Fläche liegt seit Jahren brach  Saterländer haben Pläne mit ehemaligem Autohaus in Rhauderfehn

| | 23.07.2025 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Fläche an der 1. Südwieke liegt schon seit Jahren brach. Der Besitzer hat aber Pläne. Foto: Marion Janßen
Die Fläche an der 1. Südwieke liegt schon seit Jahren brach. Der Besitzer hat aber Pläne. Foto: Marion Janßen
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Das Gelände an der 1. Südwieke gehört Ansgar und Magnus Perk – schon seit 2021. Richtig vorwärts geht es dort aber nicht. Warum ist das so?

Rhauderfehn - Jede Gemeinde hat Bereiche, die nicht so schön aussehen. Meist bilden sich solche etwas „schmuddelige“ Ecken an Leerständen. Viel machen können Kommunen dagegen nicht. „Man kann höchstens an die Besitzer appellieren“, so Michael Taaks, Bauamtsleiter der Gemeinde Rhauderfehn. Eingreifen könne man ordnungsrechtlich aber nur, wenn beispielsweise Dinge auf die Straße oder den Gehweg zu stürzen drohen. „Ansonsten ist das ganz schwierig.“

Ein Leerstand, der seit vielen Jahren brach liegt, ist in der Gemeinde Rhauderfehn das ehemalige Autohaus Nee an der 1. Südwieke in Westrhauderfehn. Anders als an manch anderem Leerstand besteht hier aber die Hoffnung, dass sich mittelfristig etwas tut.

Fläche gehört Saterländern

„Wir haben unterschiedliche Ideen für das Gelände. Die werden von einem Architekten geprüft“, so Magnus Perk.

Die Brüder Ansgar und Magnus Perk aus Saterland hatten die Fläche 2021 gekauft. Das bestätigte Magnus Perk damals auf Anfrage. Und: Mit ihrer Heizungs-, Tief- und Rohrleitungsbau-Firma in Strücklingen habe der Kauf nichts zu tun, betonte er. Man habe aber verschiedene Ideen.

Seit vier Jahren tut sich nichts

Seitdem sind vier Jahre ins Land gegangen. Die Fläche wurde eingezäunt und wird immer mal wieder vom Wildwuchs befreit. Mittlerweile gehört auch das links vom Nee-Gelände liegende Wohnhaus mit Grundstück zur Perk-Fläche. Es ist mit eingezäunt worden.

Mittlerweile wurde auch das Nachbargrundstück mit einem leerstehenden Wohnhaus darauf eingezäunt. Foto: Marion Janßen
Mittlerweile wurde auch das Nachbargrundstück mit einem leerstehenden Wohnhaus darauf eingezäunt. Foto: Marion Janßen

Einige Ideen seien nicht genehmigungsfähig gewesen und fielen deshalb raus, so Perk auf Anfrage der Redaktion. Im Moment sei man in der Diskussion und führe Gespräche mit der Gemeinde Rhauderfehn und dem Landkreis Leer. „Das Thema beschäftigt uns allerdings auch nicht jeden Tag“, schränkt Perk ein. Zuerst müsse das Projekt in Strücklingen beendet werden. Dort entsteht ein Wohn- und Geschäftshaus, in dem das Unternehmen Schulte-Perk auch selbst Büroräume beziehen will.

Wohnbebauung anvisiert

Man wolle danach neue Ideen für Rhauderfehn unterbreiten. Wichtig sei, dass die Planung ins Bild passe und wirtschaftlich sei. „Da jetzt abzureißen und nur eine Rasenfläche anzulegen, wäre es nicht“, so Magnus Perk. Gewerbeflächen haben die Strücklinger nicht im Sinn. „Die Überlegungen gehen in Richtung Wohnbebauung. Da müssen wir schauen, ob das gewünscht ist.“

Zusammen haben die ehemalige Autohaus-Fläche und das mit einem Wohnhaus bebaute Nachbargrundstück eine beachtliche Größe. Foto: Marion Janßen
Zusammen haben die ehemalige Autohaus-Fläche und das mit einem Wohnhaus bebaute Nachbargrundstück eine beachtliche Größe. Foto: Marion Janßen

Bei der Gemeinde Rhauderfehn hat man das Gelände an der 1. Südwieke auf dem Schirm. „Ich habe hier eine Mappe, in der die einzelnen Dinge, die besprochen wurden, drin liegen“, sagt Michael Taaks. „Von Seiten des Eigentümers ist aber noch nicht entschieden worden, was sie da machen wollen.“ Vom Bebauungsplan her könne im vorderen Bereich der Gebäudebestand abgerissen und die Fläche neu bebaut werden. Einzeilig, mit einem Vollgeschoss und einem ausgebauten Obergeschoss. „Die Fläche ist groß, da passen durchaus auch größere Objekte hin“, so Taaks. Eine solche Bebauung sei mit dem Landkreis vorabgestimmt worden. Sie wäre auch ohne Bauleitplanung möglich. Falls der Besitzer überlege, die Fläche auch rückwärtig, weitläufiger zu nutzen, gehe das nur über eine Bauleitplanung. „Wenn ein vernünftiges Konzept vorliegt, würden wir das der Politik vorlegen. Wir haben kommuniziert, dass wir uns vorstellen können, da mitzugehen“, so Taaks.

Autohaus, Tafel, Käsekönig

Das Autohaus Nee an der 1. Südwieke wurde schon vor Jahrzehnten aufgegeben. 2006 zog die Rhauderfehner Tafel ein, bis der Träger, der Arbeitskreis Schule Rhauderfehn (AKSR), in Klostermoor die Alte Schule kaufte und 2015 dort einzog. Seitdem waren die Gebäude in Rhauderfehn sporadisch vermietet, unter anderem an den sogenannten Käsekönig. Der Niederländer flog im Mai 2020 als Hochstapler auf und sitzt seitdem in Haft.

In dem vorderen Gebäude mit den riesigen Schaufenstern war eine Zeit lang die Rhauderfehner Tafel untergebracht. Die zog 2015 aus. Foto: Marion Janßen
In dem vorderen Gebäude mit den riesigen Schaufenstern war eine Zeit lang die Rhauderfehner Tafel untergebracht. Die zog 2015 aus. Foto: Marion Janßen

Im Oktober 2020 monierte Theo Reemts im Rat, dass das Gelände immer weiter runterkomme: kniehohes Unkraut, Müllsäcke und Müllhaufen, offene Garagen- und Werkstatt-Tore böten einen unschönen Anblick. Kurz danach wurde die Fläche von Ansgar und Magnus Perk gekauft und vom Unrat befreit.

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