Feuer in Westrhauderfehn Nachbar rettete Bewohnerin (49) aus brennendem Wohnhaus
Am Montag entkam Tanja Kampen nur knapp einem Unglück. Sie schlief, als in ihrem Haus an der 4. Südwieke in Westrhauderfehn ein Feuer ausbrach. Die 49-Jährige berichtet am Tag danach von der Rettung.
Westrhauderfehn - Die 49-jährige Tanja Kampen ist am Montagnachmittag, 17. März 2025, aus ihrem brennenden Wohnhaus in Westrhauderfehn gerettet worden. Gegen 17.30 Uhr war in dem Gebäude an der 4. Südwieke aus bislang unbekannter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Am Tag danach berichtet die Bewohnerin von der dramatischen Rettungsaktion.
„Ich bin zurzeit krankgeschrieben und hatte mich am Nachmittag im vorderen Bereich des Hauses auf mein Sofa gelegt. Dort bin ich dann eingeschlafen. Plötzlich hörte ich ein Klopfen. Als ich langsam wach geworden bin, habe ich gemerkt, dass das mein Nachbar war. Er rief, dass es brennt.“ Kampen sei dann schnell nach draußen gerannt. Auch ihre beiden Hunden liefen ins Freie. „Dann sah ich schon, wie aus dem hinteren Bereich des Hauses Rauchschwaden aufgestiegen sind. Ich hatte davon nichts mitbekommen.“ Wenig später sei die Feuerwehr gekommen, die bereits vom Nachbarn alarmiert worden war.
Kampen lebt seit mehr als 20 Jahren in dem Haus
Kampen blieb unverletzt, doch auch am Tag danach ist sie noch geschockt und kämpft mit den Tränen. Sie habe kaum etwas aus dem Haus retten können. Lediglich das Allernötigste und ein paar Bilder, die sie gemalt hat, konnte sie aus dem Gebäude holen. „Ich weiß nicht, ob und wann ich wieder rein darf. Vielleicht kann ich noch meine Gitarre wiederbekommen“, sagt die 49-Jährige. Das Haus, in dem sie seit mehr als 20 Jahren lebt, sei unbewohnbar.
Bis Kampen eine neue Wohnung gefunden hat, wird sie zunächst mit den beiden Hunden in ihrem Wohnwagen leben. Dieser befand sich während des Feuers in ihrem Garten und blieb bei dem Brand unversehrt. „Ich wolle ihn vor ein paar Wochen schon verkaufen. Doch das habe ich zum Glück nicht gemacht“, sagt sie. Jetzt steht der Wohnwagen auf dem Grundstück des Nachbarn, der ihn dort am späten Montagabend hingezogen hatte.
Warum das Feuer ausgebrochen war, steht noch nicht fest. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wurde der Brandort beschlagnahmt und Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet. Am Gebäude selbst sei ein Schaden im unteren sechsstelligen Bereich entstanden.
Feuerwehr bedankt sich bei den Nachbarn
Im Einsatz waren am Montag neben der Polizei die beiden Ortsfeuerwehren aus Westrhauderfehn und Klostermoor, die Hygienegruppe aus Burlage, Rettungssanitäter des Deutschen Roten Kreuzes sowie die SEG Florian des Malteser-Hilfsdienstes Rhauderfehn-Bockhorst. Wie die Westrhauderfehner Ortswehr mitteilte, gestalteten sich die Nachlöscharbeiten schwierig. „Das Feuer war hinter die Holzverkleidung gezogen, somit mussten wir große Teile der Verkleidung entfernen. Ebenso war im hinteren Gebäudeteil viel Brandgut, was die Suche nach Glutnestern erschwert hat“, heißt es in einer Mitteilung. Die Westrhauderfehner Wehr lobte zudem: „Ein besonderer Dank gilt den Nachbarn, die uns mit kalten und warmen Getränken versorgt haben.“