Jahrzehntelanges Engagement Karl-Peter Schramm erhält Willy-Brandt-Medaille
Karl-Peter Schramm ist von der SPD geehrt worden. Weggefährten würdigten seinen Einsatz für die Sozialdemokratie – besonders in einer Zeit, in der dies in Südoldenburg nicht selbstverständlich war.
Saterland - Für sein jahrzehntelanges, herausragendes Engagement in der Sozialdemokratie ist Karl-Peter Schramm mit der Willy-Brandt-Medaille geehrt worden – der höchsten Auszeichnung, die die SPD an ihre Mitglieder vergibt. Während einer Sitzung des SPD-Ortsvereins Saterland im Saterländer Hof in Ramsloh überreichte der Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff aus Pewsum die Medaille persönlich an den 75-Jährigen. Neben zahlreichen Parteimitgliedern nahmen auch die ehemalige Landtagsabgeordnete Renate Geuter und Schramms langjähriger Weggefährte, der ehemalige Bundestagsabgeordneter Günter Graf an der Feierstunde teil. Eingeladen zu der Feierstunde hatten Carsten Ambacher, Rita Altrogge und Henning Stoffers vom Ortsverein.
In seiner Laudatio würdigte Saathoff das außergewöhnliche Engagement Schramms: Seit 55 Jahren ist er Mitglied der SPD. In dieser Zeit war er 35 Jahre im Rat der Gemeinde Saterland und 20 Jahre im Kreistag Cloppenburg. Zudem ist er langjähriges Mitglied im Minderheitenrat in Berlin. Für seine Verdienste wurde Schramm bereits mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. „Karl-Peter Schramm hat sich über Jahrzehnte unermüdlich für die Menschen im Saterland eingesetzt und dabei stets die Werte der Sozialdemokratie gelebt“, betonte Saathoff.
Auch Renate Geuter, frühere Landtagsabgeordnete aus Markhausen, unterstrich im Gespräch mit dieser Redaktion die Bedeutung der Ehrung: „Es war überfällig, dass wir Karl-Peter Schramm die Medaille überreicht haben. Er hat über Jahrzehnte die Sozialdemokratie im Nordkreis Cloppenburg mitgeprägt. Ich habe viele Jahrzehnte mit ‚Kalle‘ zusammengearbeitet. Als er angefangen ist, war es im Oldenburger Münsterland nicht selbstverständlich, sich für die Sozialdemokraten einzusetzen. Es war nicht so einfach, da brauchte man schon Rückgrat. Kalle hat sich immer zu den sozialdemokratischen Werten bekannt, darum hat er diese Auszeichnung verdient.“
Er hat sich unter schwierigen Bedingungen für die Partei eingesetzt
Auch Günter Graf, von 1987 bis 2002 SPD-Bundestagsabgeordneter, gratulierte seinem langjährigen Weggefährten. Der 83-Jährige, der früher in Friesoythe lebte und heute in Dötlingen wohnt, bestätigte die Worte von Renate Geuter: Im streng konservativen Südoldenburg sei es vor Jahrzehnten alles andere als selbstverständlich gewesen, sich offen zur SPD zu bekennen. „Kalle und seine Ehefrau Elisabeth haben sich immer dazu bekannt und offen die sozialdemokratischen Werte vertreten. Kalle hat keine Bange gehabt“, sagte Graf. „Er gehörte zu den Leuten, die sich unter schwierigen Bedingungen für die Partei eingesetzt haben.“ Gerade in den 1970er und 1980er Jahren sei das für viele nicht einfach gewesen. Während Beamte wie Schramm, der als Lehrer arbeitete, und Graf selbst als Polizeibeamter beruflich wenig zu befürchten hatten, hätten Angestellte in der Privatwirtschaft oft mit Nachteilen bis hin zur Entlassung rechnen müssen, wenn sie sich politisch für die SPD engagierten. „Wir haben uns nicht ins Bockshorn jagen lassen“, betonte Graf.
Weiterhin mit dem Saterland verbunden
Karl-Peter Schramm lebte mit seiner Familie viele Jahrzehnte in Scharrel im Saterland. 2021 zog er mit seiner Ehefrau Elisabeth Schramm in seine Geburtststadt Oldenburg. Dem Saterland sind beide weiterhin verbunden, unter anderem gehören sie dem Heimatverein Seelter Buund an. Karl-Peter Schramm vertritt zudem die Saterfriesen im Minderheitenrat in Berlin.