Die nächste Hecke brannte Brandserie in Rhaudermoor geht weiter
Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Brände absichtlich gelegt wurden. Die Hecke, die am Samstag brannte, musste schon mehrmals gelöscht werden.
Rhauderfehn - Gegen 0.30 Uhr startete der Alarm: Die Feuerwehr Rhaudermoor wurde in der Nacht zu Sonntag, 20. Juli, zu einem Heckenbrand gerufen. Es war bereits gut und gerne das zehnte Mal innerhalb von nur zwei Monaten, wie Rhaudermoors Ortsbrandmeister Hauke Bohlen erklärt. Auch an der Adresse waren die Helfer nicht das erste Mal: Die Hecke am Wichtelweg – einem Stück Wanderweg entlang des Rhaudermoorschloots beim Hinrich-Stuart-Weg – habe man bereits mehrfach löschen müssen.
Mit zwölf Leuten war die Feuerwehr in dieser Sonnabendnacht vor Ort. Die Einsatzkräfte brachten das Feuer relativ zügig unter Kontrolle. Glück für die Nachbarn an der Brandstelle. Einer seiner Leute habe bei der Anfahrt schon den Funkenflug gesehen, so Bohlen. Es habe auch eine größere Rauchentwicklung gegeben. Rund zehn Meter Hecke hätten lichterloh gebrannt. Ein Übergreifen der Flammen konnte verhindert werden.
Mitte Mai war der erste Fall in Rhaudermoor
Der Brand ist der jüngste in einer ganzen Reihe von Heckenbränden, die seit zwei Monaten in Rhaudermoor für Aufsehen sorgen. Los ging es Mitte Mai, so der Ortsbrandmeister. In der Feuerwehr gehe man davon aus, dass die Brände absichtlich gelegt werden. „Von den Uhrzeiten her ist das verdächtig“, so Bohlen. Tagsüber könne es schon mal vorkommen, dass jemand beim Unkraut-Abflämmen aus Versehen eine Hecke entzünde. Die Alarmierung zu den Bränden in Rhaudermoor kamen aber alle in den späten Abendstunden. Auch die Menge der Brände sei nicht normal. „Wenn das mal vereinzelt vorkommt, könnte man denken, da hat jemand seine Zigarettenkippe weggeschmissen und den Brand ausgelöst. Aber bei der Häufung und in dem Radius...“
Für die freiwilligen Einsatzkräfte – auch die Feuerwehr Westrhauderfehn rückt im Normalfall mit aus – bedeuten die Brände eine Menge Mehrarbeit. „Normalerweise haben wir im Schnitt 20, 25 Einsätze im Jahr“, sagt Bohlen. Jetzt waren es zehn Heckenbrände in zwei Monaten plus die „normalen“ Einsätze. „Am letzten Sonnabend waren wir tagsüber schon einmal ausgerückt zu einer Tragehilfe für den Rettungsdienst. Und dann kam nachts der Brand dazu.“
Zwischendurch war es ruhiger
Dabei hatten die Feuerwehrleute gehofft, dass in Rhaudermoor endlich Ruhe ist. „Am Anfang lagen die Brände so dicht beieinander, da waren wir fast drauf eingestellt. Aber dann war etwas Ruhe, bis es nun wieder losging.“
In den sozialen Medien brachten Bürger wegen der Brände ihre Sorgen zum Ausdruck. Moniert wird dort auch die „fehlende Polizeipräsenz“ am Abend und nachts. Die Dienststelle in Rhauderfehn ist nämlich nicht rund um die Uhr besetzt. Ab dem frühen Abend müssen die Beamten aus Leer ausrücken.
Vorsicht bei Videoüberwachung
Die Polizei sei bei allen Vorkommnissen vor Ort gewesen, erklärt Vanessa Lepper, Sprecherin der Polizeiinspektion Leer-Emden. Mehr könne sie wegen der laufenden Ermittlungen dazu nicht sagen.
Diskutiert wird im Netz auch die Möglichkeit, durch Videoüberwachung für mehr Sicherheit zu sorgen. Dazu macht Polizeisprecherin Vanessa Lepper jedoch eine klare Ansage: „Filmt man seine eigene Auffahrt, wo zum Beispiel auch der Postbote entlanggeht, muss darauf hingewiesen werden, dass der Bereich videoüberwacht ist. Öffentlicher Raum darf gar nicht gefilmt werden. Somit könnte man höchstens seinen Garten erfassen, nicht aber den Weg dahinter.“
Wem in Rhaudermoor – vor allem in den Abend- und Nachtstunden – etwas auffalle, möge sich bei der Polizei melden (Tel. 0491/976900). „Auch wenn es nicht wichtig erscheint: Man kann sich besser einmal mehr melden.“
Überblick über die Brände
In der Nacht zu Sonnabend, 17. Mai 2025, gegen 2.40 Uhr brannte in Rhaudermoor ein Holzstapel. Durch das Feuer war eine Scheibe des angrenzenden Wohnhauses geplatzt. Rauch drang ins Gebäude ein. Dies dürfte der erste Vorfall in der Serie gewesen sein.
Danach geriet am Freitag, 23. Mai, ein Stück Hecke im Bereich des Wanderweges/Alrich-Ibelings-Weg in Brand. Gegen 23.30 Uhr rückte die Feuerwehr aus.
Einen Tag später, am 24. Mai 2025, ertönte gegen 22.35 Uhr erneut der Alarm bei den Feuerwehren: Die gleiche Hecke brannte wieder.
Schon am drauffolgenden Montag, 26. Mai, waren die Feuerwehrleute gegen 21 Uhr auf dem Weg zum Ostfriesland-Wanderweg/Höhe Bahndamm unterwegs. Auf einer Länge von etwa drei Metern brannte eine Hecke.
Am Dienstagabend, 27. Mai 2025, brannte gegen 20.40 Uhr Laub in einem Busch im Bereich des Ostfriesland-Wanderweges/Bahndamm.
Am Donnerstag, 29. Mai, mussten die Feuerwehren aus Rhaudermoor und aus Westrhauderfehn gegen Mitternacht wieder ran: Auf einer Länge von rund 20 Metern stand im Hinrich-Stuart-Weg eine Hecke in Flammen.
Pfingstsonnabend, 7. Juni, gegen 22.30 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr erneut zum Wanderweg, rückseitig des Alrich-Ibelings-Wegs, gerufen. Wieder brannte ein Stück Hecke.
Am Mittwochabend, 11. Juni, gegen 21.30 Uhr ging es noch einmal zu einem Heckenbrand im Bereich des Alrich-Ibelings-Weges/Wichtelweges/Ostfriesland-Wanderweges.
Es gab eine Hausdurchsuchung
Bereits nach dem fünften Brand hatte Ina Reuwsaat, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, mitgeteilt, dass die Polizei die Ermittlungen aufgenommen hat. „Die räumliche Nähe und die Tatsache, dass die meisten Brände am späten Abend gemeldet wurden, sind schon sehr auffällig. Deshalb prüfen wir, ob es Zusammenhänge zwischen den Bränden gibt“, sagte sie damals.
Zwischenzeitlich gab es eine Hausdurchsuchung. Doch auch hierzu geben Polizei und Staatsanwaltschaft keine Auskunft.