Neue Kirchenkreiskantorin für Rhauderfehn Sechs Oboen zogen mit ihr ans Rhauderfehner Untenende
Da sitzt Musik drin: Heike Kieckhöfel hat ihre Stelle als Kantorin des Kirchenkreises Rhauderfehn angetreten. Diesen Sonntag wird sie in einem Festgottesdienst ins Amt eingeführt. Sie hat viel vor.
Rhauderfehn - Die neue Kantorin des Kirchenkreises Rhauderfehn, Heike Kieckhöfel, ist angekommen. Im Januar ist die 53-Jährige aus Braunschweig ans Rhauderfehner Untenende gezogen. Vor einigen Tagen sei in ihrer Wohnung im Dr.-Trepte-Wohnpark nun auch die Küche eingebaut, berichtet sie fröhlich. Am 1. Februar trat sie ihren Dienst an. Sie hat eine unbefristete Vollzeitstelle. An diesem Sonntag, 2. März, wird sie in einem musikalischen Festgottesdienst offiziell in ihr Amt eingeführt. Dazu leitet Heike Kieckhöfel sogleich den Posaunenchor des Kirchenkreises, der aus Bläsern der 18 Kirchengemeinden besteht. Zudem tritt ein 22-jähriger Klarinettist aus Braunschweig auf. In Braunschweig war Kieckhöfel vorher 17 Jahre lang Propsteikantorin.
Der junge Mann hat dort auch schon ihren Abschiedsgottesdienst musikalisch begleitet. Den hat auch Andreas Engel miterlebt, der Sprecher des Kirchenkreises Rhauderfehn. „Da hat sie nochmal alle Register gezogen“, sagt er über die neue musikalische Leiterin seines Kirchenkreises. Da sei der von ihr gegründete, 50-köpfige Gospelchor „True Words“ aufgetreten, den Kieckhöfel geleitet und der sich unter Tränen von ihr verabschiedet hatte, sowie der große Posaunenchor. An dem Gottesdienst in der Braunschweiger Martinikirche hatten auch der Rhauderfehner Superintendent Thomas Kersten und die Vorsitzende der Kirchenkreissynode Rhauderfehn, Petra Prins, teilgenommen.
Popularmusikalischer Schwerpunkt
Ihren Elan und viele gute Ideen, wie sie Menschen fürs Singen und Musizieren begeistert, hat die 53-Jährige mit aufs Fehn gebracht und hat viel Lust, sie hier umzusetzen. Die Kirchenmusikerin hat einen popularmusikalischen Schwerpunkt. Genau so jemanden habe man bei der Besetzung der Stelle gesucht, erläutert Kirchenkreissprecher Engel. Er findet, wenn Leute schon miteinander Musik machen, sollten sie dabei auch Spaß und etwas zu lachen haben. Das sieht auch die neue Kirchenkreiskantorin so. Sie möchte Motivator sein und die Freude an aktiver Musik vermitteln.
Selbst spielt Kieckhöfel neben Orgel und Klavier auch Posaune sowie die sechs Oboen, die mit ihr aufs Fehn gezogen sind. Im Mai möchte sie in der Kirche in Ostrhauderfehn ein Orgelkonzert geben, bei dem sie Filmmusik spielt. Im Juni wird es ein Konzert in der Hoffnungskirche in Westrhauderfehn geben, bei dem Choräle im neuen Gewand von Bolero, Swing und Samba erklingen. Und im Juni lädt Kieckhöfel zu einer Orgelradtour ein. Die startet wiederum an der Hoffnungskirche in Westrhauderfehn und führt zu den Kirchen in Collinghorst und Backemoor. Überall wird Station gemacht, um die Orgeln erklingen zu lassen.
Chöre aus Dornröschenschlaf erwecken
Auch die Kantorei und den Gospelchor an der Hoffnungskirche möchte sie aus deren Dornröschenschlaf erwecken. Aktuell ist sonst nur der Chor für Alle aktiv, den Tomke Kromminga leitet, sowie der Singtreff unter Leitung von Meike Dreesch-Rosendahl. Beide treffen sich abwechselnd dienstags, der Chor für Alle beginnt um 20 Uhr, der Singtreff um 19.30 Uhr.
Fünf Chöre im Kirchenkreis hat Heike Kieckhöfel bereits besucht. Sie stelle „eine große musikalische Vielfalt auf hohem Niveau“ fest, sagt sie erfreut. Auch Kirchen hat sie bereits einige kennengelernt. „In Westrhauderfehn, Ostrhauderfehn, Remels und Langholt“, zählt sie auf. Die Kirche in Flachsmeer möchte sie als nächstes aufsuchen und nach und nach alle anderen ebenfalls.
Andreas Kronfeld bei Konzert getroffen
Auch bei Konzerten in Driever und Backemoor war sie schon. Bei dieser Gelegenheit lernte sie auch ihren Vorgänger im Amt kennen, Andreas Kronfeld. Zufällig teilten sie im Publikum dieselbe Kirchenbank. Der Leipziger war von 2006 bis 2024 Kirchenkreiskantor für Rhauderfehn gewesen. Er war vorigen Sommer altersbedingt in Ruhestand gegangen.
Sie habe sich in ihrer neuen Umgebung schon ganz gut eingelebt, berichtet die neue Kirchenkreiskantorin Kieckhöfel. Mit dem Rad sei sie schon am Deich entlanggefahren und zu einem Probenwochenende nach Papenburg. Die Ostfriesen würden ihr sehr freundlich und aufgeschlossen begegnen. „Ich habe hier schon ganz viele, sehr nette Leute kennengelernt“, versichert sie.
Sie stammt von der Nordsee und isst gern Fisch
Viele sprächen sie auf Plattdeutsch an. Da könne sie momentan nur verdutzt gucken. Sie sei aber willig, es zu lernen. Erfreut hat sie auf dem Rhauderfehner Wochenmarkt auch die lange Schlange am Fischwagen bemerkt und sich dort eingereiht. Fisch isst sie gerne. Kieckhöfel stammt von der Nordseeküste. Geboren wurde sie bei Cuxhaven. Aufgewachsen ist sie allerdings in Westfalen, hat dort auch Kirchenmusik studiert. Tatsächlich hat Heike Kieckhöfel familiäre Bindungen nach Ostfriesland. Ein Großonkel von ihr lebte in Holte, ein anderer in Wiesmoor. Und auch sie sei aufs Fehn gekommen, um zu bleiben, versichert sie.