Fällarbeiten in Rhauderfehn  Was passiert mit dem Holz der gefällten Bäume?

| | 16.01.2025 09:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Baumstämme und Strauchwerk wurden diese Woche per Trecker und Greifarm eingesammelt und zum Südufer des Hahnentanger Sees gebracht. Foto: Janßen
Baumstämme und Strauchwerk wurden diese Woche per Trecker und Greifarm eingesammelt und zum Südufer des Hahnentanger Sees gebracht. Foto: Janßen
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Am Nordufer des Hahnentanger Sees in Rhauderfehn wurden zahlreiche Bäume gefällt. Wir haben nachgefragt, wer das Holz bekommt.

Rhauderfehn - Auf dem Parkplatz am Ostufer des Hahnentanger Sees stapeln sich Baumstämme. In den zurückliegenden Tagen wurde an der Nordseite des Sees eine ganze Reihe von Bäumen gefällt. Nun wird mit einem Traktor mit Greifarm das gefällte Gehölz eingesammelt und zum Parkplatz transportiert. Die dickeren Stämme werden separat gestapelt. Aber was passiert eigentlich mit dem Holz?

Geht es ums Brennholz?

Schon die Ankündigung Anfang November, dass umfangreiche Fällarbeiten am See anstehen, hatte Kritiker auf den Plan gerufen. Manche argwöhnten, dass die große Zahl der zu fällenden Bäume daraus resultiere, dass man Brennholz gewinnen oder Profit erzielen wolle.

Bezirksförster Erich Delfs winkt ab: „Das ist nicht zutreffend“, sagt er. Das Holz der größeren Bäume werde zwar vermarktet. „Bei so einer Maßnahme sind die Kosten durch die Firma, die die Fällarbeiten durchführt, aber höher als der Ertrag.“ Das bestätigt Bauamtsleiter Michael Taaks: „Man kann einen Teil der Kosten durch das Holz decken, aber die Gesamtkosten sind wesentlich höher.“

Wie wird das Holz vermarktet

Das Holz werde keinesfalls „unter der Hand“ verscherbelt, betont Erich Delfs. Vielmehr kaufe die Oldenburger Holzvermarktung (OHV) die Stämme und verkaufe diese dann wiederum an Interessenten. Das biete sich in diesem Fall wegen der Menge an, so der Bezirksförster, der die Fällaktion beratend begleitet hat.

OHV-Geschäftsführer Heinz Neesen erklärt: „Als eingetragene Genossenschaft für die Holzvermarktung ist es unser Ziel, den nachwachsenden Rohstoff Holz optimal zwischen Waldbesitzer und Holzverarbeiter zu vermitteln. Die Genossenschaft vermarkte um die 75.000 Festmeter jährlich. „Das ist unterschiedlich: Nach einem Windsturm können es auch 20.000 oder 30.000 mehr sein. 2024 war es zunächst sehr nass. Flächen waren nicht befahrbar, es wurde kaum Holz aufgearbeitet.“

Was passiert weiter mit dem Holz?

Mitglieder in der OHV sind Forstbetriebsgemeinschaften vom Dümmer bis zur Küste. Mitglieder darin seien in erster Linie private Waldbesitzer, oft Landwirte, die noch ein paar Hektar Wald haben. Auch Kommunen seien oft Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaften. „Diese Mitglieder bieten uns das Holz an, wir bündeln es und bieten es hauptsächlich der Sägeindustrie an.“ Das Holz werde als Bauholz und in der Möbelindustrie genutzt. In der Region falle vor allem Nadelholz wie Kiefer, Fichte, Douglasie und Lärche an. „Und dann meist noch Buche und Eiche.“

Die größeren Stämme liegen bereits zurechtgeschnitten auf dem Parkplatz bereit. Sie werden über die Oldenburger Holzvermarktung vertrieben. Foto: Janßen
Die größeren Stämme liegen bereits zurechtgeschnitten auf dem Parkplatz bereit. Sie werden über die Oldenburger Holzvermarktung vertrieben. Foto: Janßen

Was am Hahnentanger See an kleinerem Gehölz und Ästen anfällt, werde von der Firma, die die Fällung vornimmt, geschreddert und abtransportiert, erklärt Michael Taaks.

Bauhof Rhauderfehn hat eine Liste

„In dieser Form wickeln wir das nur ab, weil es eine große Maßnahme ist“, so Taaks weiter. Wenn der Bauhof selber Bäume fälle, etwa im Straßenseitenraum, werde das Holz anschließend zum Bauhof gebracht. „Dort kann man sich ab dem 15. Oktober jeden Jahres in eine Liste eintragen lassen, wenn man Interesse an Brennholz hat.“ Anfang des Jahres, im Februar oder März, benachrichtige der Bauhof die eingetragenen Bürger. „Ein Haushalt kann maximal drei Kubik Holz bekommen. Derzeit kostet der Schüttmeter 40 Euro. Wir schauen da jedes Jahr, wie sich der Preis entwickelt.“ Die Interessenten müssen das Holz selber abholen und aufladen. Die Limitierung habe man deshalb eingeführt, damit mehr Bürger eine Chance auf Brennholz haben. Meistens können wir 30 bis 40 Haushalte bedienen.

Ähnlich werde mit Schreddermaterial verfahren. „Da haben wir ja auch immer selber Bedarf auf unseren gemeindlichen Flächen. Was wir nicht brauchen, wird auf die gleich Art veräußert, wie das Holz. Der Kubik Schredder kostet zehn Euro.“

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