Musik in der Hoffnungskirche  Rhauderfehn hat eine neue Kirchenkreiskantorin

| | 23.11.2024 15:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Heike Kieckhöfel wird neue Kirchenkreiskantorin für den Kirchenkreis Rhauderfehn. Die 53-Jährige tritt ihre Stelle am 1. Februar 2025 an. Aktuell ist sie noch Propsteikantorin in Braunschweig. Foto: privat
Heike Kieckhöfel wird neue Kirchenkreiskantorin für den Kirchenkreis Rhauderfehn. Die 53-Jährige tritt ihre Stelle am 1. Februar 2025 an. Aktuell ist sie noch Propsteikantorin in Braunschweig. Foto: privat
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Die Nachfolge von Andreas Kronfeld ist geregelt: Heike Kieckhöfel übernimmt seine Stelle als Kirchenkreiskantorin. Voraussetzung für ihre Wahl ist ihr besonderer musikalischer Schwerpunkt.

Rhauderfehn - Es gibt eine neue Kirchenkreiskantorin für die 18 Gemeinden des Kirchenkreises Rhauderfehn: Zum 1. Februar wird Heike Kieckhöfel die Stelle antreten, die an der Hoffnungskirche in Westrhauderfehn angesiedelt ist. Die 53-Jährige tritt damit die Nachfolge von Andreas Kronfeld an. Der Leipziger war 18 Jahre lang - von Juli 2006 bis Ende Juni 2024 - Kirchenkreiskantor in Rhauderfehn.

18 Jahre lang, von Juli 2006 bis Ende Juni 2024, war Andreas Kronfeld Kirchenkreiskantor für den Kirchenkreis Rhauderfehn. Er stammt aus Leipzig, hat dort Kirchenmusik an der Staatlichen Hochschule studiert und ist jetzt im Alter von 66 Jahren in Ruhestand gegangen. Archivfoto: GA
18 Jahre lang, von Juli 2006 bis Ende Juni 2024, war Andreas Kronfeld Kirchenkreiskantor für den Kirchenkreis Rhauderfehn. Er stammt aus Leipzig, hat dort Kirchenmusik an der Staatlichen Hochschule studiert und ist jetzt im Alter von 66 Jahren in Ruhestand gegangen. Archivfoto: GA

„Er war ein ausgezeichneter Organist und Musiker“, lobt Kirchenkreissprecher Andreas Engel Kronfelds Wirken. Hoch kompetent sei er auch als Chorleiter gewesen. Mehrfach hatte Kronfeld große kirchenmusikalische Werke wie den Messias von Händel, Mozarts Requiem und das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach mit der von ihm aufgebauten Kantorei, Solisten und Instrumentalisten in der Hoffnungskirche aufgeführt.

Kirchenkreiskantor Andreas Kronfeld führte viele bedeutende Werke der Kirchenmusik in der Hoffnungskirche auf. Hier dirigiert er ein Konzert mit der Kantorei, die er aufgebaut hatte, Solisten und Orchester. Archivfoto: GA
Kirchenkreiskantor Andreas Kronfeld führte viele bedeutende Werke der Kirchenmusik in der Hoffnungskirche auf. Hier dirigiert er ein Konzert mit der Kantorei, die er aufgebaut hatte, Solisten und Orchester. Archivfoto: GA
In diesem Sommer hatte sich Kirchenkreiskantor Kronfeld auf eigenen Wunsch in aller Stille im Alter von 66 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Er wohnt weiterhin in Rhauderfehn im eigenen Haus.

Noch ist sie in Braunschweig tätig

Seine Amtsnachfolgerin Heike Kieckhöfel freut sich auf ihre neue Aufgabe. Das ist der Kirchenmusikerin schon am Telefon anzumerken. Aktuell ist sie noch Propsteikantorin in Braunschweig. Doch ihr Umzug nach Rhauderfehn ist bereits vorbereitet. Ihre neue Wohnung an der Rhauderwieke liegt von ihrem Arbeitsplatz, der Hoffnungskirche am Westrhauderfehner Untenende, bloß etwa 300 Meter entfernt. Vom Balkon habe sie eine „wunderbare Aussicht auf den Kirchturm“, den sie sehr schön finde, freut sie sich. Der Maler hat die neue Wohnung bereits gestrichen, jetzt muss nur noch der Umzug vonstatten gehen.

