Karneval in Ramsloh aus Polizeisicht Von Busengrapscher bis Falschgeld war vieles dabei
Zehntausend Menschen feierten am Sonnabend Karneval in Ramsloh. Das Fest verlief weitgehend friedlich. Doch es kam auch zu Körperverletzungen und anderen Delikten. Nun zieht die Polizei Bilanz.
Ramsloh - Zehntausend Menschen feierten am Sonnabend Karneval in Ramsloh. Sie waren beim Umzug dabei, viele auch bei der anschließenden Aftershow-Party im Festzelt. Die Teilnehmerzahl ist eine Schätzung der Polizei. Alleine 2000 Leute nahmen aktiv auf Motivwagen oder in Fußgruppen am Umzug teil. 8000 Leute sahen sich das Spektakel am Straßenrand an und feierten mit.
Der Umzug verlief nach einhelliger Meinung fröhlich und friedlich. Das Fetenvolk ging freundlich miteinander um. Doch im Tumult des Übergangs zwischen Umzug und Aftershow-Party, bei dem viele Leute zeitgleich auf dem Festplatz eintreffen, kam es zu mehreren Körperverletzungen, wie die Polizei mitteilt.
Weniger Publikum als sonst
Insgesamt zieht die Polizei nach dem Fest eine überwiegend positive Bilanz. In einer Pressemitteilung, die Oberkommissar Marc Bley vom Kommissariat Friesoythe herausgab, der den Einsatz der Polizei geleitet hat, fasst er das Geschehen aus polizeilicher Sicht zusammen. Etwa 2000 Teilnehmer verteilten sich auf die 28 Wagen- und 61 Fußgruppen. Der Umzug wurde von 8000 Zuschauern besucht. Sonst lag die Publikumszahl im fünfstelligen Bereich. Dass es diesmal weniger waren, führt Einsatzleiter Bley auch auf den wegen der Bundestagswahl verlegten Termin zurück.
Der Umzug selbst verlief aus polizeilicher Sicht ohne größere Vorkommnisse. Vor Umzugsbeginn wurden durch speziell geschulte Polizeibeamte Abfahrtkontrollen durchgeführt. Dabei wurden nur kleinere Verstöße festgestellt. Einem Umzugswagen musste die Teilnahme untersagt werden, weil die landwirtschaftliche Zugmaschine gegen die Auflagen des Landkreises Cloppenburg verstieß: Das zulässige Gesamtgewicht von zehn Tonnen war erheblich überschritten. Die teilnehmenden Gruppen hätten die Kontrolle „positiv aufgenommen“, teilte Bley mit.
Körperverletzungen im Gedränge vor dem Festzelt
Im Rahmen von Jugendschutzkontrollen stellten Polizeibeamte vereinzelt Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz fest. Wie viele Polizisten beim Ramsloher Karneval im Einsatz waren, dazu machte der Einsatzleiter auf Nachfrage keine Angabe. Doch die Polizei zeigte viel Präsenz.
Bei der anschließenden Aftershow-Party, an der rund 4000 Leute teilnahmen, kam es gerade zu Beginn zu mehreren alkoholbedingten, teils wechselseitigen Körperverletzungsdelikten. „Durch das konsequente Einschreiten und Verfolgen dieser Straftaten durch die Polizeibeamten beruhigte sich die Gesamtsituation schnell, sodass im weiteren Verlauf grundsätzlich eine positive Bilanz gezogen werden kann“, so die Polizeimeldung.
Taschendiebstahl wurde aufgeklärt
Es kam insgesamt über den gesamten Veranstaltungstag zu sechs Körperverletzungsdelikten, einer sexuellen Belästigung, einem Erschleichen von Leistungen und einem Inverkehrbringen von Falschgeld. Ein Taschendiebstahl während der Veranstaltung konnte in deren Verlauf aufgeklärt werden.
Einsatzleiter Bley nennt dazu Hintergründe. Bei der sexuellen Belästigung sei einer Frau an die Brust gefasst worden. Auch das geschah im Tumult zwischen Umzug und Party. Die Polizei arbeitet das Geschehen auf und sucht Zeugen. Ein junger Mann wollte sich den Eintritt zum Festzelt sparen. Er versuchte, über den Zaun zu klettern und wurde dabei erwischt. Mit Falschgeld wollte jemand Wertmarken für Getränke kaufen. Auch das fiel auf und hatte Konsequenzen. Bei den alkoholbedingten Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz beließ es die Polizei bei Ermahnungen, präzisierte Bley. Als Ordnungswidrigkeiten wurden sie nicht geahndet.