Jugendliche in Verdacht Bedrohung von Zustellern in Ostrhauderfehn – so reagiert die Polizei
In Ostrhauderfehn berichten Zeitungszusteller von wiederholten Angriffen durch Jugendliche. Die Polizei will Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit der Austräger zu gewährleisten.
Ostrhauderfehn - Nach der Bedrohung von Zeitungszustellern in Ostrhauderfehn hat sich jetzt die Polizei zu Wort gemeldet. Zwei Austräger hatten sich an diese Zeitung gewandt und von ihren Vorfällen berichtet. Einer der beiden, ein Zusteller aus Rhauderfehn, war zuletzt sogar für einige Tage krankgeschrieben, weil er Angst vor den Angriffen von Jugendlichen hat.
Ina Reuwsaat, Sprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, erklärte auf Nachfrage zu dem Fall des Rhauderfehner Zustellers: „Uns wurde mitgeteilt, dass in der Vergangenheit bereits mehrere dieser Vorfälle durch den Zeitungsausträger gemeldet wurden, welche auch entsprechend aktenkundig gemacht wurden. In keinem der gemeldeten Fälle konnten jedoch Jugendliche festgestellt werden.“ Bereits Anfang der vergangenen Woche (16. Kalenderwoche) sei seitens der Polizei Kontakt zu dem Zeitungsausträger aus Rhauderfehn aufgenommen worden. „Es wurden Einzelabsprachen mit ihm vereinbart. Es besteht somit bereits ein direkter Kontakt und stetiger Austausch mit ihm“, so Reuwsaat. Weiterhin werde in dem Bereich, in dem er die Zeitung austrägt, in der nächsten Zeit häufiger Streife gefahren.
Die Angst der Zusteller
Der Austräger aus Rhauderfehn, der regelmäßig den General-Anzeiger und die Ostfriesen-Zeitung verteilt, schildert, dass er seit Herbst 2024 immer wieder von Jugendlichen verbal angegriffen und verfolgt wird. Diese Vorfälle häufen sich besonders während der Ferienzeiten und ereignen sich meist zwischen 2 und 4 Uhr morgens. Der jüngste Vorfall ereignete sich am 14. April 2025, als er mit gestohlenen Deko-Artikeln beworfen wurde. Aus Angst vor weiteren Angriffen hat er seine Arbeitsweise geändert und fährt nun gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin im Auto, anstatt wie gewohnt mit dem Fahrrad. Zudem hat er sich mit Pfefferspray und einer Alarmsirene ausgestattet, um sich besser schützen zu können. Er hat den Eindruck, dass die Jugendlichen gezielt auf ihn lauern, da sie seine Route und Arbeitszeiten kennen.
Eine weitere betroffene Zustellerin aus Ostrhauderfehn berichtet von einer bedrohlichen Begegnung in der Nacht vom 18. auf den 19. August 2024. Während sie mit ihrem Roller unterwegs war, sprang plötzlich jemand vor ihr Fahrzeug und beleidigte sie. In Panik flüchtete sie zu einer Abonnentin ins Haus. Diese Erfahrung hat sie so verängstigt, dass sie sich in den folgenden Monaten nicht mehr traute, alleine die Zeitungen auszutragen. Ihr Mann begleitete sie daher regelmäßig mit dem Roller. Seit Januar 2025 versucht sie, wieder häufiger alleine zu arbeiten, jedoch stets mit einem mulmigen Gefühl. Sie hat sich ebenfalls mit Abwehrspray ausgestattet und vermeidet Strecken, auf denen sie Jugendliche sieht. An Samstagen wird sie weiterhin von ihrem Mann begleitet, da sie die Situation als zu gefährlich empfindet.