebote und Digitalisierung seien für diese Zielgruppe besonders wichtig. Quappe will junge Menschen durch konkrete Projekte einbinden und ihnen echte Mitsprache ermöglichen – nicht nur im Wahlkampf, sondern dauerhaft. „Digitale Medien ersetzen kein persönliches Gespräch, aber sie helfen mehr Menschen, insbesondere Erstwähler, zu erreichen und Politik wieder ein bisschen greifbarer zu machen.“

Breite Unterstützung – und ein offenes Ohr für alle

Zu möglichen weiteren Bewerbern sagt er: „Bisher habe ich mir darüber weniger Gedanken gemacht. Da es bis zur Wahl noch einige Monate sind, können weitere Kandidaten nicht ausgeschlossen werden.“ Für ihn ändere das aber nichts an seinem Engagement. Eine kleine, selbst organisierte Wahlkampfgruppe sowie UWG, CDU und SPD unterstützen ihn.

Angesichts des wachsenden Zuspruchs für die AfD auch in Ostrhauderfehn betont Quappe: „Ich nehme dies sehr ernst und versuche zu verstehen, welche Sorgen, Unsicherheiten und Erwartungen dahinterstehen.“ Kommunalpolitik sei anders als Landes- oder Bundespolitik, dürfe aber die Entwicklungen nicht ignorieren. „Transparenz und Offenheit sind mir ein besonderes Anliegen. Deshalb werde ich im Wahlkampf bewusst auf Gesprächsnähe setzen. Mein Anspruch ist es, durch Präsenz und Lösungen zu überzeugen, die den Menschen in Ostrhauderfehn wirklich weiterhelfen, unabhängig davon, welche Partei sie bisher gewählt haben.“

Stellen die Grünen einen Kandidaten auf? Und was macht die AfD?

Ob Quappe tatsächlich der einzige Kandidat in Ostrhauderfehn bleibt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Vor allem die Grünen überlegen, einen eigenen Bewerber aufzustellen. Das machten die beiden Fraktionsmitglieder Manfred Cybalski und Dieter Ertwiens-Buchwald im Gespräch deutlich. Ob Ertwiens-Buchwald wie 2014 noch einmal selbst kandidiert, ließ er bislang offen. Er schrieb dazu auf eine Anfrage: „Wenn die, zumindest in Teilen als rechtsextremistisch eingestufte AfD in unsere Gemeinderäte drängt, müssen wir ein demokratisches Gegengewicht als Antwort haben“, betonte er.

Die Alternative für Deutschland (AfD) selbst hat sich bislang noch nicht dazu geäußert, ob sie in Ostrhauderfehn einen Bürgermeisterkandidaten oder eine Liste für den Gemeinderat aufstellen wird. Die Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Ostfriesland, Anja Arndt, teilte bislang lediglich mit: „Wir stecken bezüglich der Kommunalwahlen im September 2026 noch in den Vorbereitungen. Unser Ziel ist es, überall dort, wo wir ausreichend Mitglieder für eine Liste aufstellen können, vertreten zu sein. Wir befinden uns noch in der Sondierungsphase, wer bereit ist, wo zu kandidieren.“

Ähnliche Artikel