Pfarreiengemeinschaft Pater aus Indien übernimmt katholische Pfarrstelle im Overledingerland
Die Zeit der Vakanz in der Pfarreiengemeinschaft Westrhauderfehn und Flachsmeer endet: Mit Pater Benny ist ein Karmeliter aus Indien nach Langholt gezogen. Der 52-Jährige freut sich auf den Dienst.
Langholt/Flachsmeer - Nach einem Dreivierteljahr Vakanz ist die Pfarrstelle der katholischen Pfarreiengemeinschaft Overledingerland zum 1. September wieder besetzt. Pater Benny wird in den Kirchengemeinden St. Bonifatius Westrhauderfehn und Langholt sowie St. Bernhard in Flachsmeer seinen Dienst als Seelsorger antreten. Am Sonnabend, 30. August, wird der 52-Jährige in einem Gottesdienst in der Kirche in Langholt der Gemeinde vorgestellt. Die Messe beginnt um 17 Uhr, im Anschluss lädt die Kirchengemeinde zu einem Beisammensein ins Pfarrheim ein. Am Sonntag, 31. August, erfolgt ab 10.30 Uhr der Vorstellungsgottesdienst von Pater Benny in St. Bernhard in Flachsmeer, auch hier verbunden mit einem anschließenden Beisammensein mit Imbiss. Zur Kirchengemeinde St. Bonifatius gehören 5500 Mitglieder, in Flachsmeer sind es etwa 4000.
Geboren wurde der neu ins Amt berufene Geistliche im November 1972 als Chacko Chirayilparambil im indischen Bundesstaat Kerala. „Mein Taufname geht auf den biblischen Vornamen Jakob zurück. Gerufen wurde ich aber immer schon Benny“, sagt der Priester. Aufgewachsen mit sieben Geschwistern in einer christlich aktiven Familie sei in ihm schon früh der Wunsch entstanden, sich in den Dienst der Kirche zu stellen. Nach seinem Schulabschluss trat Pater Benny mit 16 Jahren dem indischen Karmeliterorden bei. Nach seiner Priesterweihe war der junge Mann drei Jahre lang als Missionar in Nordindien tätig. Dort fragte ihn sein Provinzoberer, ob er sich vorstellen könne, nach Deutschland zu gehen? Der Karmeliterorden hat um die 2.500 Mitglieder, die in mehr als 40 Ländern tätig sind.
Gerne in Meppen gelebt
„Von Deutschland kannte ich Boris Becker, Steffi Graf - und sonst nicht viel“, schildert der Geistliche. Doch er war offen für sein neues Einsatzland. Heute noch weiß Pater Benny, wie er im Jahr 2006 am Tag vor Heiligabend auf dem Flughafen in Frankfurt landete. 33 Jahre alt war er damals. Er kam allein aus Indien, wurde aber sofort von einem Mitbruder in Empfang genommen. Erst einmal lernte Pater Benny vier Monate lang Deutsch an der Akademie Klausenhof im westfälischen Dingden. Ab 2007 versah er seinen geistlichen Dienst in der emsländischen Gemeinde Twist. Dem Emsland blieb Pater Benny treu. Zunächst war der Inder fünf Jahre lang an der Propsteikirche in Meppen tätig. Die vergangenen elf Jahre gehörte er zur katholischen Pfarrgemeinde im Meppener Stadtteil Esterfeld.
„Meppen zu verlassen, war für mich nicht so einfach“, sagt der neue katholische Pfarrer. Das Emsland sei schön, er habe dort gerne gelebt. Doch auch für den Umzug ins ostfriesische Langholt war der Inder offen, nachdem ihn das Personalreferat des Osnabrücker Bischofs Dominicus Meier im Frühjahr 2025 auf die Stelle der Pfarreiengemeinschaft Overledingerland berufen hatte.
Mit Diakon Jürgen Scholz bekannt
Zum einen waren dort bereits zwei andere Brüder seiner Ordensgemeinschaft gewesen, die beide gute Erfahrungen gemacht hatten: Pater Lukas, der heute in Peru lebt, sowie Pater Dominik, der mittlerweile in Twist ist.
Außerdem kannte Pater Benny bereits ein Mitglied des Pastoralteams der Pfarreiengemeinschaft Overledingerland: Diakon Jürgen Scholz, der dort als Pfarrbeauftragter im Einsatz ist, stammt gebürtig aus Meppen und hatte sogar der Kirchengemeinde angehört, in der Pater Benny tätig war. Die beiden Männer freuen sich, dass sie nun als Kollegen zusammenarbeiten. Auch das dritte Mitglied des Pastoralteams, Gemeindereferentin Ruth Denkler hat der neue Pfarrer inzwischen kennengelernt. Vor wenigen Tagen ist Pater Benny ins Pfarrhaus nach Langholt gezogen, das sich neben der Bonifatiuskirche befindet. „Es ist eine Berufung“, erklärt der Geistliche.
Einmal im Jahr geht es nach Indien
Was ihm im Südkreis Leer besonders gut gefällt: „Alle Leute grüßen hier freundlich mit Moin“, hat der Inder festgestellt. Das sei offener als im Emsland. Dort sage man zwar auch Moin, allerdings nicht zu jedem, der einem begegne.
Privat gehe er gerne spazieren, schildert Pater Benny, und sein Rad habe er auch mitgebracht. Einmal im Jahr besuche er seine Familie in Indien. Seine Eltern sind schon verstorben, aber seine sieben Geschwister leben alle noch dort.
Im Südkreis wird Ökumene gelebt
Nun möchte Pater Benny zunächst einmal seine beiden Gemeinden kennenlernen. Sein Schwerpunkt ist die Liturgie. „Ich möchte meinen Glauben leben und bezeugen“, so der Pfarrer. Eine Besonderheit, die es in Meppen so nicht gab, ist die gute ökumenische Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche. Die findet gleich in zwei Ökumenekonferenzen statt, die eine in Rhauderfehn, die andere in der Gemeinde Westoverledingen „Im Vergleich dazu sind wir kleiner“, stellt Pfarrbeauftragter Scholz fest.
„Ich freue mich sehr, dass ich hier bin“, versichert Pater Benny. Er sehe voller Vorfreude „vielen gute Begegnungen und Gesprächen mit Gemeindemitgliedern entgegen sowie der Zusammenarbeit mit dem Pastoralteam.
Vorgänger nur ein halbes Jahr im Amt
Vakant gewesen war die Pfarrstelle in Langholt und Flachsmeer, nachdem Pastor Torsten Brettmann Anfang 2024 nach zehnjähriger Amtszeit nach Bremen beordert worden war.