Nachruf Burlages Feuerwehr-Ikone Wolfgang Harms ist gestorben
Der plötzliche Tod von Wolfgang Harms erschüttert die Region. Der ehemalige Ortsbrandmeister von Burlage starb mit 57 Jahren. Ein Rückblick auf sein Wirken und die Lücke, die er hinterlässt.
Burlage - Große Trauer in der Region: Der Burlager Wolfgang Harms ist am Montag, 3. März 2025, im Alter von 57 Jahren gestorben. Er befand sich zuletzt zur Behandlung in einer Klinik. Harms hinterlässt seine Ehefrau, drei Töchter, einen Sohn sowie zwei Enkelkinder.
Wolfgang Harms hat sich viele Jahrzehnte lang in verschiedenen Ämtern und Funktionen unter anderem in der Feuerwehr, in der Politik und im Verein Leukin engagiert. Er war 17 Jahre lang Ortsbrandmeister von Burlage. Erst vor wenigen Wochen legte er sein Amt aus gesundheitlichen Grünen nieder. Zeitgleich gab er auch seinen Posten als Vorsitzender des Fördervereins der Burlager Feuerwehr und als Ausbildungsleiter auf. „Mein Kopf will nicht so, wie er muss, wenn es in einen Einsatz geht. Ich bin auch schon in einer Klinik, wo mir geholfen wird“, gestand er damals sehr offen in einer persönlichen Erklärung.
Harms war zudem 14 Jahre lang Gemeinde-Jugendfeuerwehrwart, sechs Jahre lang Jugendwart, vier Jahre Bezirks-Jugendfeuerwehrwart im Bereich Weser-Ems und sechs Jahre Kreispressewart im Landkreis Leer. Er war auch Mitbegründer und der „Kopf“ der Blaulicht-Partys, die insgesamt sieben Mal auf dem Sportplatz ausgetragen wurden. Stars wie DJ Ötzi, Kerstin Ott, Mickie Krause, Beatrice Egli und Co. fanden den Weg nach Burlage – und Tausende Menschen feierten mit ihnen. In seiner Freizeit war Harms auch als freier Mitarbeiter beim General-Anzeiger tätig. Er berichtete von Feuerwehrwettkämpfen, Versammlungen von Schützenvereinen, Festen und über vieles mehr.
Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller (parteilos) zeigte sich am Dienstag geschockt über den Tod. „Ich kannte Wolfgang seit Anfang der 2000er-Jahre, zunächst über die gemeinsame politische Arbeit im SPD-Ortsverein.“ Die beiden haben zudem einige Jahre lang zusammen im Rhauderfehner Gemeinderat gesessen. Harms hatte dort von 2001 bis 2011 ein Mandat. „Wolfgang war immer sehr ambitioniert und pflichtbewusst. Für die Dinge, die er durchbringen wollte, hat er gekämpft und das dann auch geschafft. Es ist sehr tragisch, was passiert ist“, sagte Müller. Harms hatte unter anderem den Bau des neuen Feuerwehrhauses in Burlage vorangetrieben. Dieses wurde im September 2021 offiziell eröffnet. In den vergangenen Jahren war Harms zudem bei der Gemeinde als Hausmeister in der Kinderkrippe am Adlerfarn beschäftigt.
Große Betroffenheit herrscht auch bei Rhauderfehns Gemeindebrandmeister Oskar Gerdes. „Ich kannte Wolfgang seit 30 Jahren durch die Bundeswehr. Ich war damals Zeitsoldat und er Berufssoldat“, sagte Gerdes. Seit vielen Jahren haben die beiden auch gemeinsam in ihren jeweiligen Ortsfeuerwehren zusammengearbeitet. „Es gibt niemanden in Burlage, der Wolfgang nicht kennt“, erklärte der Gemeindebrandmeister, der vor fünf Jahren in sein Amt gewählt wurde. Die Nachricht über den Tod habe ihn sehr bestürzt.
Aber nicht nur bei der Feuerwehr, sondern auch bei Leukin, dem Verein zur Hilfe leukämiekranker Kinder, war der Burlager sehr engagiert. Deren Vorsitzende Anna Fennen kannte Harms seit dessen Kindheit. „Ich bin geschockt. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke. Ich wünsche seiner Familie viel Kraft und alles erdenklich Gute“, sagte Fennen am Dienstag. Harms, der bis zu seiner Pensionierung als Kompaniefeldwebel bei der Bundeswehr in Leer gearbeitet hatte, habe in der Kaserne vieles für Leukin bewirkt. Fennen betonte: „Wolfgang hat dort über den Kommandeur den Kontakt zu uns hergestellt. Und dadurch konnten wir zum ersten Mal deutschlandweit Typisierungen in einer Kaserne durchführen. Das war etwas ganz Besonderes.“ Zudem habe er in der 4. Kompanie, in der Harms tätig war, Pfandflaschen-Sammelaktionen zugunsten von Leukin organisiert.
Harms war außerdem einige Jahre lang 4. Vorsitzender bei Leukin. Des Weiteren war er für die Pressearbeit zuständig. „Wolfgang hat die Presseartikel geschrieben, Pressegespräche organisiert und auch unsere neue Internetseite aufgebaut und betreut“, sagte Fennen. „Mit ihm gemeinsam konnte man immer viel bewegen. Er war ein Macher, der angepackt hat.“