Schwibbogen über dem Kanal Giga-Gemeinschaftsprojekt an Rhauderfehns 2. Südwieke
20 Familien zu beiden Seiten der 2. Südwieke haben seit einem guten halben Jahr an einem riesigen Schwibbogen gebastelt. Das beleuchtete Werk überspannt seit dem ersten Adventssonntag den Fehnkanal.
Westrhauderfehn - Es weihnachtet auf dem Fehn. Pünktlich zum 1. Adventssonntag, der in diesem Jahr auf den 1. Dezember fällt, hat die Nachbarschaft der 2. Südwieke in Westrhauderfehn einen riesigen hölzernen Schwibbogen über die gesamte Breite der Wieke aufgestellt und lässt ihn in festlichem Lichterglanz erstrahlen. Für den Aufbau, der am 30. November quer über dem Fehnkanal stattfand, kam sogar ein Kran zum Einsatz.
Gebaut worden ist an dem weihnachtlichen Meisterstück aus dem Holz der Seekiefer bereits seit dem Frühjahr. Angefangen habe alles auf Südtmanns Terrasse, erzählen die Nachbarn, die sich kurz vor der Vollendung des Riesen-Schwibbogens auf dem Grundstück von Daniel Hanneken getroffen haben. In dessen Halle ist der Schwibbogen entstanden.
Seit 2018 Adventsdeko an der 2. Südwieke
Beteiligt daran sind die Nachbarn zu beiden Seiten des Kanals zwischen zwei Brücken, etwa 20 Familien. Der Schwibbogen überspannt die Wieke auf Höhe der Häuser 107 und 126.
Angefangen hat es mit dem gemeinschaftlichen Bau von Adventsschmuck an der 2. Südwieke im Jahr 2018. Der 41-jährige Holger Harms, ein gebürtiger Klostermoorer, war mit seiner Frau Ulrike Strack an die 2. Südwieke gezogen. Harms besprach sich mit Gerold Südtmann und dessen Frau Martina Simon. Ein gemeinsames Projekt habe man auf die Beine stellen wollen, berichten die Beiden, damit sich die Nachbarn zu beiden Seiten des Kanals besser kennenlernen. Außerdem habe öffentlich aufgestellte Deko zur Weihnachtszeit auf dem Fehn Tradition.
Erst Tanne, dann Schlitten, jetzt Schwibbogen
So kam die 2. Südwieke zu ihrem Weihnachtsschmuck. Als erstes wurde eine hölzerne Tanne gebastelt, als nächstes baute die Nachbarschaft entlang der 2. Südwieke einen geschmückten Schlitten. Dann kam Corona. In kleiner Besetzung wurde anschließend wieder der Weihnachtsbaum auf einem Flansch mitten in der Wieke platziert. Und jetzt folgt der Schwibbogen.
Vorbild war ein kleiner Schwibbogen als Zeugnis erzgebirgischer Volkskunst zur Vorweihnachtszeit, den Frank Fennen mitbrachte, als in diesem Frühjahr bei Südtmanns auf der Terrasse gegrillt und dabei über ein neues Adventsprojekt gesprochen wurde. „Dass das Objekt so groß wird, wussten wir anfangs selber nicht“, sagt Daniel Hanneken. „Sponsoren können sich gerne melden“, flachst Fennen.
Schweißt die Nachbarschaft zusammen
Holz, Metall und Beleuchtung für den Schwibbogen, der knapp zwölf Meter in der Breite misst und fünf Meter hoch ist, habe die Nachbarschaft reell im Baumarkt gekauft. Dafür sei vorher zusammengelegt worden. Die Spanplatten für die beiden weiß lackierten Engelsfiguren, die jeweils 2,50 Meter groß sind, sowie für die Sterne wurden unterdessen von der Meyer Möbelfaktur aus Westoverledingen gesponsert. Wie viel Geld der Bogen gekostet hat, möchten die Fehntjer nicht sagen. Nur so viel verraten sie: Es sei schon eine gewisse Summe gewesen. „Das ist eine wirklich schöne Geschichte, und sie schweißt die eine und die andere Seite des Kanals zusammen“, stellt Holger Harms lobend fest.
Immer dienstags habe sich die Nachbarschaft seit Mai getroffen, um den Schwibbogen zu bauen. Es ging um Streichen, Schweißen, Ausschneiden in munterer Runde nach Feierabend. Gleichberechtigung werde an der 2. Südwieke gelebt, darauf legt die Schwibbogen-Baugemeinschaft Wert. Auf Geselligkeit selbstverständlich auch. Im Sommer sei während der ganzen Konstruktionsarbeit auch mal gegrillt worden.
Adventsdeko zur Wiederverwendung
Als der Bogen jetzt über der Wieke aufgestellt wurde, gab es in der Nachbarschaft einen kleinen Umtrunk, an dem alle Familien zusammenkamen, die an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt sind. Gelebte Nachbarschaft eben. Publikum konnte die Gruppe bei dem letzten Akt, bis der Schwibbogen über dem Wasser stand, nicht dringend gebrauchen. Dafür freuen sich jetzt alle umso mehr, wenn der beeindruckende Lichterbogen über dem Kanal die Blicke auf sich zieht, Passanten begeistert und Besucher anlockt, die bei dem Anblick in Weihnachtsstimmung kommen.
Aufgebaut bleibt der Schwibbogen über die 2. Südwieke bis zum 7. Januar. Wenn der Dreikönigstag vorbei ist, wird das hölzerne Prachtstück zerlegt und eingelagert. Ob in der Halle von Daniel Hanneken oder auf dem elterlichen Bauernhof von Holger Harms in Klostermoor, ist noch offen. Auf jeden Fall kann das aufwendige Gemeinschaftsstück im Giga-Format auch in den nächsten Jahren im Advent wieder an der 2. Südwieke zum Einsatz kommen.