Die Hoffnungskirche am Untenende in Westrhauderfehn wird der Haupt-Einsatzort der künftigen Kreiskantorin Heike Kieckhöfel sein. Foto: Fertig
Die Hoffnungskirche am Untenende in Westrhauderfehn wird der Haupt-Einsatzort der künftigen Kreiskantorin Heike Kieckhöfel sein. Foto: Fertig

Ausgeschrieben worden war die Vollzeitstelle im Frühjahr 2024 vom Kirchenkreis ausdrücklich für einen Kirchenmusiker oder eine Kirchenmusikerin mit popularmusikalischem Profil. „Musik ist etwas, mit dem man Menschen an kirchliche Zusammenhänge anbindet“, erläutert Kirchenkreissprecher Andreas Engel dieses Anforderungsprofil. Über die Zugehörigkeit zu einem Chor erhielten Leute die Möglichkeit, sich kulturell mit ihrer Kirche zu identifizieren.

Sie beherrscht viele Instrumente

Damit rannte der Kirchenkreis bei seiner künftigen Kreiskantorin offene Türen ein. Heike Kieckhöfel hat bereits ihre aktuelle Stelle in Braunschweig wegen des popularmusikalischen Schwerpunkts dort angetreten. In den 17 Jahren, die sie dort wirkt, hat sie in dieser Richtung vieles angeschoben. Sie leitet einen Gospelchor, in dem mittlerweile 50 Sängerinnen und Sänger aktiv sind, und veranstaltet regelmäßig Chorprojekte. Zudem hat sie jedes Jahr mit allen Schulanfängern in den Kindergärten ein halbes Jahr lang aktiv gesungen und sie hat Orgelradtouren durchs Braunschweiger Land durchgeführt. Mit dem Rad ging es von einer Dorfkirche zur nächsten, wobei Kieckhöfel bei jedem Orgelvorspiel auf die Besonderheiten des jeweiligen Instruments einging.

Neben Orgel und Klavier beherrscht die neue Kantorin Oboe, Posaune und Cembalo. Nach ihrem Abitur im westfälischen Enger hat sie zunächst Oboe an der Hochschule für Musik in Detmold studiert und nach dem Diplom Kirchenmusik in Herford. Ihr eigenes Cembalo wird Kieckhöfel allerdings noch in Braunschweig veräußern, steht doch auch in der Hoffnungskirche ein Cembalo, das sie spielen kann.

Die Neue ist ein Küstenkind

Heike Kieckhöfel hat viele Ideen, was sie in ihrem neuen Wirkungskreis bewegen kann. So würde sie in Rhauderfehn gerne einen Posaunenchor ins Leben rufen und könnte sich auch Turmblasen vom Turm der Hoffnungskirche vorstellen. Aber nun wolle sie erst einmal hier ankommen, sagt die neue Kirchenkreiskantorin, eine Bestandsaufnahme machen und erfahren, was die Menschen vor Ort denn von ihr möchten, erwarten und sich wünschen.

Als sie in Braunschweig verkündete, dass sie gehen wird, seien viele Tränen geflossen. Der Grund, warum sie sich beruflich verändert, sei Rhauderfehns geografische Lage. Heike Kieckhöfel ist an der Nordsee geboren. Sie stammt aus der Gegend von Cuxhaven, auch wenn sie in der Gegend von Bielefeld aufgewachsen ist. Sie möchte einfach wieder näher an der Küste leben, gesteht die Kirchenmusikerin. „Ich mag einfach plattes Land und viel Wasser“, erklärt Kieckhöfel.

Drei Kandidaten in der Endrunde

Tee trinkt sie wie die Ostfriesen, Plattdeutsch versteht sie und will versuchen, es auch aktiv zu sprechen. Fisch isst sie gerne und im Winter auch mal Grünkohl. Nach Rhauderfehn hat sie sogar verwandtschaftliche Bezüge: Ein Großonkel lebte einst in Holte. Als Kind war sie dort zu Besuch, kennt seitdem den Ort Rhauderfehn. Beruflich sei sie guter Hoffnung, „dass wir miteinander etwas Gutes auf die Beine stellen“.

„Wir freuen uns sehr“, sagt auch Kirchenkreissprecher Engel. „Es ist ein Glück für uns, dass Frau Kieckhöfel sich in diese Gegend verliebt hat.“ Engel erläutert das Prozedere, dass der Personalie vorausgegangen ist. Es habe fünf Bewerbungen gegeben. Drei stellten sich der Auswahlkommission persönlich vor und absolvierten eine Chor- und eine Bandprobe in der Kirchengemeinde. Der Kommission gehörten der Rhauderfehner Superintendent Thomas Kersten an, dessen Stellvertreter Martin Sundermann sowie Engel und Kirchenmusikdirektor Johannes Geßner aus Leer. Nach 13-stündiger Beratung hatte die Kommission sich für Kieckhöfel entschieden und diesen Vorschlag dem Kirchenkreisvorstand unterbreitet. Der folgte dem Votum. Das wurde am 5. November 2024 auf der Synode des Kirchenkreises bestätigt und jetzt zwei Wochen später in dessen Newsletter öffentlich gemacht.

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