Am Hahnentanger See Weniger Hundehaufen am Ufer?
Drei Stationen für Hundekotbeutel hat die Gemeinde Rhauderfehn am Hahnentanger See aufgestellt. Wir haben uns umgesehen und nachgefragt, wie das Angebot bei Hundehaltern und Spaziergängern ankommt.
Rhauderfehn - Wie fast jeden Abend dreht Fabian Beckmann, der auf Hahnentange wohnt, am Hahnentanger See eine Runde mit seiner Hündin Lucy. Sie ist eine Mischung aus American Pocketbully und Labrador und mit ihren acht Monaten noch ein Junghund. Ihrem Herrchen ist die Verbesserung der Infrastruktur für Hundebesitzer, die es jetzt am Hahnentanger See gibt, sofort aufgefallen, sagt dieser. Seit ein paar Wochen sind rund um den See Spenderboxen aufgestellt mit Beutel zur Entsorgung von Hundekot. „Das habe ich direkt gemerkt“, stellt der 26-jährige Beckmann fest, der noch weitere Hunde hält. Bevor es die Spender am Ufer gab, habe er, um die Hinterlassenschaften seiner Tiere zu entsorgen, selbst im Supermarkt Beutel gekauft und mitgenommen.
Doch manchmal vergesse man, welche einzustecken oder sie befänden sich gerade in einer anderen Jacke. Da sei es ein hilfreicher Service, auf das Angebot vor Ort zugreifen zu können, findet der Fehntjer. „Das macht es auf jeden Fall einfacher für Hundehalter, wenn es Beutelspender gibt“, stellt Beckmann fest. Entsorgen könne man die Beutel zwanglos im nächsten Mülleimer. Zwei Dinge gibt es allerdings, die Beckmann bemängelt. Zum einen ist er der Meinung: „Das hätte ruhig früher passieren dürfen.“ Außerdem weist er darauf hin, dass Hunde nicht die einzigen Tiere sind, die am Hahnentanger See für Dreck sorgen: Die Gänse, die sich auf dem Wasser und auf Ufer breitmachen, hinterließen mindestens ebensoviele unerwünschte Tretminen.
Atmendes Konzept vom Ortsrat
Die Hundekotbeutelspender am Hahnentanger See sind ein Pilotprojekt, das der Ortsrat Westrhauderfehn angestoßen hat. Der möchte die Attraktivität des Naherholungsgebietes gerne verbessern. Dazu haben die Kommunalpolitiker vor einigen Monaten ein atmendes Konzept entwickelt, also ein Konzept, das den Entwicklungen angepasst werden soll. Mehr Mülleimer rund um den See gehören ebenfalls dazu. Anwohner hatten sich Abfallbehälter mit großer Öffnung gewünscht, damit dort auch Großvolumiges wie etwa Pizzakartons reinpassen, die häufig in der Natur entsorgt werden.
An drei Zugängen zum See hat die Gemeinde Rhauderfehn die Spenderboxen für Hundekotbeutel aufgestellt: an der Fischerhütte, an der Zuwegung zur Siedlung sowie am Eingang zur 1. Südwieke. Über den Zeitraum eines Jahres soll festgestellt werden, ob und wie das Angebot wahrgenommen wird.
Benutzter Beutel landete im See
Ihm sei aufgefallen, stellt Hundehalter Fabian Beckmann fest, dass etliche Leute dem Spender gleich eine verhältnismäßig große Menge an Beuteln auf einmal entnehmen würden. Das habe er beobachtet. Allerdings sei es auch so, dass die Spender sehr rasch wieder aufgefüllt würden, mehrfach pro Woche.
Leon Fritsch steht am Ufer des Hahnentanger Sees und angelt. Er gehe auf Raubfische, erzählt der 32-Jährige, der an der Papenburger Straße und damit in der Nachbarschaft wohnt. Welse und Hechte zu fischen, sei sein Ziel. An diesem Abend hatte der Angler aber zunächst einen Hundekotbeutel am Haken. Einen gefüllten Beutel, den jemand benutzt und dann in den See geworfen hat. Das findet Fritsch ein Unding. Als Sportangler fühle er sich zur Hege des Gewässers verpflichtet. Außerdem halte er selbst einen Hund, einen Labrador.
Drei Spenderboxen rund ums Ufer
Generell sei es vernünftig, Hundekotbeutelspender aufzustellen, stellt Fritsch fest. Wenn die dann nicht angemessen entsorgt werden, liege das an den Leuten, nicht an den Spenderboxen. Noch ärgerlicher als gefüllte Hundekotbeutel im Wasser und im Gebüsch seien nur die Hinterlassenschaften der Vierbeiner selber, ist seine Meinung.
„Wir gehen aufgrund vorheriger Nachfragen davon aus, dass am Hahnentanger See Bedarf vorhanden ist“, teilt Rhauderfehns Bauamtsleiter Michael Taaks mit. Am 11. Juli habe der Bauhof die drei Spenderboxen installiert. Bewusst nicht direkt neben den vorhandenen Mülleimern. Man wolle zunächst abwarten, ob der Bestand ausreiche und Hundebesitzer die benutzten Beutel bis zum nächsten Mülleimer trügen. „Wenn die nicht reichen, stocken wir auf“, versichert Taaks. Das werde bei der wöchentlichen Leerung kontrolliert.
In Ostrhauderfehn Spenderboxen gut genutzt
In Ostrhauderfehn gibt es schon länger Spenderboxen für Hundekotbeutel. „Die Spender für die Hundekotbeutel werden von der Bevölkerung gut angenommen und genutzt“, heißt es aus dem Ostrhauderfehner Rathaus. Insgesamt wurden am Idasee acht Spender für Hundkotbeutel aufgestellt. Ein weiterer findet sich auf dem Reisemobilstellplatz am Rathaus. „Diese Spender wurden seit 2020 nach Bedarf aufgestellt.“ In den Jahren 2022 und 2023 wurden jeweils rund 3500 Beutel genutzt. „In diesem Jahr wurden bis heute lediglich 1000 Beutel bestellt.“
Was die Entsorgung der Hundehinterlassenschaften kostet, lässt sich im einzelnen nicht aufschlüsseln. Die Entsorgung des Mülls aus den Müllkörben, die im gesamten Gemeindegebiet aufgestellt sind, koste die Gemeinde Ostrhauderfehn an Sach- und Personalkosten pro Jahr rund 38.000 Euro. Hier werde allerdings nicht zwischen Hundekot und anderem Müll unterschieden.
Beschwerden gingen zurück
Die Ostrhauderfehner bilanzieren: „Das Aufstellen der Spender ist eine gute Sache. Es gibt fast keine Beschwerden mehr über Hundekot auf Rasen oder Wegen am Idasee und am Wohnmobilstellplatz.“