Blick auf die Bundestagswahl AfD im Oldenburger Münsterland frohlockt und will mehr
Die AfD erzielt im Oldenburger Münsterland historische Wahlerfolge und plant bereits die nächsten Schritte für die Kommunalwahlen 2026. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Kreisvorsitzender Josef Kruse.
Landkreis Cloppenburg/Saterland/Barßel - Entsetzen auf der einen Seite bei den etablierten Parteien, bei SPD, Grünen, FDP und CDU/CSU, großes Frohlocken auf der anderen Seite: Neben der Union mit Kanzlerkandidat Friedrich Merz ist die AfD als zweitstärkste Kraft die Gewinnerin der Bundestagswahl am 23. Februar 2025.
Auch im Oldenburger Münsterland, im Wahlkreis 32, feiert die 2013 neu gegründete Partei ihr gutes Abschneiden mit Rekordergebnissen. Die AfD wird wegen der sogenannten Brandmauer vermutlich nicht der künftigen Bundesregierung angehören. Aber innerhalb der Partei wächst die Zuversicht, dass sich die Mehrheitsverhältnisse in Deutschland weiter verändern und sich auch auf kommunaler Ebene positiv auswirken.
„Wir sind auf einem sehr guten Weg“
„Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagt Josef Kruse, Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Cloppenburg/Vechta, auch mit Blick auf die Landtagswahl sowie die Kommunalwahlen 2026. Dabei formuliert der 65-Jährige ein klares Ziel: „Wir wollen in allen kommunalen Räten in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta in Fraktionsstärke vertreten sein.“ Schwung und Zuversicht zieht die Partei mit Alice Weidel an der Bundesspitze aus den guten Wahlergebnissen. „Das macht uns Mut“, sagt Josef Kruse.
In den Landkreisen Cloppenburg und Vechta gewann Silvia Breher (CDU) erwartungsgemäß das Direktmandat mit 45,8 Prozent (-3,3 gegenüber 2021) der Erststimmen. Auch bei den Zweitstimmen lagen die Christdemokraten mit 39,5 Prozent (+1,1) deutlich vorn. Die AfD erzielte im Oldenburger Münsterland mit großen Zuwächsen 20,6 Prozent der Zweitstimmen und wurde damit die zweitstärkste Kraft, deutlich vor der SPD (15,6 Prozent; -9,0), den Grünen (7,1 Prozent; -3,9) und der FDP (4,5 Prozent; -7,6). Im bundesweiten Trend lag auch die Partei Die Linke (6,2 Prozent; +4,0) mit einem Plus.
AfD-Direktkandidat verfehlte Einzug in den Bundestag
AfD-Direktkandidat Sven Sager verfehlte mit 20,6 Prozent der Erststimmen knapp den Einzug in den Bundestag über die Landesliste, auf der er Platz 14 belegte. Über die Landesliste schafften es 13 AfD-Kandidaten in den neuen Bundestag. „Es ist alles gut gelaufen, es war ein toller Wahlkampf. Wir waren mit dem Ergebnis auf Bundeslinie“, sagt Josef Kruse. „Pech hatte unser Kandidat Sven Sager, denn er konnte aufgrund einer Erkrankung nicht richtig in den Wahlkampf einsteigen.“ Das Ergebnis macht der Partei Mut, auch an der Basis. Der Zuspruch und der Zulauf werden größer, sagt Josef Kruse. Die Mitgliederzahlen steigen, und auch die Bereitschaft, für die AfD auf kommunaler Ebene zu kandidieren, nimmt zu, sagt Kruse. „Wir haben einen Run. In den vergangenen vier Wochen sind 65 neue Mitglieder registriert worden. Um die 250 seien es jetzt insgesamt.“
Ein dickes Fell müsse ein AfD-Kandidat zwar immer noch haben, sagt Josef Kruse. „Anfeindungen gibt es nach wie vor aus einer bestimmten Richtung. Aber die Stimmung hat sich insgesamt gedreht. Jetzt kommen Leute auf uns zu, die etwas machen wollen. Überwiegend sind es Männer, aber auch Frauen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Es seien keine Männer im gesetzten Alter, wie Kruse anmerkt, sondern etliche Personen im Alter von 18 bis 40 Jahren.“
Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2026
Mit dem guten Ergebnis der Bundestagswahl im Rücken bereitet sich die AfD im Oldenburger Münsterland schon jetzt mit „Vollgas“ auf die Landtagswahl 2027 sowie die Kommunalwahlen 2026 vor, wie Kruse betont. Aktuell ist die AfD in sieben der 23 Städte und Gemeinden im Oldenburger Münsterland sowie in den Kreistagen Cloppenburg und Vechta vertreten. In Saterland mit Joachim Schoone (parteilos, auf AfD-Empfehlung), in Cloppenburg mit Iris Hermes und Sven Sager, in Essen mit Timo Schmidt, in Dinklage mit Josef Kruse, in Vechta mit Rüdiger Leßel, in Goldenstedt mit Ralf Fennig und in Holdorf mit Ingrid Lohstroh. Im Kreistag Vechta vertreten Josef Kruse und Matthias Elberfeld die AfD, im Kreistag Cloppenburg sind es Timo Schmidt, Sven Sager.
„Wir sind auf einem guten Weg“
„Für den Wahlkampf werden wir auch durch das gute Abschneiden im Bund mehr Geld zur Verfügung haben“, sagt der Kreisvorsitzende. Der Dinklager, jetzt Rentner, war zuvor über Jahrzehnte im Außendienst als Verkaufsleiter und Großkundenmanager tätig und ist seit zehn Jahren in der Partei. „Ich habe es nicht bereut. Im Gegenteil. Wir sind auf einem guten Weg, wir werden diesen Weg weitergehen und er wird am Ende erfolgreich sein.“