Illegale Müllentsorgung Müll an Altkleidercontainern bleibt ein großes Problem
Trotz wiederholter Appelle und Berichte bleibt die Vermüllung an Altkleidercontainern ein ungelöstes Problem. Der Landkreis Leer warnt: Wenn sich nichts ändert, könnten Container abgebaut werden.
Oberledingerland/Region - Die Vermüllung der Altkleidercontainer bleibt ein ungelöstes Problem im Landkreis Leer. Die Container und die Plätze werden immer wieder als illegale Müllkippen missbraucht. Es vergehen meistens nur wenige Tage, bis nach einer Aufräumaktion die Plätze wieder verdreckt sind. Nach unserem Bericht Mitte August haben uns erneut Leserinnen und Leser Fotos von verdreckten Standorten geschickt. Jetzt hat auch der Landkreis Leer mit einer weiteren Pressemitteilung auf die anhaltende Vermüllung aufmerksam gemacht.
Leser melden neue Fälle
Bereits nach unserem letzten Artikel meldeten sich Bürgerinnen und Bürger, die auf das Problem an verschiedenen Standorten hinwiesen. Silvia Bunger etwa dokumentierte die Situation an der Grundschule am Rajen: „Die Altkleidercontainer werden leider wieder nicht richtig genutzt. Müllentsorgung extrem, würde ich sagen. Schade, dass ein paar Menschen es allen anderen versauen. So werden die Container irgendwann abgebaut.“
Auch Arno Hamel und Johanne Gerdes schickten Fotos von überquellenden Containern und wild entsorgtem Müll. Besonders ärgerlich: Oft handelt es sich nicht nur um Altkleider, sondern auch um Sperrmüll, der einfach neben den Containern abgeladen wird. Arno Hamel schlug vor, in jeder Gemeinde nur noch eine Sammelstelle einzurichten, wo nur tagsüber Altkleider angeliefert werden können.
Martina Pancke sendete ein Foto von dem mit Müll überlagerten Altkleider- und Altglascontainern vor dem Jugendtreff Großwolderfeld. Am vergangenen Freitag, 29. August 2025, wurde der Platz gesäubert. „Es dauert aber meistens keine Woche, dann liegt dort wieder alles voller Müll“, sagte Martina Pancke.
Nicht besser sah es am 30. August bei den Altkleider-Containern in Flachsmeer auf dem Lidl-Parkplatz aus.
Landkreis: Sperrmüll gehört nicht an die Container
Der Landkreis Leer stellt an 88 Standorten Altkleidercontainer bereit. Eigentlich sollen dort nur gut erhaltene Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Schuhe (paarweise gebündelt) eingeworfen werden. Doch immer wieder landen auch Sofakissen, Möbel oder anderer Sperrmüll neben den Containern. „Sperrmüll gehört dort nicht hin“, betont Klaus Anneken, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes. Die Entsorgung solcher Gegenstände könne unkompliziert über die Internetseite www.all-leer.de beantragt werden. Alternativ können Möbel und Co. auch gegen eine geringe Gebühr in den Wertstoffhöfen des Landkreises abgegeben werden.
Entsorgungsunternehmen am Limit
Das mit der Leerung der Container beauftragte Unternehmen BreEnt aus Bremen muss regelmäßig nicht nur Altkleider, sondern auch Sperrmüll entsorgen. In der Eichendorffstraße in Leer wurden jüngst sogar Sofakissen im Grünstreifen neben den Containern gefunden. Für die Entsorger bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand – und für die Allgemeinheit zusätzliche Kosten.
Appell an die Bürger
Der Landkreis appelliert erneut an die Bürgerinnen und Bürger, die Container nur für die vorgesehenen Zwecke zu nutzen. „Wir möchten weiterhin die Möglichkeit bieten, Altkleider und Textilien ordnungsgemäß zu entsorgen“, so Anneken. „Doch das geht nur, wenn sich alle an die Regeln halten.“
Die Bünting-Gruppe aus Leer hatte im Sommer aufgrund der anhaltenden Vermüllung im Umfeld von Altkleidercontainern Konsequenzen angekündigt. Auf Parkplätzen der zu Bünting gehörenden Lebensmittelketten Combi- und Famila sollten die Container entfernt werden – und das wurde auch bereits teilweise umgesetzt. Hinter dem Combi-Markt in Rhaudermoor sind bereits keine Altkleidercontainer mehr zu sehen.
Was darf in den Container und was nicht?
Erlaubt sind: Gut erhaltene Kleidung, Jacken, Mäntel, Pullover, Hemden, Hosen, Kleider, Röcke, Schals, Bettwäsche, Tischdecken, Handtücher, Vorhänge, Gardinen, Decken, Oberbetten, Kopfkissen und paarweise gebündelte Schuhe.
Nicht erlaubt sind: Müll, beschädigte oder stark verschmutzte Textilien, Sperrmüll, Möbel und andere Abfälle.
Fazit:
Die Vermüllung der Altkleidercontainer bleibt ein ungelöstes Problem im Landkreis Leer. Nur mit Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein aller kann verhindert werden, dass noch mehr Standorte verschwinden – und damit eine wichtige Möglichkeit für nachhaltige Kleiderspenden verloren geht. Es scheint aber so zu sein, dass alle Appelle an die Vernunft nicht zur Einsicht führen.