20 Jahre Gymnasium Rhauderfehn  Namensgeber Albrecht Weinberg feiert beim Schuljubiläum mit

| | 06.09.2024 17:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg (links) nahm gemeinsam mit Baruch Chauskin, dem Kantor der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, und seiner Begleiterin Gerda Dänekas an dem Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Fehntjer Gymnasiums teil, das nach ihm benannt ist. Foto: Fertig
Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg (links) nahm gemeinsam mit Baruch Chauskin, dem Kantor der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, und seiner Begleiterin Gerda Dänekas an dem Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Fehntjer Gymnasiums teil, das nach ihm benannt ist. Foto: Fertig
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Auf zwei Jahrzehnte Schulleben blickte das Rhauderfehner Gymnasium in einem Festakt zurück. Einsatz von Eltern, Schülern und Lehrkräften waren nötig, um die Schule zu dem zu machen, was sie heute ist.

Rhauderfehn – Unter dem Applaus der ganzen Schulgemeinschaft und der geladenen Gäste wurde der Namensgeber des Rhauderfehner Albrecht-Weinberg-Gymnasiums, der 99-jährige Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg, von seiner Begleiterin Gerda Dänekas am Freitag in seinem Rollstuhl in die Schulturnhalle gefahren. Dort fand am Freitag der Festakt anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Schule statt. Die trägt seit 2021 Weinbergs Namen und steht damit für das Besondere, was das Gymnasium auf dem Fehn ausmacht. Das wurde in vielen Beiträgen zum Jubiläumsfest deutlich.

752 Schülerinnen und Schüler besuchen aktuell das Albrecht-Weinberg-Gymnasium. Sie kamen am Freitag zum Festakt in der Sporthalle der Schule zusammen. Foto: Fertig
752 Schülerinnen und Schüler besuchen aktuell das Albrecht-Weinberg-Gymnasium. Sie kamen am Freitag zum Festakt in der Sporthalle der Schule zusammen. Foto: Fertig

Lehrkräfte und Ehemalige, Weggefährten und Vertreter aus Politik und Verwaltung ließen die vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren. Schulleiterin Ulrike Janssen blieb bei der Begrüßung kurz die Stimme weg. Ehe man ihr ein Glas Wasser reichen konnte, schenkte Lehrer Axel Bunjes ihr einen Schluck aus der Whiskyflasche ein, die zum Bühnenbild für ein szenisches Spiel gehörte. Es war neben dem Rednerpult aufgebaut.

Weder Szenenspiel, noch Flashmob

Leider blieb es bei diesem Einsatz der Kulisse, denn aus Zeitgründen musste auf die Aufführung verzichtet werden, die Lehrer Teo Groeneveld mit Zwölftklässlern einstudiert hatte. Die Festreden hatten so lange gedauert, dass die rund 750 Schülerinnen und Schüler froh waren, als sie endlich ins Freie laufen durften. Auch der geplante Flashmob fand nicht mehr statt.

Als Solosängerin der Bigand Fehn & More unter Leitung von Björn Andresen, begeisterte Maria Wiltfang. Foto: Fertig
Als Solosängerin der Bigand Fehn & More unter Leitung von Björn Andresen, begeisterte Maria Wiltfang. Foto: Fertig

Als „Küken in der Schullandschaft des Overledingerlands“ bezeichnete Janßen, seit 2012 Schulleiterin, das Rhauderfehner Gymnasium mit seiner 20-jährigen Geschichte.

2012 übernahm Ulrike Janssen die Leitung des Rhauderfehner Gymnasiums von Harald Schröter, der die Schule seit ihrer Eröffnung 2004 geleitet hatte. Foto: Fertig
2012 übernahm Ulrike Janssen die Leitung des Rhauderfehner Gymnasiums von Harald Schröter, der die Schule seit ihrer Eröffnung 2004 geleitet hatte. Foto: Fertig
Anhand von zwei Luftaufnahmen, einer von 2004 nach der Eröffnung der Schule, und einer aktuellen, illustrierte sie die bauliche Entwicklung, für die der Landkreis Leer als Schulträger „viel Geld in die Hand nehmen musste“. Bis es soweit kam, waren viele Gespräche, Infos und sogar Demonstrationen notwendig. Janßen würdigte das Engagement der Eltern, die Klassenräume strichen und Bäume fällten, den Förderverein, die Brötchenladies bis hin zum langjährigen Elternvertreter Hermann Brink.
Hermann Brink als langjähriger Elternvertreter war ebenfalls beim Festakt dabei. Foto: Fertig
Hermann Brink als langjähriger Elternvertreter war ebenfalls beim Festakt dabei. Foto: Fertig
In den ersten Jahren sei die Schule eine Dauerbaustelle gewesen, bis der C-Trakt, die Mensa und die Sporthalle standen.

