Finanzen in Rhauderfehn Dafür gibt Rhauderfehn 2025 viele Millionen Euro aus
Der Rat der Gemeinde Rhauderfehn hat den Haushalt 2025 beschlossen. Trotz eines Defizits von 2,4 Millionen Euro bleibt der Plan genehmigungsfähig. Größte Einzelinvestition ist der Kita-Neubau in Burlage.
Rhauderfehn - Der Rat der Gemeinde Rhauderfehn hat in seiner letzten Sitzung im Jahr 2024 den Haushalt 2025 verabschiedet. Überraschungen enthielt das umfangreiche Zahlenwerk nicht. Kämmerin Sandra Kässens hatte den Haushaltsplan und die Haushaltssatzung für das Jahr 2025 Anfang November 2024 im Finanzausschuss den Ratsmitgliedern präsentiert. Vorgestellt wurden auch die wesentlichen geplanten Investitionen im Jahr 2025.
Herausfordernde finanzielle Lage
In der Ratssitzung am Donnerstag, 12. Dezember 2024, sprach sie von einer herausfordernden finanziellen Lage. Der Entwurf sieht Einnahmen von etwa 33,3 Millionen Euro vor, während die Ausgaben auf rund 35,7 Millionen Euro geschätzt werden, was zu einem Defizit von 2,4 Millionen Euro führt. Trotz dieses negativen Ergebnisses bleibt der Haushaltsentwurf genehmigungsfähig, da die Defizite durch Überschussrücklagen ausgeglichen werden können, so die Kämmerin.
Die geplanten Investitionen werden den Schuldenstand der Gemeinde beeinflussen, der Ende 2024 bei etwa 2,2 Millionen Euro liegt – ein historisch niedrigerer Wert, wie Kässens betonte.
Dennoch sei eine Kreditaufnahme in naher Zukunft unvermeidbar. Dadurch könnte der Schuldenstand auf mehr als elf Millionen Euro ansteigen, wenn die Kreditermächtigungen ausgeschöpft werden.
Ein gemeinsames Ziel definiert
Die Kämmerin betonte, dass die finanzielle Stabilität der Gemeinde durch solide Haushaltsführung in konjunkturstarken Jahren erreicht worden sei. Allerdings wird es ihrer Meinung nach immer schwieriger, die Schere zwischen Einnahmen und Erträgen zu schließen. Die Gemeinde stehe, wie viele Städte und Gemeinden, vor finanziellen Herausforderungen, die durch Schuldenbremsen von Bund und Ländern verschärft würden. „Unser gemeinsames Ziel sollte auch weiter darin bestehen, den Anstieg der Aufwendungen zu bremsen und die Ertragslage zu verbessern, um nicht nur ein Haushaltssicherungskonzept zu vermeiden, sondern auch kommunale Gestaltungsspielräume in Zukunft zu erhalten. Das erfordert Mut und Kreativität, und dazu werden leider auch Steuererhöhungen, wenn auch als
letztes geeignetes Mittel, gehören“, sagte Kässens zu den Ratsmitgliedern.
Geplante Investitionen 2025
Das sind die 14 wesentlichen Investitionsmaßnahmen der Gemeinde Rhauderfehn im Jahr 2025:
Neugestaltung beim Kindergarten Collinghorst
Die Außenanlagen des Kindergartens Collinghorst sollen neu gestaltet werden. Für diese Maßnahme sind 120.000 Euro veranschlagt.
Neubau und Umbau von Kindergärten
In Rhauderfehn werden derzeit drei neue und moderne Kindergärten gebaut. Nach den Projekten in Backemoor und Westrhauderfehn im Jahr 2024 sind für den Neu- und Umbau des Kindergartens Burlage im Jahr 2025 Mittel in Höhe von 4,2 Millionen Euro vorgesehen. Insgesamt stehen für diese größte Einzelinvestition des kommenden Jahres im Haushalt 4,3 Millionen Euro zur Verfügung, so Kässens. Die Maßnahme wird anteilig über Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.
