Treffen der Reisemobilisten 91-jähriger Camper ist das Urgestein in Ostrhauderfehn
Rund 140 Reisemobilisten sind mit ihren Fahrzeugen zum jährlichen Treffen nach Ostrhauderfehn gekommen. Wir haben uns auf dem Stellplatz umgesehen und stellen einige der Teilnehmer vor.
Ostrhauderfehn - Beim Rathaus in Ostrhauderfehn treffen sich in diesen Tagen Reisemobilisten aus ganz Deutschland. Die Premiere der Veranstaltung fand 1998 statt – lediglich in den Corona-Jahren 2020 und 2021 fiel sie aus. Wie Organisator Heiko Tinnemeyer von der Gemeindeverwaltung erklärt, nehmen an dem fünftägigen Treffen insgesamt 140 Personen mit rund 80 Fahrzeugen teil. „Wir mussten sogar einigen absagen, weil wir nicht mehr Platz haben“, so der 36-Jährige. Der Großteil der Camper kommt aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die weiteste Anreise haben Wohnmobilisten aus dem südlichen Hessen, die eine Strecke von rund 500 Kilometer zurückgelegt haben.
Der einzige Teilnehmer, der seit Anfang an in jedem Jahr dabei war, ist der 91-jährige Gerhard Schulze aus Gifhorn. „Ich komme immer wieder hierher, weil es mir so schön gefällt und wir hier eine super Gemeinschaft haben“, sagt Schulze. Früher sei er immer mit seiner Frau Christa nach Ostrhauderfehn gefahren gewesen. „Doch sie ist leider vor einem Jahr gestorben“, erzählt Schulze traurig. Weil es dem 91-Jährigen nicht mehr so leicht fällt, seinen Euro-Liner-Wohnmobil selbst zu fahren, hat er dieses Jahr Unterstützung von seinem Schwiegersohn bekommen. „Er hat mich mit dem Wohnmobil gebracht und holt mich und das Fahrzeug am Sonntag wieder ab“, berichtet Gerhard Schulze, der früher mit seiner Frau auch häufig Camper-Urlaub in Dänemark und Spanien gemacht hat.
Goldene Hochzeit beim Treffen gefeiert
Zum 13. Mal beim Reisemobiltreffen dabei sind Günter (74) und Rosa Pruin (71) aus Haren an der Ems. Sie kommen jedes Jahr aber nicht nur einmal auf den Platz in Ostrhauderfehn. „Wir treffen uns auch oft über Ostern hier mit ein paar anderen Leuten“, sagt der 74-jährige Pruin. Er lobt den Platz, auf dem seit einiger Zeit auch ein neues Sanitärgebäude steht. Vor zwei Jahren hat das Ehepaar sogar seine goldene Hochzeit auf dem Reisemobilstellplatz in Ostrhauderfehn gefeiert. Wie es ist, viel Zeit gemeinsam zu verbringen, kennte das Paar auch aus ihrem früheren Berufsleben. „Wir sind 20 Jahre lang zusammen Lkw gefahren“, berichtet Günter Pruin.
Das gleiche Kennzeichen – HB – auf ihren Wohnmobilen haben Kurt und Anke Siebert aus Bremen sowie Ute und Helmut Hormann aus Bremerhaven. Die beiden Ehepaare haben sich vor zwei Jahren auf dem Ostrhauderfehner Campingplatz kennengelernt und verbringen während des Reisemobiltreffens viel Zeit miteinander. „Das Treffen ist sehr gut organisiert und hat einen guten Service“, berichtet Ute Hormann. Viel Lob erhält von den vier Campern das neue Sanitärgebäude. Einer der Höhepunkte für sie ist jedes Jahr der Auftritt der Shanty Ladies 2000 aus Ostrhauderfehn, die am Samstagabend, 13. September, im Zelt für Stimmung sorgen werden.
Vielfältiges Programm
Dort, im Zelt, gibt es für die rund 140 Camper seit Mittwoch Programm und Verpflegung, wie Organisator Heiko Tinnemeyer erklärt. So wurde am Mittwoch gegrillt und am Donnerstag gemeinsam Matjes gegessen. Am Freitag gab es nachmittags Kaffee, Tee und Torte sowie am Abend Schnitzel.
Am Samstag steht dann neben dem Auftritt der Shanty-Ladies 2000 auch ein Ausflug auf dem Programm. Mit einem großen Reisebus werden die Teilnehmer nach einem gemeinsamen Frühstücksbüfett nach Barßel gefahren, wo sie in zwei Gruppen eine Rundfahrt mit der MS Spitzhörn machen. „Anschließend wird im Zelt Spanferkel gegessen“, so Tinnemeyer, der das Reisemobiltreffen seit vier Jahren für die Gemeindeverwaltung organisiert. Am Sonntag heißt es dann Abschied nehmen – und viele Camper werden sich dann schon wieder auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten im kommenden Jahr freuen.