Leseförderung auf dem Fehn  Detlef M. Plaisier weiter im Vorstand des Bücherboosters

| | 13.04.2025 17:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Sandra Gräfenstein-Plaisier hat den Vorsitz des Fehntjer Bücherboosters übernommen. Ihr Mann Detlef M. Plaisier, der den Vorsitz bisher innehatte, sein Amt aber hingeschmissen hatte, ist jetzt stellvertretender Vorsitzender des von ihm gegründeten Vereins. Foto: Fertig
Sandra Gräfenstein-Plaisier hat den Vorsitz des Fehntjer Bücherboosters übernommen. Ihr Mann Detlef M. Plaisier, der den Vorsitz bisher innehatte, sein Amt aber hingeschmissen hatte, ist jetzt stellvertretender Vorsitzender des von ihm gegründeten Vereins. Foto: Fertig
Artikel teilen:

Personelle Querelen machten eine Versammlung nötig. Das Vereinsbestehen stand auf dem Spiel. Nun besteht er weiter. Plaisier, der sein Amt hingeworfen hatte, ließ sich zum zweiten Vorsitzenden wählen.

Rhauderfehn - Der Fehntjer Bücherbooster bleibt als Verein bestehen. Das ist das Resultat der außerordentlichen Mitgliederversammlung, die am 9. April stattgefunden hat. Neue Vorsitzende ist Sandra Gräfenstein-Plaisier. Stellvertretender Vorsitzender ist ihr Mann, Detlef M. Plaisier. Zum Kassenwart wurde Peter Weyers gewählt. Kassenprüfer sind Eva Weyers und Horst Klostermann.

Der Grund für die außerordentliche Mitgliederversammlung waren schwere Querelen im Vorstand - kein Jahr nach Gründung des Vereins. Bei der Mitgliederversammlung Ende Februar hatte der bisherige Vorsitzende Detlef M. Plaisier, der den Verein auch initiiert hatte, sein Amt hingeschmissen mit der Begründung, die gesamte Vorstandsarbeit würde auf seinen Schultern lasten.

Viel Kritik an Zusammenarbeit mit Plaisier

Der Vorwurf war in Richtung des 2. Vorsitzenden Dierk Bent Piening gegangen. Der hatte sein Amt daraufhin ebenfalls zur Verfügung gestellt und war aus dem Verein ausgetreten.

Das dritte Vorstandsamt des Kassenwartes war zu diesem Zeitpunkt bereits seit Monaten vakant. Die ursprünglich gewählte Amtsinhaberin hatte das Amt am 12. August 2024 zur Verfügung gestellt, ihr Nachfolger am 30. Dezember 2024 – beide „mit sofortiger Wirkung“. Wie Beide dieser Redaktion seinerzeit erklärten, hätten dafür sachliche, vor allem aber menschliche Gründe den Ausschlag gegeben. Diese hatten sie ausschließlich an der Person des ersten Vorsitzenden festgemacht.

Verein bekam Fördergeld

Bei der Versammlung am 9. April wollten die Vereinsmitglieder einen neuen Vorstand wählen. Wäre eine Neuwahl nicht zustandegekommen, hätte über eine Auflösung des Vereins und die Bestellung eines Liquidators entschieden werden müssen.

Das E-Center am Hagiusring in Rhauderfehn ist einer von mittlerweile sechs Standorten für die Bücherschränke des Fehntjer Bücherboosters. Foto: Fertig
Das E-Center am Hagiusring in Rhauderfehn ist einer von mittlerweile sechs Standorten für die Bücherschränke des Fehntjer Bücherboosters. Foto: Fertig

Denn der Verein hat Fördergeld eingeworben. 250 Euro gab es von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Davon wurden Bücher in spanischer und französischer Sprache als Lektüre für Geflüchtete angeschafft für den Bücherschrank in der Diakoniestation Rhauderfehn. 500 Euro stellt die Volksbank Westrhauderfehn aus dem Erlös ihres Gewinnsparens zur Verfügung. Mit dem Geld sollen Bücherregale für weitere Standorte gekauft werden. Die Summe ist zweckgebunden und muss bis 30. Juni verwendet worden sein.

