Rückholaktion von Blum  Trotz Ärger mit Essen - Torhüterin wieder in Aurich

| | 31.01.2025 15:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im Sommer 2023 ist Paula Blum Aurichs Halbfinal-Heldin gewesen. Dank ihrer Paraden gegen Eintracht Frankfurt zog die U17 der SpVg Aurich ins DM-Finale ein. Foto: Doden
Im Sommer 2023 ist Paula Blum Aurichs Halbfinal-Heldin gewesen. Dank ihrer Paraden gegen Eintracht Frankfurt zog die U17 der SpVg Aurich ins DM-Finale ein. Foto: Doden
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Der Wechsel gestaltete sich schwierig, aber jetzt ist alles in trockenen Tüchern. Torhüterin Paula Blum kommt zur SpVg Aurich zurück. Bundesligist SGS zeigte sich wenig kooperationsbereit.

Aurich - Zwei Wochen lang waren Teams der SpVg Aurich in der Türkei im Trainingslager – erst die U17-Juniorinnen, dann die Frauenmannschaft. Die Auricher Verantwortlichen bereiteten aber nicht nur die Spielerinnen unter besten Voraussetzungen auf die Fußball-Rückrunde vor, sondern tüteten im Hintergrund auch einen Wintertransfer ein. Torhüterin Paula Blum kehrt nach einem halben Jahr bei der SGS Essen zurück zur SpVg und verstärkt die Auricher Frauen-Oberliga-Mannschaft, wie SpVg-Abteilungsleiter und Trainer Stefan Wilts mitteilt. In diesen Tagen wird die 17-Jährige wieder in eine der Wohngemeinschaften der SpVg Aurich einziehen und zum neuen Schulhalbjahr ab Anfang Februar auch wieder in ihre alte Klasse am Ulricianum Aurich gehen.

Die Verhandlungen mit dem Frauenfußball-Erstligisten waren eine schwierige Angelegenheit. Letztendlich gelang die Rückholaktion der 17-Jährigen dank der finanziellen Hilfe eines Sponsoren, so dass die SpVg Aurich Paula Blum als Vertragsspielerin verpflichten konnte. Dadurch ist sie ab dem 3. Februar spielberechtigt. Ansonsten hätte Blum erst im April eingesetzt werden können, da die SGS Essen bei der Abmeldung der Spielerin keine Zustimmung erteilte. Ðiese zieht eine halbjährige Sperre der Spielerin nach sich. Nur durch den Status als Vertragsspielerin kann diese umgangen werden. Dafür muss die Spielerin mindestens 350 Euro im Monat erhalten, zuzüglich Sozialversicherungsabgaben.

Stefan Wilts ärgert sich

„Die SGS Essen zeigte sich wenig kooperationsbereit“, ärgert sich Stefan Wilts. Dabei sei die SpVg Aurich der SGS Essen bezüglich des Blum-Transfers im Sommer „extrem weit entgegen gekommen“. So hätte die SpVg vom Erstligisten für die 17-Jährige, die über zwei Saisons die Auricher Stammkeeperin in der U17-Bundesliga war, bis zu 2500 Euro als Ausbildungsentschädigung verlangen können. „Wir hatten uns im Sommer aber auf 250 Euro geeinigt. Da hätte ich mir bei einem Rückwechsel eine andere Vorgehensweise gewünscht.“

Paula Blum war zu dieser Saison von Aurich zum Bundesligisten SGS Essen gewechselt. Sie gehörte dort zum Talentkader und kam im Regionalliga-Team zum Einsatz. Sieben Regionalliga-Spiele bestritt sie, ehe sie sich das Wadenbein brach. „Vor zwei Monaten hatten wir uns mit Paula mal lose unterhalten, als sie hier zu Besuch war. Offenbar hat sie sich in Essen nicht so wohl gefühlt“, sagt Stefan Wilts. Die Auricher Verantwortlichen waren ohnehin auf der Suche nach einer weiteren Torhüterin für die Frauen-Mannschaft. Bislang stand mit Jule Götz nur eine Torhüterin im Oberliga-Kader. „Wir mussten jedes Wochenende auf Denise Venekamp aus der U17 zurückgreifen um im Falle eines Ausfalls reagieren zu können.“ Nun bilden Götz und Blum das Torhüterin-Duo, wobei die dazustoßende Blum die Rolle der Herausforderung einnimmt.

Dritte Spielerin wieder zurück

Die gebürtige Bremerin ist bereits die dritte Spielerin, die nach der U17-Bundesliga-Zeit in Aurich ihr Glück bei einem anderen Klub suchte, dann aber wieder zur SpVg zurückkehrte. Bereits im Sommer konnten die Auricherinnen mit Alina Vogel von SV Elversberg und Ana-Carolin Hoffmann vom SV Meppen zwei Spielerinnen aus dem U17-Kader von 2022/2023, der es bis ins DM-Finale schaffte, zurück holen. Marie Okoroh, Sina Brühl und Emma Schurwonn hatten sich nach der U17-Zeit direkt für einen Verbleib in Aurich entschieden, so dass nun ein Sextett ehemaliger U17-Bundesliga-Spielerinnen für die SpVg in der Frauen-Oberliga spielt.

Damit die SpVg Aurich im Frauenbereich für hochtalentierte Spielerinnen noch interessanter wird, streben die Verantwortlichen nach einem Aufstieg in die Regionalliga. Aktuell ist die SpVg Tabellenführer. Doch mit dem West-Staffelsieg geht der Aufstieg nicht automatisch einher. Es wird ein Entscheidungsspiel gegen den Ost-Staffelsieger geben. Dieser dürfte der SV Hastenbeck werden, der souverän mit 13 Punkten Abstand vorne liegt.

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