Legt die SpVg Berufung ein? Strafmaße für Auricher Rot-Sünder stehen fest
Nach den drei Roten Karten für die SpVg Aurich am Sonntag hat der Staffelleiter jetzt die Strafen ausgesprochen. Basis dafür war der Sonderbericht des Schiedsrichters zum Pewsum-Spiel.
Aurich - Die SpVg Aurich muss am Sonntag im Bezirksliga-Topspiel gegen den TuS Esens auf Torjäger Keno Buß verzichten. Aber nur in diesem Spiel. Denn der Angreifer wurde nach seiner Roten Karte am Sonntag bei der 2:3-Niederlage gegen den TuS Pewsum für eine Partie gesperrt, wie Staffelleiter Frank Schulte (Ostrhauderfehn) auf Nachfrage mitteilt. Es ist die Mindeststrafe für eine Rote Karte.
„Laut des Sonderberichts des Schiedsrichters ist nichts ganz Schlimmes passiert, was harte Strafen nach sich ziehen muss“, sagt Frank Schulte. Er hat jetzt die Strafmaße für die drei Rot-Sünder der SpVg Aurich festgelegt. Trainer Claudio Casto, der für das drastische Kritisieren des Schiedsrichters nach Abpfiff die Rote Karte gesehen hatte, bekam ebenso wie Stürmer Keno Buß eine Ein-Spiel-Sperre. Der in Pewsum eingewechselte Pawel Antoniuk muss dagegen zwei Ligapartien zuschauen.
Staffelleiter spricht von „Tatsachenentscheidung“
Antoniuks rüdes Einsteigen kurz vor der Pewsumer Trainerbank, wofür er von Schiedsrichter Kai Prikker Rot gesehen hatte, war Auslöser einer Rudelbildung. In dieser hat Keno Buß nach Auffassung des Schiris den Pewsumer Sandro Poppenga mit der Hand im Gesicht getroffen. Dafür sah der Toptorjäger der Liga die Rote Karte. „Im Bericht steht nichts von Schlagen, sondern von ins Gesicht fassen. Deshalb nur ein Spiel Sperre“, sagt Staffelleiter Frank Schulte. Keno Buß bestreitet vehement, eine Tätlichkeit gegangen zu haben. Dennoch darf er nun im Spitzenspiel gegen Esens nicht mitspielen.
„Wir nehmen die Strafen hin, uns bleibt ja kaum etwas anderes übrig“, sagt Aurichs Trainer Claudio Casto. „Anhand der milden Strafen sieht man ja, dass da eigentlich nichts war.“ Theoretisch haben die Auricher Verantwortlichen eine Woche Zeit, gegen das Strafurteil Berufung einzulegen – es also anzufechten. Dann würde das Ganze vor das Bezirksgericht gehen. Das dürfte allerdings wenig Aussichten auf Erfolg aus Auricher Sicht haben, vermutet Staffelleiter Frank Schulte. „Es ist eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters. Berufung einzulegen, kostet da nur Geld.“
Für die drittplatzierte SpVg Aurich sind die Sperren eine ordentliche Schwächung für das Bezirksliga-Duell mit Spitzenreiter TuS Esens. Trainer Claudio Casto darf an der Seitenlinie keine Kommandos geben. Die drei gesperrten Spieler dürfen nicht mitwirken. Neben Buß und Antoniuk hatte gegen Pewsum der spielende Co-Trainer Milad Faqiryar die Gelb-Rote Karte gesehen. Diese zieht pauschal eine Sperre von einem Spiel nach sich. Die SpVg Aurich hat sieben Punkte weniger auf dem Konto als Esens, wenn im Titelkampf also noch was gehen soll, ist die SpVg am Sonntag praktisch zum Siegen verdammt.