Hans-Joachim Trum gewürdigt

Ganz still wurde es, als Janßen der verstorbenen Lehrkräfte gedachte. Musiklehrer Hans-Joachim Trum, der im Januar 2024 starb, wurde mit einem Porträtbild geehrt. Er hatte sich sehr für das Jubiläumsfest eingesetzt. „Wir feiern heute ganz ausdrücklich um ihn und seine vielfältigen Verdienste für unsere Schule zu ehren“ betonte Janssen unter dem Beifall der Anwesenden.

Musiklehrer Hans-Joachim Trum, der im Januar 2024 verstorben ist, wurde mit einem Porträtbild gewürdigt. Foto: Fertig
Musiklehrer Hans-Joachim Trum, der im Januar 2024 verstorben ist, wurde mit einem Porträtbild gewürdigt. Foto: Fertig

Albrecht Weinberg war erstmals 2014 an der Schule. Es sei „dem fulminanten Einsatz unserer Schülervertretung, unterstützt von einigen Lehrkräften zu verdanken“, dass der Kreistag Leer seine Zustimmung gab, die Schule 2020 nach Weinberg zu benennen. Heute sei das Albrecht-Weinberg-Gymnasium fester Bestandteil der Schullandschaft im Landkreis Leer. Womöglich hätten manche Schüler ihr Abitur nicht geschafft, wenn sie dafür in die Kreisstadt hätten fahren müssen, bilanzierte Janßen.

Albrecht Weinberg als Vorbild

Jens Lüning, der als Leiter des Gebäudemanagements beim Schulträger Landkreis Leer den Landrat Matthias Groote vertrat, würdigte das Albrecht-Weinberg-Gymnasium als eine sehr besondere Schule. Spontaner Applaus brandete auf, als er betonte, dass mit ihrem Namen eine herausragende Persönlichkeit geehrt werde, „die noch unter uns ist“.

Gitta Connemann stimmte ein Geburtstagsständchen für die Schule an und lobte deren Entstehung als Mutmachgeschichte. Foto: Fertig
Gitta Connemann stimmte ein Geburtstagsständchen für die Schule an und lobte deren Entstehung als Mutmachgeschichte. Foto: Fertig

Darauf ging auch Gitta Connemann ein. Die CDU-Bundestagsabgeordnete redete als Vorsitzende im Kreisschulausschuss. Sie stimmte erstmal „zum Geburtstag viel Glück“ an und ermunterte die Festgemeinde zum Mitsingen. Im Gründungsjahr der Schule sei Werder Deutscher Meister und Facebook gegründet worden. Das sei alles Schnee von gestern - aber das Fehntjer Gymnasium lebe und sei eine Mutmachgeschichte. Albrecht Weinberg sei „Vorbild für uns alle“. Am Albrecht-Weinberg-Gymnasium werde nicht nur Bildung vermittelt, sondern auch Haltung.

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Festakt am Gymnasium in Rhauderfehn
06.09.2024

Rückblick und Ausblick

Dr. Harald Schröter, Schulleiter von 2004 bis 2012, startete seine launige Geburtstagsrede auf Platt und verwies auf „Cousine Teletta und Vetter Ubbo“, die beiden Gymnasien der Kreisstadt Leer, die zunächst skeptisch gewesen seien, das südlich der Leda ein eigenes Gymnasium entstand. Überblick über aktuelle Entwicklungen im Schulleben gaben die Lehrerinnen Anke Chudzinski-Schubert und Wiebke Rademacher.

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