Umbau des Dorfgemeinschaftshauses Burlage
Im Zusammenhang mit dem Kindergartenprojekt soll auch das Dorfgemeinschaftshaus in Burlage umgebaut werden. Dafür werden 125.000 Euro bereitgestellt.
Außenanlagen der Grundschule Collinghorst
Nach Abschluss der Neubaumaßnahme bei der Grundschule Collinghorst sollen die Außenanlagen und der Verkehrsübungsplatz wiederhergestellt werden. Die Gesamtmaßnahme ist mit 160.000 Euro im Haushalt veranschlagt. Die Grundschule war im August 2021 durch ein Feuer zerstört worden. Der Brand brach bei Dacharbeiten aus. Das Gebäude musste abgerissen werden.
Erweiterung der Sundermannschule
Die Grundschule Sundermannschule am Untenende in Westrhauderfehn soll zur Erweiterung der Raumkapazitäten einen Mehrzweckraum als Containerlösung erhalten. Kalkuliert wird mit Kosten in Höhe von insgesamt 180.000 Euro.
Landschaftspark Oll Wiek
Die bereitgestellten Mittel für den Landschaftspark Oll Wiek in Rhaudermoor werden weiter aufgestockt. Die Gesamtmaßnahme wird dann voraussichtlich 200.000 Euro kosten.
Erholungsgebiet am Hahnentanger See
Am Hahnentanger See soll ein Erholungsgebiet entstehen. Insgesamt werden dort für verschiedene Maßnahmen 150.000 Euro investiert.
Neue Parkflächen in Collinghorst
In Collinghorst sollen im Zusammenhang mit der Umlegung der Tennisplätze auch neue Parkflächen geschaffen werden. Dafür werden 179.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Sanierung des Jugendzentrums in Langholt
Für das Projekt Sanierung des Jugend- und Kulturzentrums in Langholt liegt eine Kostenschätzung in Höhe von 1,35 Millionen Euro vor. Fördermittel von insgesamt 1 Mio. € wurden in Aussicht gestellt, sodass im Saldo eine Summe von 350.000 Euro als Eigenanteil bei der Gemeinde verbleibt.
Erwerb von Bau- und Gewerbegrundstücken
Die Gemeinde Rhauderfehn wächst. Dafür hält die Kommune weiterhin Grundstücke vor. Für den Erwerb von Bau- und Gewerbegrundstücken sowie Kompensationsflächen sind 510.000 Euro vorgesehen.
Flurbereinigung im Klostermoor
Für die Flurbereinigung in Klostermoor wurden Eigenleistungen von circa 470.000 Euro im Haushalt veranschlagt. Zusammen mit weiteren 180.000 Euro in der Finanzplanung 2026 werden insgesamt 650.000 Euro berücksichtigt.
Beseitigung von Hochwasserschäden
Das Land Niedersachsen gewährte betroffenen Kommunen für die Beseitigung der vom „Weihnachtshochwasser“ 2023/2024 verursachten Schäden einen Zuschuss. Für die Sanierung der Böschungen werden 185.000 Euro und eine Fördersumme von 150.000 Euro eingestellt.
Kauf von Fahrzeugen und Geräten
Verschiedene Fahrzeuge und Anbaugeräte auf dem gemeindeeigenen Bauhof müssen ersetzt oder neu beschafft werden. Hierfür wird eine Summe von insgesamt 437.000 € benötigt.
Was wird aus dem GA-Verlagsgebäude?
Die Gemeinde Rhauderfehn hat 2024 das Verlagsgebäude des General-Anzeigers am Untenende 21 gekauft. Ab Januar 2025 ist die Kommune Eigentümerin. In der ehemaligen Siebe-Ostendorp-Druckerei soll unter anderem ein Familienzentrum entstehen. Für die Planung des Umbaus des Gebäudes sind 250.000 Euro im Haushalt vorgesehen.