Jugendarbeit stellt sich neu auf So soll das Image vom „Waggon“ in Ostrhauderfehn besser werden
Das Jugendcafé „Waggon“ in Ostrhauderfehn erhält ein neues Konzept und Programm, um wieder mehr Jugendliche anzuziehen. Das alles planen Jugendpfleger Steven Jongmans und Pastorin Martina Neubarth.
Ostrhauderfehn - Das Jugendcafé „Waggon“ in Ostrhauderfehn soll attraktiver werden. Mit einem neuen Konzept und einem verbesserten Programm will Jugendsozialarbeiter Steven Jongmans wieder mehr Jugendliche in die Einrichtung an der Hauptstraße locken. Und dafür hat er seit dem 1. Januar 2025 personelle Verstärkung bekommen. Martina Neubarth, Pastorin in der Kirchengemeinde Ostrhauderfehn/Holterfehn, ist ab jetzt ebenfalls Ansprechpartner für die Jugendlichen in der Gemeinde und wird auch an zwei Tagen in der Wochen im „Waggon“ sein.
Steven Jongmans, der seit zehn Jahren in der Jugendpflege in Ostrhauderfehn ist, sagt: „Wir wollen mit dem Neustart den ,Waggon‘ wieder zu einem beliebten Treffpunkt machen. In den vergangenen Jahren hatte er nicht den besten Ruf. Zudem war er in den letzten Monaten auch nicht regelmäßig zu den Öffnungszeiten besetzt. Dadurch sind immer weniger Jugendliche gekommen.“
Und warum ist das Image des ,Waggons‘ nicht das beste? Dafür hat Jongmans folgende Erklärung: „Es wurden häufiger Müll und Scherben hinterlassen und auch Drogen konsumiert“, erklärt der 42-Jährige. Auch deshalb seien vor zwei Jahren insgesamt sechs Kameras am Außengelände installiert worden. Die Aufnahmen würden aber nur angeschaut, wenn es tatsächlich Vorkommnisse gibt – also Müll hinterlassen oder etwas beschädigt wurde. Zudem sei bereits vor längerer Zeit ein Zaun um das Gelände aufgebaut worden, um den Zutritt außerhalb der Öffnungszeiten des „Waggons“ zu erschweren.
Neubarth unterstützt die Jugendpflege
Doch das alles soll der Vergangenheit angehören. Das zumindest wünschen sich Steven Jongmans und Martina Neubarth. Die 35-jährige Neubarth hat eine Vollzeitstelle bei der Kirchengemeinde Ostrhauderfehn/Holterfehn. Die Kirche kooperiert in der Jugendarbeit mit der Gemeinde. „Seit dem Jahresbeginn bin ich an neun Stunden in der Woche in der Jugendpflege tätig“, sagt sie. Sie betreut am Montag sowie am Mittwochnachmittag den „Waggon“ – und hat bereits ein neues Angebot ins Leben gerufen. Immer montags ist von 9 bis 11 Uhr ein Eltern-Kind-Café. „Und das wurde an den ersten beiden Terminen schon sehr gut angenommen“, sagt Neubarth erfreut.
Ein weiteres neues Projekt nennt sich „Open Sports“. Jeden Mittwoch von 16.30 bis 18 Uhr wird ein Sportangebot in der Turnhalle der Grundschule an der Middendorfstraße angeboten. Es ist für Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren gedacht. Steven Jongmans, der die Teilnehmer betreut, erklärt: „Es werden unterschiedliche Sportarten angeboten. Ich werde zwar Vorschläge machen, aber es ist natürlich auch möglich, dass etwas anderes ausgesucht wird.“
Einmal im Monat eine Tagesfahrt
Zudem soll es jeden Monat eine Tagesfahrt geben. Wohin es gehen wird, wird dabei rechtzeitig bekanntgegeben. „Wir werden immer Mitte des Monats das komplette Programm für den kommenden Monat vorstellen.“ Es ist unter anderem auf dem Facebook-Account des „Waggons“ zu sehen. So geht es beispielsweise am Samstag, 8. Februar 2025, zur Eishalle nach Sande sowie an den Südstrand nach Wilhelmshaven. Anmeldungen nimmt Jongmans bereits entgegen.
Ebenfalls neu ist ein Container, der auf dem Außengelände des „Waggons“ steht. „In diesem würde ich gerne musikalische Früherziehung und Band-Coaching anbieten“, erklärt der 42-Jährige. Der Container könne auch als Proberaum genutzt werden. Eine Band habe sich dafür bereits gemeldet.
Neuer Container beim Fehnhaus
Es gibt jedoch nicht nur einen neuen Container auf dem „Waggon“-Gelände, sondern auch einen an der 1. Südwieke – und zwar auf der Fläche beim Fehnhaus. Was hat es mit diesem auf sich? „Er kann von Jugendlichen genutzt werden, die nicht zum ,Waggon‘ kommen wollen – oder nicht mehr dürfen, weil sie hier auffällig geworden sind“, erklärt Jongmans. Zunächst sei geplant gewesen, dass dieser Container, der eingezäunt ist, immer frei zugänglich ist. „Das machen wir doch nicht. Er kann nur nach Anmeldung genutzt werden. Ein ehrenamtlicher Helfer und ich haben einen Schlüssel“, erklärt Jongmans. Geplant ist für die Zukunft zudem, dass der Container für ein Graffiti-Projekt genutzt werden soll..
Steven Jongmans und Martina Neubarth hoffen zudem, dass sich weitere Ehrenamtliche finden, die das Jugendcafé zu seinen Öffnungszeiten bekommen. „Zurzeit haben wir vier Teamer und eine Praktikantin. Es wäre schön, wenn wir noch mehr Freiwillige finden. Sollte das Jugendcafé wieder mehr genutzt werden, können wir Unterstützung gut gebrauchen“, sagt der 42-Jährige.