Fundament wird vorbereitet  Was wird denn da am Ostfrieslandwanderweg in Rhauderfehn gebaut?

| | 14.03.2025 10:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Es ist alles für das Fundament vorbereitet: Direkt am Eingang zum Ostfrieslandwanderweg am Neuen Weg soll ein Gebäude entstehen. Foto; Janßen
Es ist alles für das Fundament vorbereitet: Direkt am Eingang zum Ostfrieslandwanderweg am Neuen Weg soll ein Gebäude entstehen. Foto; Janßen
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Am Wanderweg im Bereich des Neuen Wegs wird gebaggert und gearbeitet. Der Rhauderfehner Bauhof dort setzt eine besondere Idee um.

Rhauderfehn - Mit dem Bagger wurde das Baufeld begradigt. Metallstangen ragen aus der Erde: Vorbereitungen für ein Fundament. Hinter rot-weißem Flatterband wurde am Ostfrieslandwanderweg im Bereich des Neuen Weges eine kleine Baustelle eingerichtet. Aber was wird das, wenn es fertig ist?

„Wir setzen dort eine Idee des Fördervereins Tourismus um“, sagt Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller. „Es wird dort ein kleines Gebäude zum Aufenthalt entstehen – in Anlehnung an die Kleinbahnhistorie.“

Bauzeichnung entstand im Rathaus Rhauderfehn

Vor rund 50 Jahren sei der Betrieb der Kleinbahn Ihrhove – Westrhauderfehn eingestellt worden. „Die Trasse wurden dann zum Wanderweg“, so Müller. Das habe der Förderverein zum Anlass genommen, die Geschichte besser zu präsentieren. Eine Tafel mit Informationen zur Historie des Ortes sei bereits installiert worden. „Nun wollen wir eine Schutzhütte bauen, die sich optisch an der damaligen Wartehalle orientiert“, sagt Müller.

Der Kleinbahn-Bahnhof in Westrhauderfehn Anfang des 20. Jahrhunderts. An die Wartehalle wird bald ein kleinerer Nachbau erinnern. Foto: Archiv
Der Kleinbahn-Bahnhof in Westrhauderfehn Anfang des 20. Jahrhunderts. An die Wartehalle wird bald ein kleinerer Nachbau erinnern. Foto: Archiv

Die Bauzeichnerin der Gemeinde, Daniela Grest, habe einen Entwurf gemacht. „Das Gebäude wird aus dunkelroten Ziegeln erbaut. Es soll der Eindruck des alten Gebäudes entstehen“, sagt sie. Deshalb, so Grest, habe die Schutzhütte zur Straßenseite auch ein Fenster. So wie das Original. An der langen Seite, zum Wanderweg hin, ist das Häuschen aber komplett offen. So lädt es Radler oder Spaziergänger zum Pausieren ein. Außerdem ist der Nachbau wesentlich kleiner als das Original: Knapp fünf Meter lang und 2,74 Meter breit wird die Schutzhütte sein.

Bauhof übernimmt die Arbeiten

Zu den Kosten konnte Müller keine Angaben machen. „Die Arbeiten erledigen wir selber. Da ist der Bauhof nebenher dran“, erklärt er. Deshalb steht auch noch nicht genau fest, wann das neue Häuschen fertig sein wird.

Eine Tafel informiert am Wanderweg über die Geschichte der Kleinbahn. Foto: Janßen
Eine Tafel informiert am Wanderweg über die Geschichte der Kleinbahn. Foto: Janßen

Den Bau regte der Förderverein Tourismus in seinem umfangreichen Ideenkatalog an, den er vor einigen Jahren erarbeitet hatte. „Durch Aufstellung von geschützten Sitzplätzen und Info-Tafeln könnte eine Aufenthaltsqualität geschaffen werden“, heißt es darin.

Kleinbahn fuhr ab 1912

Die Touristiker haben auch die Historie der Kleinbahn zusammengefasst: „Die Bahnhofstraße und die Straße Am Bahnhof erinnern noch an die ehemalige Kleinbahn Ihrhove – Westrhauderfehn. Westrhauderfehn war der Startpunkt oder der Endpunkt dieser Bahnstrecke und hier war der Sitz der Betriebsleitung. Von 1912 bis 1961 gab es hier Schienenpersonenverkehr, der anschließend durch einen Omnibuslinienbetrieb ersetzt wurde. Der Güterverkehr wurde 1974 bzw. 1979 eingestellt.“ Der Bahnhof war dort, wo heute die Verkehrsbetriebe des Landkreises Leer (VLL) ihren Sitz hat. Also vom Standort der Schutzhütte aus gesehen weiter in Richtung Kirchturm.

Dieses Foto entstand 1974. Es zeigt Arbeiter, die die Gleise der Kleinbahn wurden demontieren: an der Stelle, an der später der neue Busbahnhof entstand. Foto: Archiv
Dieses Foto entstand 1974. Es zeigt Arbeiter, die die Gleise der Kleinbahn wurden demontieren: an der Stelle, an der später der neue Busbahnhof entstand. Foto: Archiv

Die damalige Bahntrasse wird heute als Ostfriesland-Wanderweg genutzt. „Außer den Infotafeln zu den ehemaligen Bahnstationen und im Rahmen der Fehntour erinnert nichts mehr an diese einst so bedeutsame Bahnstrecke“, heißt es im Ideenkatalog. Das wird nun anders: Die Schutzhütte wird einen optischen Akzent zur Historie der Kleinbahn setzen.

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