Missbrauch in der Kirche Kirche pflanzt in Ramsloh Blutbuche als Mahnmal
Im Saterland wird eine Trauer-Blutbuche vor der St. Jakobus-Kirche in Ramsloh gepflanzt, um an den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche zu erinnern. Das sind die Hintergründe.
Ramsloh/Saterland - Die katholische Kirchengemeinde St. Jakobus Saterland wird am Samstag, 1. März 2025, um 11 Uhr in Ramsloh eine Trauer-Blutbuche (Fagus sylvatica ‚Purpurea Pendula‘) als lebendiges Zeichen der Erinnerung an den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche gepflanzt.
„Mit dem Baum, der über Generationen hinweg der Pflege bedarf, möchte unsere Pfarrei mahnend an den sexuellen Missbrauch erinnern, den Priester und andere Vertreter der katholischen Kirche begangen haben“, betonten der Vorsitzende des Pfarreirates, Georg Pugge, und Pfarrer Ludger Fischer.
Sedelsberg war als Standort im Gespräch
Als Standort haben sich Pfarreirat und Kirchenausschuss für Ramsloh als zentralen Ort des Saterlandes entschieden. Die Blutbuche wird auf der Rasenfläche vor der Kirche zur Marktstraße gepflanzt. Ein großes Transparent markiert bereits den Standort. Außerdem werden am Samstag 40 Kerzen angezündet. „Die Buche wird dort stellvertretend für die anderen Ortsteile Strücklingen, Scharrel und Sedelsberg aufgestellt“, so Pfarrer Fischer.
Auch ein Standort in Sedelsberg war als Standort im Gespräch. Dort wurde 2021 die Kaplan-Meyer-Straße auf Initiative des Rates der Gemeinde Saterland umbenannt. Hintergrund waren die schweren Vorwürfe gegen ihren verstorbenen Namensgeber, Pfarrer Georg Meyer. Der Geistliche soll in den 1960er Jahren in Markhausen Messdiener missbraucht haben.
Auch an die Vertuschung der Taten soll erinnert werden
„Wir haben uns nun für Ramsloh entschieden“, so Pugge. „Mit dem Baum möchten wir als Kirchengemeinde mahnend an den sexuellen Missbrauch erinnern. Auch an die Vertuschung durch kirchliche Verantwortungsträger soll mit der Aktion erinnert werden. Der sexuelle Missbrauch ist durchaus auch ein gesellschaftliches Problem, wenngleich die Kirche hier besonders im Fokus steht“, so der Ramsloher Geistliche.
Stele wird aufgestellt
Wichtig ist uns, dass zusammen mit Betroffenen eine bistumsweit einheitliche Stele und Gedenktafel erarbeitet wurde. Dazu hatte sich ein Arbeitskreis aus den Betroffenen gebildet“, so Fischer und Pugge. „Wir können nichts wiedergutmachen. Aber der Baum und die Stele sind ein Symbol, dass so etwas nie wieder vorkommen darf“, so Pastor Fischer. Diese wird nun dauerhaft in der Nähe des Baums befestigt werden.
Initiative geht vom Bistum aus
Auf Initiative von Betroffenen hat Bischof Dr. Felix Genn im Juni 2024 alle Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen im Bistum aufgerufen, Trauer-Blutbuchen als Symbole der Erinnerung zu pflanzen und mit einer Gedenktafel zu versehen. Viele Kirchengemeinden haben die Blutbuche bereits am 18. November 2024 gepflanzt,