Planung Badesee für Rhauderfehn und andere Optionen
Seit das Freibad seine Pforten schloss, fordern Bürger immer wieder ein Schwimmbad. Jetzt könnte es ein Badesee werden. Was halten Sie davon?
Rhauderfehn - Seit Spätsommer 2009 gibt es in Rhauderfehn keine Bademöglichkeit mehr. Ein Umstand, den viele Bürger auch heute noch bedauern und kritisieren. Im Heimatcheck unserer Zeitung wurde ein Hallen- oder Freibad überdurchschnittlich oft als Wunsch genannt. In Ideenwerkstätten, bei denen Fehntjer Wünsche für ihre Gemeinde ausarbeiten, landete ein Schwimmbad immer wieder auf den obersten Plätzen. Nicht nur von Kindern und Jugendlichen. Auch von Erwachsenen, die sich noch an ihre eigenen Freibad-Besuche erinnern.
Bis 2009 hieß es für viele: Sommer, Sonne, ab aufs Rad. Zum Freibad Langholter Meer war es nicht weit, viele Kinder und Jugendliche machten sich sommertags allein auf den Weg. Mit Saisonende 2009 war damit Schluss, das Bad eröffnete nicht wieder.
Badesee für Rhauderfehn?
Nun wird in Rhauderfehn die Entwicklung eines Badesees diskutiert. An der Gronewoldstraße, zwischen Klostermoor und Altburlage, baut die Firma Johann Bunte derzeit noch Sand ab. Im Spätsommer 2026 endet der Sandabbau. Dann könnte die Gemeinde den See eventuell übernehmen. Erste Gespräche hat es gegeben. Demnächst könnte es an konkrete Verhandlungen gehen.
In den Ausschüssen des Gemeinderates wurde die Planung noch nicht diskutiert. „Wir stehen am Anfang“, sagte Bürgermeister Geert Müller. Eine große Rolle bei den weiteren Überlegungen dürften die Kosten spielen, die in Sachen Badesee auf die Kommune zukommen.
Wie weit ist es zum Badesee?
Im Vorfeld hat die Redaktion die bestehenden Bademöglichkeiten – und deren Erreichbarkeit – unter die Lupe genommen. Da ist zum einen der Idasee in der Gemeinde Ostrhauderfehn. Er bietet im Sommer einen Badestrand und Optionen zum Wasserskifahren. Vom Rhauderfehner Zentrum (vom Lidl aus gerechnet) ist der Idasee gut 6,3 Kilometer entfernt. Mit dem Bus kann man ihn nicht direkt erreichen. Der beste Stopp wäre an der Kapellenstraße. Dann bliebe ein Rest-Fußweg von 1,5 Kilometern. Mit dem Rad kann man auf weiten Teilen der Strecke einen Radweg benutzen.
Der See an der Gronewoldstraße, den die Gemeinde vielleicht herrichten wird, ist vom Zentrum aus übrigens 7,5 Kilometer weit entfernt – dürfte damit vor allem eine gute Option für Badegäste aus Klostermoor und Burlage sein. Vom Zentrum aus fährt ein Bus bis zur Gronewoldstraße/Ecke Forststraße. Zum See bliebe ein kleiner Fußmarsch von 500 Metern.
Irrfahrt zu Hallenbädern
Die Fahrten zu den nächstgelegenen Hallenbädern in Ramsloh und Barßel darf man getrost Irrfahrten nennen: Um am frühen Nachmittag vom Busbahnhof in Rhauderfehn zum Hafenbad in Barßel zu kommen, ist man von 14.20 bis 17.13 Uhr unterwegs, inklusive Umstiegen in Leer, Augustfehn und Ocholt. Das Bad in Ramsloh erreichen Busreisende, die Rhauderfehn um 13.05 Uhr verlassen, um 16.17 Uhr.
Die am schnellsten erreichbare Alternative ist derzeit das Plytje in Leer. Inklusive ein- bis zweimal Umsteigen kann man das Bad von Rhauderfehn aus je nach Route in einer guten Stunde erreichen. Kosten für Jugendliche ab 14 Jahren (ohne Schülerbuskarte): 6,60 Euro (Mehr Infos: www.vbn.de/fahrplaner).
Wunsch Nr. 1: ein Schwimmbad
Damit Kinder und Jugendliche zumindest in den Sommerferien ohne Aufwand in den Genuss eines Freibadbesuches kommen können, organisiert der Gemeindejugendring seit Jahren Freibadfahrten. Einmal wöchentlich können junge Leute dann kostenlos zum Freibad nach Weener und zurück gelangen. Die Gemeinde Rhauderfehn stellte dafür zuletzt jährlich rund 2800 Euro bereit.
Der Gemeindejugendring betonte in der Vergangenheit mehrfach, dass unter den Verbesserungsideen aus den Reihen der Jugendlichen immer an erster Stelle ein Schwimmbad stehe.
Freibad-Ende und dann nichts mehr
Das Freibad Langholter Meer öffnete am 30. August 2009 das letzte Mal seine Pforten. Eigentlich stand nur das Saisonende an. In der Winterpause hieß es dann: Das Bad ist marode, eine Sanierung koste mehrere Millionen Euro. Es öffnete nicht mehr.
Ostrhauderfehn hatte bis zum Schluss an einer Sanierung des gemeinsam betriebenen Bades festgehalten. Auch Ratsherr Theo Reemts forderte 2011 in einem Antrag, dass Rhauderfehn Kontakt mit der Gemeinde Ostrhauderfehn aufnehmen solle, um die Bad-Zukunft auf den Weg zu bringen. Reemts verwies damals auf ein Gutachten der Firma Polyplan, das die Gemeinde Ostrhauderfehn vorgelegt hatte. Demnach wäre eine Wiederöffnung im Mai möglich gewesen, wenn zunächst Ausbesserungsarbeiten am Freibad für rund 50.000 Euro vorgenommen werden.
Es hieß: „Rhauderfehn braucht Schwimmbad“
Doch Rhauderfehn wollte nicht investieren, sondern setzte seine Hoffnungen auf ein eigenes Hallenbad. Das kam aus Kostengründen aber auch nicht.
2011 betonten die drei Rhauderfehner Bürgermeister-Kandidaten Gerhard Krone (CDU), Geert Müller (parteilos) und Hermann Koenen (SPD) auf einer Podiumsdiskussion einhellig, „dass Rhauderfehn auch aus touristischer Sicht ein Schwimmbad unbedingt brauche“, wie diese Zeitung berichtete. Unterschiedlicher Auffassung waren die Kandidaten lediglich darin, ob es ein kombiniertes Hallen- und Freibad, ein saniertes Freibad oder ein zum Naturbad umgerüstetes Freibad sein sollte. Nach der Wahl wurde aus den Überlegungen wieder nichts, weil eine politische Mehrheit fehlte.
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