Traf Holtriems Torwart zum 2:2? Zwei Verlierer beim verrückten Abstiegskampf-Duell in Norden
Dramatik pur auf dem Jahnplatz in Norden: In der Nachspielzeit stand Holtriems Torwart Rico Heyen im Mittelpunkt. Er wurde fast zum Doppeltorschützen und sah dann Gelb-Rot.
Norden - Ein verrücktes Abstiegskampf-Duell am Freitagabend in der Fußball-Bezirksliga zwischen dem FC Norden und dem TuS Holtriem fand keinen Sieger, sondern zwei Verlierer. So fühlten sich jedenfalls beide Mannschaften nach Abpfiff. Der TuS Holtriem konterte dem Norder 2:1-Treffer in der 90. Minute mit dem 2:2 in der 95. Minute. Doch wer war der Torschütze? „Wir streiten noch drüber“, sagt Holtriems Trainer Mario Friedrichs schmunzelnd. Mit in der Verlosung ist auf jeden Fall Keeper Rico Heyen, der dem Ball hinterher grätschte, nachdem Malte Frerichs ihn Richtung Tor bugsiert hatte.
Der aufgerückte Holtriemer Torwart hätte in der 96. Minute beinahe per Kopf sogar das 3:2 erzielt, doch fand Heyen seinen Meister im FCN-Keeper Alexander Bartels. Beim Kopf wurde Heyen ziemlich angegangen, die Holtriemer forderten Elfmeter. Doch diesen gab es nicht. TuS-Keeper Heyen konnte es nicht glauben. Fast hätte er den Siegtreffer erzielt, bekam dann den Elfmeter nicht zugesprochen und regte sich derart auf, dass er erst Gelb und dann Gelb-Rot sah.
Zwei enttäuschte Trainer
Beide Trainer äußerten sich nach Spielschluss geknickt. „Nach dem 2:2 fühlst du dich wie ein begossener Pudel und denkst, das darf nicht wahr sein. Es fühlt sich wie eine Niederlage an“, sagte FCN-Trainer Thomas Jakobs. „Das Ding musst du zu Hause ziehen, auch bei den Chancen, die wir hatten. Das einzig Positive ist, dass Holtriem fünf Punkte hinter uns bleibt.“ Auch trotz des späten Ausgleichs ist Holtriems Trainer Mario Friedrichs nicht zufrieden. „Wir hätten gewinnen müssen. Dann wären wir richtig dran an Norden gewesen. Nun haben wir noch vier Spiele, zwölf Punkte sind zu vergeben. Wir geben nicht auf“, sagte Friedrichs. Der FC Norden bleibt nun mit 26 Punkten auf dem Relegationsplatz kleben, Holtriem belegt mit 21 Zählern den ersten Abstiegsplatz.
„Wir sind ganz gut angefangen in der ersten Halbzeit und haben auch zwei wirklich gute Chancen“, schilderte Nordens Trainer Thomas Jakobs. Doch beide Male scheiterte der FCN an der Latte, erst traf Elias Tjaden nach einer Ecke per Kopf den Querbalken, dann Marek Janssen mit einem Schuss aus 20 Metern. Grundsätzlich war es ein zerfahrenes Spiel. „Man hat gemerkt, dass da sehr viel Druck drauf ist“, sagte Jakobs.
Torwart Heyen statt der Held die Tragikfigur
Zu Beginn der zweiten Halbzeit gingen die Gastgeber per Elfmeter durch Fidijas Perquku in Führung. Zuvor war Jens Bakker gefoult worden. Einen dicken Abwehrfehler der Norder bestrafte der TuS Holtriem mit dem Ausgleich durch Malte Frerichs (62.). Der zweimal durchgebrochene Janto Kosin verpasste die abermalige Norder Führung, scheiterte jeweils an Rico Heyen im Holtriemer Tor. In der 90. Minute erzielte Paul Günther dann per Kopf nach einer Janssen-Hereingabe den umjubelten 2:1-Treffer der Norder. Damit einem Sieg wäre Norden in der Tabelle zumindest vorerst an SF Larrelt/FA Wybelsum und TuRa Westrhauderfehn vorbeigezogen.
Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Die vier angezeigten Nachspielzeit-Minuten waren schon rum, da bugsierte Malte Frerichs den Ball irgendwie Richtung Tor, der aufgerückte Torwart Rico Heyen grätschte hinterher und der Ball kullerte über die Linie. „Ich konnte nicht sehen, wer am Ende das Tor gemacht hat. Ist auch egal, würde eher Malte sagen“, sagte TuS-Trainer Friedrichs. Nach dem Heyen-Kopfball und dem vermeintlichen Foul an den TuS-Keeper war dann Schluss, ehe Heyen fürs Reklamieren noch die Ampelkarte sah und nun im nächsten Abstiegskampf-Duell am kommenden Samstag gegen Schlusslicht TuS Strudden fehlen wird.
Tore: 1:0 Perquku (Foulelfmeter, 48.), 1:1 Frerichs (62.), 2:1 Günther (90.), 2:2 Frerichs (90. +5).