Häuschen am Ostfriesland-Wanderweg Neue Schutzhütte erinnert an Geschichte der Kleinbahn
Mit Herzblut und Eigenleistung entstand in Rhauderfehn ein neuer Rastplatz für Ausflügler. Die Schutzhütte am Wanderweg in der Optik des früheren Fehntjer Bahnhofs verbindet Geschichte und Gegenwart.
Rhauderfehn - Am Freitagnachmittag nahm die Gemeinde Rhauderfehn offiziell die neugebaute Schutzhütte in Betrieb, die an der Ecke Neuer Weg / Ostfriesland-Wanderweg steht. Im Beisein der Bauhofmitarbeiter, die das Häuschen errichtet hatten, Vertretern der am Bau beteiligten Handwerksbetriebe, Kommunalpolitikern sowie Vertretern der Gemeindeverwaltung stellte Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller mit einer Rede auf Platt die Schutzhütte offiziell in Dienst.
Die Gruppe Fehntheater spielte eine historische Szene aus dem Anfangsjahr der Kleinbahn 1912 aus der Feder und unter Regie von Hinrich Heselmeyer. Moderiert wurde die amüsante Kostümszene vom Vorsitzenden Harm Evers. Beteiligt waren an dem Spiel Elvira Duken, Heike Heselmeyer sowie Monika und Hartmut Hauer.
Es gab 1912 Gegner und Befürworter der Kleinbahn
Dabei wurde deutlich, dass es auch damals auf dem Fehn Menschen gab, die mit der Zeit gingen und sich über die Schmalspurbahn freuten, die mit 40 Stundenkilometer unterwegs war, während andere sich fragten, warum nach dem Qualm durch Moorbrennen, der eben erst verraucht war, nun ein metallenes Monstrum für Rauch und Gestank sorgen sollte.
Optisch orientiert sich die neue Schutzhütte am ehemaligen Bahnhofsgebäude der Kleinbahn.
Bauhof mauerte die Schutzhütte auf
Für den Bau hatte die Gemeinde einen Etat von 16.000 Euro eingeplant, wie Bürgermeister Müller auf Nachfrage mitteilte. Möglich gewesen sei der Bau mit diesem Budget allerdings nur, weil die Bauhofmitarbeiter neben ihren üblichen Aufgaben viele Arbeitsstunden in den Bau des Häuschens investiert haben. Den Dachstuhl aufgesetzt und mit Ziegeln bedeckt hat der Zimmereibetrieb von Werner Haak aus Ostrhauderfehn, die Fenster lieferte Fenestra Nordwest aus Rhaudermoor.
Zu Jahresbeginn hatte der Bauhof damit begonnen gehabt, die Büsche am Standort der Schutzhütte zu roden. Im Frühjahr waren die Bauarbeiten gestartet. Der Bürgermeister dankte in seiner Eröffnungsrede ausdrücklich dem direkten Nachbarn Heiko Lietz, der einer Baulast zugestimmt hatte, damit die Gemeinde Rhauderfehn das Schutzhäuschen an dessen jetzigem Standort errichten konnte.
Unterstand für Wanderer und Radfahrer
Die historische Kleinbahnstrecke Ihrhove-Westrhauderfehn, zu der der Bahnhof gehörte, war von 1912 bis 1974/75 in Betrieb. Sie prägte die Region über Jahrzehnte. Das frühere Bahnhofsgebäude stand jedoch nicht an dem Standort, den jetzt der Rastplatz einnimmt, sondern rund 200 Meter weiter südlich auf dem Gelände des VLL-Busbahnhofs.
Die Schutzhütte bietet künftig Wanderern und Radfahrern Schutz und Rastmöglichkeit an der beliebten Strecke und ist zugleich ein liebevoll gestaltetes architektonisches Erinnerungsstück.
Nach Ideen des Fördervereins Touristik gebaut
Zur feierlichen Einweihung versammeln sich zahlreiche Mitwirkende, die dieses Projekt mit viel Herzblut begleitet haben: Der Ausschuss „Touristik und Märkte“, der Bürgermeister, die Nachbarn, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Rhauderfehn sowie der Förderverein Touristik Rhauderfehn, dessen Initiative und Ideen maßgeblich zur Umsetzung der Schutzhütte beigetragen haben.