Ergebnis der Juniorwahl Auch bei Ostrhauderfehner Schülern liegt die AfD vorne
Bei der Wahl an der Schule am Osterfehn erhielten die rechten und linken Ränder großen Zuspruch. Nach Angaben des Schulleiters spiele bei den Schülern dabei ein Thema eine besonders wichtige Rolle.
Ostrhauderfehn/Rhauderfehn - Die Alternative für Deutschland (AfD) hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag, 23. Februar 2025, einen Erfolg in der Gemeinde Ostrhauderfehn eingefahren. Dort erreichte die AfD mit 1950 Stimmen (25,75 Prozent) eine Stimme mehr als die CDU, die auf 25,74 Prozent kam. Doch nicht nur bei den Erwachsenen, die schon wählen dürfen, sondern auch bei den Jugendlichen sind die Rechtspopulisten im Ort beliebt. Das ist das Ergebnis der Juniorwahl an der Schule am Osterfehn.
Die Haupt- und Realschule veröffentlichte am Montag das Resultat der Juniorwahl, an der nach Angaben von Schulleiter Ludger Mählmann rund 250 Schüler der Jahrgänge sieben bis zehn teilgenommen haben. Die meisten Zweitstimmen holte demnach die AfD mit 27,1 Prozent. Dahinter lag die Linke mit 25,7 Prozent vor der CDU mit 22,4 Prozent. Abgeschlagen waren SPD (7,9 Prozent), Grüne (5,1 Prozent) und BSW (4,7 Prozent). Bei den Erststimmen siegte dagegen Gitta Connemann mit 31,9 Prozent. Platz zwei belegte Martina Uhr von der AfD mit 25,8 Prozent vor Michel Rolandi von den Linken (16,9 Prozent) und Julian Pahlke von den Grünen mit 13,1 Prozent.
Frieden als wichtiges Thema für junge Leute
Schulleiter Ludger Mählmann sagt zum Ergebnis: „Damit entspricht das Wahlverhalten der Jugendlichen dem bundesweiten Trend.“ Zumindest was die Linke betrifft, hat Mählmann recht. Die Linke erhielt bundesweit 25,3 Prozent, also fast so viel wie in Ostrhauderfehn. Die AfD schnitt mit 14,7 Prozent jedoch schwächer ab als in der Gemeinde. „Es ist ein Stärken der Ränder bei den jungen Leuten festzustellen“, so Mählmann. Im Unterricht und bei den Gesprächen mit den Schülern habe der Leiter wahrgenommen, dass das Thema Frieden eine große Rolle spiele. „Viele Jugendliche wollen einfach, dass der Krieg und das Sterben in der Ukraine vorbei ist.“ Hintergründe zu diesen Konflikten spielten dabei eine untergeordnete Rolle. „Die AfD und auch die Linken vertreten hier ähnliche Positionen, sodass die starken Ergebnisse hier nicht überraschen.“
Mählmann nehme auch wahr, dass sich viele junge Leute zunehmend von den etablierten Parteien abwenden. Die Juniorwahl fand direkt nach einer Podiumsdiskussion statt, bei der die Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Unterems in der Turnhalle der Schule am Osterfehn diskutierten.
Bei der Europa-Juniorwahl war die AfD noch stärker
Im Vergleich zur vergangenen Juniorwahl, die vor der Europawahl im Juni 2024 stattfand, habe es jedoch einige Verschiebungen gegeben. „Damals schnitt die AfD noch viel stärker ab“, so Mählmann. Sie kam auf mehr als 40 Prozent und lag klar auf Platz 1 vor der CDU. Die Linken dagegen erhielten damals lediglich etwas mehr als zwei Prozent.
Am Albrecht-Weinberg-Gymnasium in Rhauderfehn durften 375 Schüler vom 9. bis zum 13. Jahrgang bei der Juniorwahl mitstimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei etwas unter 80 Prozent. Dort gab es einen ganz klaren Gewinner: die Linke. Sie erhielt 35,4 Prozent bei den Zweitstimmen. Bei den Erststimmen siegte ebenfalls ihr Kandidat Michel Rolandi, knapp vor Gitta Connemann von der CDU. Die AfD kam hier bei den Zweitstimmen lediglich auf Platz vier mit (9,6 Prozent), hinter CDU (13,7 Prozent) und SPD (13,4 Prozent).
AfD stark bei der Europawahl
Schulleiterin Ulrike Janssen erklärt: „Bei uns ist der Wert der Linken deutlich höher als im Bundesschnitt bei der Juniorwahl, wohin die AfD klar darunter liegt.“ Wenn man sich vorangegangene Wahlen anschaut, dann seien die jungen Menschen sprunghafter als ältere, so Janßen.
Bei der Juniorwahl zur Europawahl im Juni 2024 hätte beispielsweise die Linke schwach abgeschnitten, die AfD damals sehr stark mit mehr als 30 Prozent. „Ich bin froh, dass sich dieser Prozentanteil der AfD deutlich verringert hat, auch vor dem Hintergrund der Geschichte unseres Gymnasiums“, betont Janßen. Namensgeber ist der in Rhauderfehn geborene Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg. Zudem habe sich das Gymnasium dem Slogan „Schule ohne Rassismus – Schule für Courage“ angeschlossen.