Das sagen Polizei und Schulbehörde  So verlief der Schultag in Westrhauderfehn nach der Amok-Schmiererei

| | 20.03.2025 17:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf einer Schultoilette der Erich Kästner Schule wurde die Amoklauf-Drohung entdeckt. Foto: Weers
Auf einer Schultoilette der Erich Kästner Schule wurde die Amoklauf-Drohung entdeckt. Foto: Weers
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Eine Schmiererei auf der Toilette der Erich Kästner Schule in Westrhauderfehn hat einen Amoklauf für diesen Donnerstag im Schulzentrum angekündigt. So viele Schüler waren heute im Unterricht.

Westrhauderfehn - Wie erwartet gab es keine besonderen Vorfälle am Schulzentrum in Westrhauderfehn. Dennoch war es kein normaler Vormittag an diesem Donnerstag, 20. März 2025, an den drei Schulen an der Werftstraße. Eine gekritzelte Amokdrohung auf der Toilette der Erich Kästner Schule hat für Aufsehen gesorgt.

Mutprobe vermutet

Die Polizei vermutete, dass die Kritzelei ,Amoklauf 20.3.25‘ zu einer Challenge in Sozialen Netzwerken gehörte, also eine Art Mutprobe sei. „Im Bereich Osnabrück hat es bereits mehrere solcher Ankündigungen gegeben“, erklärte eine Sprecherin und verwies auf eine entsprechende TikTok-Challenge. „Hier bei uns ist es aber der erste Fall, der der Polizei gemeldet wurde.“ Nach Rücksprache mit verschiedenen Stellen sei man zu dem Schluss gekommen, dass keine ernsthafte Gefährdung vorliege. Den Schülern war es dennoch freigestellt, ob sie zur Schule kommen oder nicht.

So viele Schüler gingen zur Schule

Die Möglichkeit, fern zu bleiben, nutzten ein Großteil. An der Hauptschule Erich Kästner Schule waren heute ca. 50 Schülerinnen und Schüler anwesend. 250 Schülerinnen und Schüler waren abgemeldet. Das berichtet Bianca Trogisch. Sie ist Sprecherin der Landesschulbehörde: „An der Realschule Overledingerland waren ca. 35 Schülerinnen und Schüler anwesend; ca. 300 Schülerinnen und Schüler waren abgemeldet.“ Laut Auskunft der Schulleiterin des Albrecht-Weinberg-Gymnasiums Rhauderfehn waren heute 160 von knapp 740 Schülerinnen und Schülern anwesend, so Trogisch. Sie schreibt weiter: „Besondere Vorkommnisse sind uns nicht gemeldet worden.“

Das sagt die Polizei

Letzteres ist auch die Einschätzung der Polizei in Leer: „Wir können mitteilen, dass nach einer durchgeführten Gefährdungsanalyse keine akute Bedrohungslage vorlag“, schreibt Polizeisprecherin Ina Reuwsaat. Die Beamten hatten auch angekündigt, am Donnerstagmorgen dort Präsenz zu zeigen. Zu dem Einsatz selber macht sie keine Angaben.

Das sagt die Landesschulbehörde

Wie geht die Landesschulbehörde mit solchen Lagen um? „Leider häufen sich derartige Ankündigungen. Eine genaue Zahl oder Dauer können wir nicht benennen“, erklärt Melanie Bünn von der Pressestelle der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung. „Die Schulen melden jede Amokdrohung, egal, in welcher Form diese die Schule erreicht, sofort der Polizei. Die nimmt dann eine Gefährdungsbeurteilung vor und berät die Schule. Anhand dessen ergreift die Schule unverzüglich weitere erforderliche Maßnahmen. Auch das jeweils zuständige Regionale Landesamt für Schule und Bildung (RLSB), in diesem Fall das RLSB Osnabrück, ist zu informieren.“

Ob Kinder vom Unterricht befreit werden, könne man pauschal nicht beantworten. „In der Vergangenheit wurde den Eltern von den Schulleitungen teilweise die Entscheidung für den Schulbesuch ihres Kindes freigestellt. Damit haben diese die zahlreichen potenziellen Befürchtungen der Eltern aufgegriffen und die Sorgen und Nöte von Vätern und Müttern ernst genommen. Es kommt aber immer auf den Einzelfall an, wie mit der Situation umgegangen wird“, so Bünn. Schulintern würden solche Vorfälle aufgearbeitet. Selbstverständlich gebe es für Krisen- und Notfälle entsprechende Pläne an Schulen. Bünn: „Diese sind jedoch schulintern, damit sie im Ernstfall auch greifen können.“

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