Zwei-Spiele-Sperre Einspruch zurückgezogen – Aurich-Vorstand überstimmt Casto
Überraschende Wende in der Debatte um die Sperre von Aurich-Trainer Claudio Casto: Der Trainer wollte gegen die Sperre vorgehen, ein Gerichtsverfahren wurde eröffnet. Doch nun kommt es ganz anders.
Aurich - Darf Claudio Casto am Samstag beim Fußball-Bezirksliga-Spiel in Holtriem als Trainer der SpVg Aurich agieren oder nicht? Nach einem Hin und Her steht nun fest: Claudio Casto darf es nicht. Denn der Verein akzeptiert die Zwei-Spiele-Sperre, die der Trainer für den Verstoß gegen das Coaching-Verbot im Spiel gegen den TuS Esens (0:4) aufgebrummt bekommen hatte. Der Vorstand hat damit sozusagen den eigenen Trainer überstimmt.
Denn Claudio Casto hatte zuvor Einspruch gegen den Verwaltungsentscheid von Staffelleiter Frank Schulte (Ostrhauderfehn) eingelegt. Nachdem die nötigen Unterlagen bei Bezirkssportrichter Lennart Dornieden eingereicht worden waren, eröffnete dieser das gerichtliche Verfahren. „Bis zum Abschluss des Verfahrens darf der Trainer bei Spielen seiner Mannschaft ganz normal sein Amt ausüben“, sagte Lennart Dornieden am Freitagvormittag gegenüber unserer Zeitung. Da war also der Stand, dass Casto am Samstag auf der Auricher Trainerbank sitzen wird.
Zwei Gründe für den Einspruch-Rückzug
Doch am Nachmittag wendete sich das Blatt. „Wir haben den Widerspruch/Berufung eben nach einstimmigen Vorstandsbeschluss zurückgenommen“, teilte Geschäftsführer Stefan Wilts unserer Zeitung mit. Der Vorstand der SpVg Aurich besteht aus Ralf Dreiling, Emanuel Blessin, Steffen Reifschneider, Hendrik Poppinga und Stefan Wilts.
„Wir als Vorstand müssen das große Ganze sehen“, sagte der Sportliche Leiter Steffen Reifschneider auf Nachfrage. „Zum einen hätte der Einspruch keine Aussicht auf Erfolg gehabt. Zum anderen ist das auch ein Kostenfaktor. Das wäre ein teurer Spaß geworden.“
Casto verpasst Spiele gegen Aufsteiger
Aurichs Trainer Claudio Casto hatte von Bezirksliga-Staffelleiter Frank Schulte eine Coaching-Sperre von zwei Spielen aufgebrummt bekommt, weil er sich im Spiel gegen den TuS Esens (0:4-Niederlage) nicht an das bestehende Coaching-Verbot gehalten haben soll. Casto hatte im vorherigen Spiel in Pewsum (2:3-Niederlage) nach Schlusspfiff für das drastische Kritisieren des Schiedsrichters die Rote Karte gesehen und wurde daraufhin für ein Spiel als Trainer gesperrt. Doch in diesem soll er sich nicht an die Verbots-Regeln gehalten haben. Nach einem entsprechenden Vermerk des Schiedsrichters im Spielbericht hat Staffelleiter Frank Schulte Casto für zwei weitere Spiele gesperrt. Zudem muss Casto einen Obolus entrichten. Gegen diesen Verwaltungsentscheid hatte Claudio Casto Einspruch eingelegt – diesen kassierte der SpVg-Vorstand nun wieder ein.
Claudio Casto darf somit sowohl am Samstag im Spiel beim TuS Holtriem als auch am Sonntag, 13. April, gegen den anderen Aufsteiger Concordia Ihrhove nicht als Trainer der SpVg Aurich in Erscheinung treten. Er wird wohl von den Co-Trainern Milad Faqiryar und Lucas Löschen vertreten.