Zeitungsausträger verängstigt Jugendliche bedrohen Zusteller in Ostrhauderfehn
In Ostrhauderfehn werden Zeitungsausträger von Jugendlichen bedroht und verfolgt. Beide haben inzwischen Vorkehrungen getroffen, um sich zu schützen.
Ostrhauderfehn/Rhauderfehn - Mehrere Jugendliche versetzen seit Monaten Zeitungsausträger in Ostrhauderfehn in Angst und Schrecken. Ein Zusteller sowie eine Zustellerin haben sich bei dieser Zeitung gemeldet und von ihren Vorfällen berichtet. Beide wollen zu ihrem eigenen Schutz namentlich nicht genannt werden.
„Ich werde seit Monaten gemobbt, verbal bedroht und drangsaliert.“ Das sagt ein Zeitungsausträger aus Rhauderfehn, der von Montag bis Samstag den General-Anzeiger sowie die Ostfriesen-Zeitung in Ostrhauderfehn verteilt. Die erste Begegnung mit den jungen Leuten habe es im Herbst 2024 gegeben, wo er von ihnen beleidigt worden ist. Seitdem gibt es immer wieder solche Vorfälle. „Ich fahre nachts zum Austragen mit dem Rad von Rhauderfehn nach Ostrhauderfehn. Dort werde ich regelmäßig verfolgt. Auch Tritte gegen mein Rad hat es gegeben“, sagt der Austräger. Auffällig: Die Taten würden sich immer in den Ferien ereignen. Tatzeitpunkt ist zwischen 2 und 4 Uhr.
Den jüngsten Vorfall habe es am Montag, 14. April 2025, gegeben. „Dort wurde ich in Ostrhauderfehn mit Deko-Artikeln beworfen, die die Jugendlichen aus Gärten gestohlen hatten“, berichtet er. In den Tagen darauf sei er aus Angst nicht mehr mit dem Rad zum Austragen gefahren. „Meine Lebensgefährtin hat das zusammen mit mir mit dem Auto gemacht“, sagt er. Zuletzt sei er sogar einige Tage krangeschrieben gewesen.
Pfefferspray und Alarmsirene gekauft
Schon häufiger habe der Rhauderfehner nachts die Polizei gerufen. „Doch es hat 15 bis 20 Minuten gedauert, bis die da war. Da sind die Jugendliche über alle Berge.“ Um sich künftig besser zu schützen, wird er Pfefferspray und eine Alarmsirene mitnehmen. „Ich habe das Gefühl, dass mir die Jugendlichen bewusst auflauern, weil sie wissen, wann und wo ich unterwegs bin“, sagt der Rhauderfehner.
In großer Angst verteilt auch eine Ostrhauderfehnerin seit mehreren Monaten die Tageszeitungen. Ausschlaggebend dafür war eine Begegnung mit drei Jugendlichen, die sie in der Nacht von 18. auf den 19. August 2024 in Ostrhauderfehn erlebt har. Die Frau berichtet: „Ich bin mit meinem Roller gefahren. Es war stockdunkel. Plötzlich ist jemand vor den Roller gesprungen und hat mich übel beleidigt. Ich konnte flüchten. Als ich später dort wieder entlanggefahren bin, weil ich dort noch zustellen musste, kamen drei Jugendliche auf mich zu. Ich bin vor Angst zu einer Abonnentin ins Haus geflohen“, sagt die Ostrhauderfehnerin, die seit mehr als 16 Jahren den GA und die OZ austrägt.
„Nicht mehr getraut, alleine auszutragen“
In den darauffolgenden Monaten habe sie sich nicht mehr getraut, alleine die Zeitungen auszutragen. „Mein Mann ist immer mit dem Roller hinterhergefahren“, berichtet sie. Seit Januar 2025 ist sie zwar wieder häufiger alleine unterwegs, doch immer mit einem mulmigen Gefühl. „Wenn ich Jugendliche sehe, dann fahre ich zunächst eine andere Strecke. Zudem habe ich mir Abwehrspray besorgt. Und samstags fährt mein Mann immer mit. Das ist zu gefährlich.“
Bei der Polizei habe sie bereits Anzeige erstattet. „Doch da ist nichts bei rumgekommen.“ Sie wünscht sich, dass die Polizei häufiger nachts Streife in Ostrhauderfehn fährt – die Dienststelle vor Ort sowie die Station in Rhauderfehn sind nämlich nachts nicht besetzt. „Wenn die Polizei nachts gerufen wird, dann dauert das zu lange,“ so die Ostrhauderfehnerin.
Die Polizei teilte am Donnerstag, 17. April 2025, auf Anfrage mit, dass sie sich Anfang dieser Woche (17. Kalenderwoche) zu den Vorkommnissen äußern wird.