In Papenburg  Viele Firrel-Fragezeichen vor dem Derby

| | 13.11.2025 18:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Am ersten Spieltag gelang Firrel ein 3:1-Sieg gegen Papenburg. Ein Einsatz von Reinhard Grotlüschen und Tim Schouwer (in den grünen Trikots) ist für das Rückspiel fraglich. Foto: Heiner Lohmann
Am ersten Spieltag gelang Firrel ein 3:1-Sieg gegen Papenburg. Ein Einsatz von Reinhard Grotlüschen und Tim Schouwer (in den grünen Trikots) ist für das Rückspiel fraglich. Foto: Heiner Lohmann
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BW Papenburg möchte die Tabellenführung verteidigen, GW Firrel will aus dem Keller. Hochspannung vor dem ostfriesischen Duell am Freitagabend in der Fußball-Landesliga.

Papenburg/Firrel - Die beiden ostfriesischen Fußball-Landesligisten läuten an diesem Freitag offiziell die Rückrunde ein. Dabei könnten die Aufgaben kaum unterschiedlicher sein. Während die Firreler um 20 Uhr bei Spitzenreiter BW Papenburg antreten, gastiert der TuS Esens zeitgleich beim zu Hause noch punktlosen Vorletzten SV Brake.

Mit einem 3:1-Sieg war GW Firrel gegen Vizemeister Papenburg traumhaft in die Saison gestartet. Doch seitdem hat sich die Stimmungslage in beiden Lagern komplett gedreht. Nach prominenten Neuzugängen, einer starken Vorbereitung inklusive Triumph beim Ostfriesland-Cup und dem Auftaktsieg blickten die Firreler euphorisch auf diese Saison. Es folgte allerdings eine 0:8-Pleite gegen Mühlen und eine Hinrunde mit unfassbar vielen Gegentoren und verspielten Führungen, sodass Firrel auf einem Abstiegsplatz steht. Papenburg dagegen hat das frühe Pokalaus bei Kreisligist Gotono und den verpatzten Ligastart schnell abgeschüttelt und sich in der Spitzengruppe etabliert. Zuletzt gab es allerdings zweimal ein 2:2, was der Mannschaft aus dem Emsland, die gespickt mit ostfriesischen Fußballern ist, aber nicht die Tabellenführung kostete.

Firrel hat Hinrunde aufgearbeitet

Firrels Trainer Bernd Grotlüschen und Julian Bennert haben eine schwierige Hinrunde am Dienstag gemeinsam mit der Mannschaft aufgearbeitet. „Es ist eine Riesen-Kopfsache“, sagt Grotlüschen. „Jeder dürfte jetzt verstanden haben, dass es nur mit 100 Prozent Einstellung geht. Man kann es nicht auf Ausfälle schieben, wenn man eine 3:0-Führung noch verspielt.“

Auf welche Spieler er am Freitag bauen kann, entscheidet sich bei mehreren erst kurzfristig. Beim Training am Mittwoch fehlten acht Spieler – verletzungs-, berufsbedingt oder erkrankt. Unter anderem ist fraglich, ob die beiden Leistungsträger Tim Schouwer (Knieprobleme) und Reinhard Grotlüschen (Rückenprobleme) spielen können. Sie mussten zuletzt beim 3:5 gegen Schüttorf in der Halbzeit ausgewechselt werden. Schouwer gab nach einer Laufrunde ein positives Signal, hat vorsichtshalber am Freitag aber noch eine MRT-Untersuchung. Eine solche hat am Mittwoch beim ebenfalls am Knie verletzten Manuel Suda für leichte Entwarnung sorgen können. Alle Bänder sind heile. Für die restlichen drei Partien in diesem Jahr wird er aber dennoch ausfallen.

So sieht es Ammermann

Ganz anders ist die sportliche Lage bei den Papenburgern, bei denen der ostfriesische Trainer Ralf Ammermann auch zahlreiche Ostfriesen trainiert. Nach vier Siegen im Oktober haben die Blau-Weißen mit zwei Unentschieden in den Topspielen gegen GW Mühlen und beim BV Garrel die Tabellenführung verteidigt. Ralf Ammermann erwartet gegen die zuletzt strauchelnden Firreler ein ganz schwieriges Spiel.

„Nach dem 3:5 gegen Schüttorf wird Firrel auf jeden Fall eine Reaktion zeigen wollen, da müssen wir uns auf jede Menge Gegenwehr einstellen. Wir waren in den letzten Wochen selbst aber sehr stabil und sind in den Spitzenspielen nach Rückstand zurückgekommen. Das zeichnet uns aus. Jetzt wollen wir nach zwei Unentschieden im letzten Heimspiel wieder einen Sieg einfahren. Dafür müssen wir 90 Minuten hart arbeiten“, so Ammermann.

Große Sorgen in Esens

Ganz andere Sorgen hat sein Trainerkollege Ralf Backhaus vom TuS Esens (9 Punkte). Der Aufsteiger zeigte zwar schon einige ansprechende Leistungen, punktemäßig sieht es aber weiterhin sehr düster aus. Klar dürfte sein: Wenn aus den kommenden beiden Partien keine sechs Punkte kommen, dürfte es im Abstiegskampf sehr schwer werden. Mit dem Vorletzten SV Brake haben die Bärenstädter aus dem Hinspiel (0:4) auch noch eine Rechnung offen. Auch wenn Backhaus grundsätzlich eine sehr optimistische Art hat, gibt es vor der Fahrt aufgrund der personellen Lage doch einige Sorgenfalten. Brian Bruno Behrens und Malte Ahrends fehlen weiterhin verletzungsbedingt, dazu kommen noch einige Ausfälle aufgrund von Erkältungskrankheiten. Definitiv ausfallen werden Leon Wübbenhorst und Samuel Stainbank.

Papa Sikma kehrt ins Tor zurück

„Beim letzten Training waren nur zwölf Spieler, die Grippewelle hat leider vor einem so wichtigen Spiel zugeschlagen. Aber Jammern gilt nicht, wir möchten in Brake einen Sieg holen“, so Backhaus. Möglicherweise kann ja auch Torhüter Robin Sikma seinen Anteil dazu beitragen. Der Keeper ist vor wenigen Tagen Vater geworden und kehrt sicher euphorisch ins Gehäuse zurück. Die Gastgeber holten bisher lediglich den einen Punkt in Esens, vor der 1:5-Heimpleite gegen BW Lohne II gab es immerhin zwei Unentschieden bei Vorwärts Nordhorn und beim VfR Voxtrup.

Robin Sikma steht beim TuS Esens wieder im Kasten. Foto: Steenhoff
Robin Sikma steht beim TuS Esens wieder im Kasten. Foto: Steenhoff

Backhaus ist klar, dass in den nächsten beiden Spielen etwas kommen muss. Nach der Partie in Brake geht es mit dem Heimspiel gegen SFN Vechta gegen den nächsten direkten Konkurrenten. Es wird allerhöchste Zeit, dass der TuS Esens mit dem Siegen beginnt.

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