Ostrhauderfehns Rathaus-Chef Günter Harders bleibt auch nach Bürgermeisteramt beruflich aktiv
In rund 13 Monaten wird Ostrhauderfehns Bürgermeister Günter Harders verabschiedet. Das möchte Harders bis dahin noch realisieren – und das hat er danach vor.
Ostrhauderfehn - Seit 2006 ist Günter Harders Bürgermeister von Ostrhauderfehn. Insgesamt dreimal ist der heute 56-Jährige wiedergewählt worden: 2011, 2016 und 2021. Seine Chancen bei der kommenden Wahl im Herbst 2026 würden wohl auch gut stehen, doch Harders tritt aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mehr an. Einziger Kandidat für seine Nachfolge ist bislang der parteilose Michael Quappe, der von einem großen politischen Bündnis unterstützt wird. Doch bis der „Neue“ seinen Dienst zum 1. November 2026 antreten wird, hat Günter Harders noch einiges vor, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung verriet.
„Es stehen noch einige Projekte an“, so der Verwaltungschef, der sich von seinem im Januar 2023 erlittenen Herzinfarkt gut erholt hat. „Ich fühle mich ganz gut“, so der 56-Jährige. In den vergangenen zwei Jahren habe er sich bewusst Freiräume in seinem beruflichen Alltag geschaffen, um das Pensum etwas herunterzufahren. Vor allem repräsentative Termine habe er häufiger an seine Stellvertreter abgegeben.
Bau der Kita in Idafehn als Großprojekt
Ein Großprojekt, dessen Abschluss Harders nicht mehr als Bürgermeister erleben wird, ist der Bau einer neuen Kindertagesstätte in Idafehn. Das sechs Millionen-Projekt hat mittlerweile begonnen und soll im Jahr 2027 fertiggestellt sein. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel Geld in die Kinderbetreuung investiert. Ich bin stolz, dass wir nach der Eröffnung in all unseren Ortsteilen eine Kindertagesstätte haben werden“, so Harders.
Aufgrund der schwierigen finanziellen Haushaltssituation sieht es dagegen für andere Vorhaben eher schlecht aus. So konnte der inklusive Wasserspielplatz am Idasee bislang nicht realisiert werden – und wird es in diesem Jahr auch nicht mehr. „Doch ich bin noch guter Dinge, dass das was wird“, betont Harders. Der Grund: Die Gemeinde Ostrhauderfehn ist in das niedersächsische Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen worden und kann damit auf umfangreiche Fördermöglichkeiten für die kommenden Jahre hoffen.
So läuft das Förderprogramm ab
Gerta Waden, die Sprecherin der Gemeinde, erklärt zu dem Programm: „Durch die Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm Niedersachsen erhält die Gemeinde Ostrhauderfehn zunächst eine Förderung für die Erstellung eines Dorfentwicklungsplanes“. Im Anschluss daran können Förderanträge für konkrete Projekte gestellt werden – etwa für die Gestaltung von dörflichen Plätzen, Straßen, Wegen und Freiflächen, für Gemeinschaftseinrichtungen oder für Sport- und Freizeitanlagen wie auch den Wasserspielplatz am Idasee. Die Fördersätze können dabei bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.
Ein festes Budget steht der Gemeinde allerdings nicht zur Verfügung. „Die Aufnahme dient zunächst nur dafür, überhaupt Förderanträge stellen zu dürfen“, so Waden. Für jedes Projekt müsse ein eigener Antrag eingereicht werden, der dann im landesweiten Ranking bewertet werde. Ob ein Projekt gefördert wird, hängt von diesem Ranking und den verfügbaren Mitteln ab. Der nächste Stichtag für die Einreichung von Förderanträgen ist der 30. September.
Welche Projekte gefördert werden können, ist in der sogenannten ZILE-Richtlinie festgelegt. Dazu zählen unter anderem die Schaffung und der Ausbau von dorfgemäßen Gemeinschaftseinrichtungen, die gestalterische Anpassung an das Ortsbild oder die Umnutzung ortsbildprägender Bausubstanz.
Das sind die Pläne von Günter Harders
Aktuell bereitet die Gemeinde die Ausschreibung für die Erstellung des Dorfentwicklungsplans vor. Im Rahmen dieses Prozesses sollen auch öffentliche Veranstaltungen stattfinden, bei denen Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Unternehmen ihre Ideen und Wünsche einbringen können. „Auf Grundlage des Dorfentwicklungsplanes können dann jährlich Förderanträge gestellt werden – nicht nur von der Gemeinde, sondern auch von Privatpersonen, Unternehmen oder Vereinen“, betont Waden. Für die Koordination der Förderprojekte ist Fenna Coordes als Fördermittelmanagerin der Gemeinde Ostrhauderfehn zuständig. Sie begleitet das Projekt.
Wie Günter Harders betont, ist es für eher finanzschwache Kommunen wie Ostrhauderfehn immer wichtiger, Fördermittel für geplante Projekte einzuholen. Wie es bei dem 56-Jährigen nach dem 1. November 2026 weitergeht, weiß er noch nicht. „Ich werde mich aber nicht zur Ruhe setzen, sondern weiterarbeiten. Ob In Vollzeit oder stundenweise, das kann ich noch nicht sagen“, berichtet der Bürgermeister. An interessanten Jobangeboten dürfte es für den erfahrenen Verwaltungs- und Tourismusfachmann nicht mangeln. Erste lockere Gespräche habe es bereits gegeben. Aber bis es so weit ist, will Harders zunächst seine Heimatgemeinde weiter voranbringen.