Rhauderfehner Bauhof Ärger über Müll, zugeklebte Schilder und Gullydeckel-Klau
Die Mitarbeiter des Bauhofs beklagen, dass Bürger immer häufiger illegal Dreck hinterlassen. Für Unmut sorgt auch ein fieser Trend.
Rhauderfehn - Der Ärger wächst mit dem Müllberg: Immer häufiger müssen die Mitarbeiter des Rhauderfehner Bauhofs den illegal verursachten Dreck der Bürger wegräumen. Im Fokus: wilde Müllkippen, Sticker auf Schildern und geklaute Gullydeckel. Auf der Homepage der Gemeinde und in den Sozialen Medien wendet sich der Bauhof nachdrücklich an die Bürger.
Verunreinigungen habe es immer schon gegeben, aber die Fälle häuften sich stark, erklären Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller und Bauhofleiter Frank Kappernagel. „Das Thema Aufkleber ist kürzlich auch im Ortsrat Langholt angesprochen worden. Die Schilder an der Landesstraße waren zunehmend betroffen.“
Hausmüll wird einfach danebengestellt
Auch die wilden Müllkippen würden mehr und mehr – und zwar sowohl im großen wie im kleinen Stil. Im vergangenen Jahr mussten die Bauhofmitarbeiter an Dutzenden Stellen illegal an Straßenrändern und in der Natur entsorgten Müll einsammeln. Alltäglich ist schon, dass rund um Containerstandorte und an Mülleimern einfach Hausmüll abgestellt wird.
Rund 195 Mülleimer gebe es im Gemeindegebiet, erzählen Udo Haskamp und Holger Brandt. Die beiden Bauhofmitarbeiter sind für deren Leerung zuständig. „Im Zentrum fahren wir die Mülleimer zweimal in der Woche an: montags und freitags. Die sind immer voll“, sagen die beiden. Und nicht nur das: Auch um die Mülleimer herum liegt oft Unrat verteilt: „Pizzakarton und Pizzareste, Flaschen, Getränkedosen“, zählen Haskamp und Brandt auf. Allzu oft stellen aber auch Menschen einfach ihren Hausmüll neben dem vollen Mülleimer ab.
Sticker kleben überall in Rhauderfehn
„Der Spruch trifft es: Überall, wo ein Haufen ist, kommt was dazu. Das gilt für Menschen, Geld und Müll“, sagt Bürgermeister Geert Müller. Und offensichtlich auch für Sticker. Fieser Trend: Die Sticker von Fußballclubs, Läden, Veranstaltungen oder mit Sprüchen kleben in Rhauderfehn mittlerweile überall. Anscheinend hätten einige Fehntjer solche Aufkleber immer in der Tasche, so Ludger Böning: „Die kleben überall. Auf Mülleimern, in den Schutzhütten, am Tor der Bühne am Markt... Vor allem aber an Straßenschildern“, so Böning. Und dort können sie, neben Arbeit, auch richtig Ärger verursachen: „Ist zum Beispiel ein Verkehrszeichen nicht mehr richtig zu lesen, hat das auch rechtliche Konsequenzen.“
Die Entfernung der Sticker sei mitunter schwierig. Gerade an den Verkehrsschildern dürfe die Oberfläche nicht beschädigt werden. „Da kann man nicht mit dem Kratzer oder scharfen Putzmitteln ran“, sagt Böning. Unter Umständen müsse das Verkehrszeichen ausgetauscht werden. „Und das kostet.“
Gullys haben Schrottwert
Richtig heikel wird es beim Thema Gullydeckel-Klau. „Da hatten wir aktuell zwei Fälle in zwei Wochen“, sagt Bürgermeister Geert Müller. Zum einen wurde ein Gullydeckel auf der Bundesstraße 438 (Untenende) entwendet. Dort zum Glück kanalseitig in der Rinne, also nicht direkt in der Fahrbahn. Ein weiterer Gullydeckel sei in der Straße am Deich geklaut worden. „Dort, wo die Radfahrer fahren. Da hätte also durchaus ein Mensch zu Schaden kommen können“, sagt Müller. Die Gemeinde geht davon aus, dass die Deckel wegen des Schrottwerts geklaut werden. „Die sind aus massivem Eisen.“
Für die Gemeinde ist das doppelt problematisch, denn sie muss nicht nur die Deckel ersetzen: „Wenn jemand stürzt, sind wir möglicherweise sogar haftbar zu machen – wenn wir nicht nachweisen können, dass wir regelmäßig kontrolliert haben.“ Deshalb sei die Kommune hierbei auch auf die Hilfe der Bürger angewiesen. Man wolle nicht zur Petzerei aufrufen, aber: „In solchen Fällen brauchen wir konkrete Hinweise. Wenn fortgesetzt an einer Stelle immer wieder etwas passiert oder eine gefährliche Situation entsteht, wie durch die fehlenden Gullydeckel, dann sollte man uns direkt benachrichtigen.“
Auf der Gemeinde-Homepage und in den Sozialen Medien appelliert der Bauhof an die Bürger – und ermahnt sie gleichzeitig. Denn: Wird ein Übeltäter erwischt, drohen durchaus Strafen.