Leseförderung als Herzensanliegen

Detlef M. Plaisier äußerte sich dazu, warum er sich nun als zweiter Vorsitzender weiterhin im Vorstand engagiert. Die 14 Mitglieder, die dem Verein angehören, hätten sich zwischen den beiden Versammlungen formlos getroffen, um zu überlegen, wie man den Verein aufrechterhalten könne. Bei dieser Gelegenheit wurde klar, so Plaisier, dass seine Frau für den Vorsitz kandidieren werde, und er für den Posten als ihr Stellvertreter. So kam es, und beide wurden gewählt.

Bücher und Leseförderung seien ihnen eine Herzensangelegenheit, betont Plaisier. Seit Jahren engagiert sich das Paar dafür auf dem Fehn, veranstaltet Basare für den guten Zweck, bei dem gebrauchte Bücher angeboten werden. Der nächste findet am Sonnabend, 26. April 2025, im Rhauderfehner E-Center statt.

Weiteres ehrenamtliches Engagement

Nun wolle er die Aufgaben, die mit dem Vereinsvorsitz im Bücherbooster verbunden sind, besser untereinander aufteilen, als dies bisher der Fall war, sagt der 66-Jährige. Das Paar ist sicher: Jetzt wird das funktionieren.

Detlef M. Plaisier engagiert sich auch anderweitig ehrenamtlich. Er ist im Vorstand der lutherischen Dreieinigkeitskirchengemeinde Rhauderfehn, bietet Quizveranstaltungen für Senioren an und organisiert an diesem Wochenende mit seiner Frau im Lokal Ankerplatz ein großes Kneipenquiz.

Bücherschränke an sechs Standorten

Das laufe alles rund, sagt Plaisier, während der Bücherbooster ihm viel Arbeit und Ärger eingebracht habe. Dennoch sei er überzeugt, dass sein Einsatz dafür sinnvoll ist. Er denke nicht, dass die personellen Querelen der Vereinsarbeit geschadet haben.

Der Bücherschrank im Rhauderfehner E-Center wird gut frequentiert und regelmäßig mit frischer Lektüre bestückt. Foto: Fertig
Der Bücherschrank im Rhauderfehner E-Center wird gut frequentiert und regelmäßig mit frischer Lektüre bestückt. Foto: Fertig

Der Bücherbooster pflegt den Bestand seiner öffentlichen Bücherschränke, bestückt sie neu und sortiert aus, was nicht vermittelbar ist. Das Prinzip, dass man für jedes Buch, das man mitnehme, ein anderes hineinstelle, funktioniere zwar nicht eins zu eins, stellt Plaisier fest. Manche Leute nähmen auf einen Schlag ganz viele Bücher mit, andere hingegen brächten Mengen aussortierter Lektüre. „Aber am Ende geht es trotzdem auf.“

Verein braucht Lagerplatz

Das ist allerdings mit Arbeit verbunden. Die beiden Bücherschränke in den E-Centern Rhauderfehn und Ostrhauderfehn werden von den Mitgliedern des Bücherboosters täglich kontrolliert. Ebenfalls regelmäßig betreut werden die anderen vier Standorte im Gemeindehaus der Hoffnungskirche, der Diakoniestation, im evangelischen Gemeindehaus in Langholt und in der Teestube des Müllerhauses Hahnentange.

In der Galerie der Hahnentanger Mühle lagert der Verein auch seine Bücherkisten. Grundsätzlich sucht der Bücherbooster allerdings einen eigenen, dauerhaften Lagerplatz. Man denke an einen Container, so Plaisier. Möglich sei das allerdings nur über einen Zuschuss.

Bücherbooster sucht weitere Vereinsmitglieder

Mit der Volksbank-Spende wolle man Bücherschränke für weitere Standorte anschaffen. „Bisher sind wir vor allem im Zentrum vertreten. Nun möchten wir auch in die Fläche“, macht Plaisier deutlich. Er sei deshalb an alle Fehntjer Ortsbürgermeister herangetreten, habe aber noch keine Reaktion erhalten. Deshalb müsse man mit der Volksbank sprechen wegen einer Verlängerung der Frist, bis zu der das Geld ausgegeben sein müsse.

Was dem zweiten Vorsitzenden und seiner Frau ein dringliches Anliegen ist: „Wir brauchen wirklich Leute - 14 Mitglieder sind zu wenig“. Angesichts der Kritik, die die bisherigen Vorstandsmitglieder an der Zusammenarbeit mit ihm übten, betont Plaisier: Der Bücherbooster sei nicht an seine Person gebunden, sondern an die Idee der Leseförderung auf dem Fehn.

Ähnliche Artikel