20 Jahre Gymnasium Rhauderfehn Namensgeber Albrecht Weinberg feiert beim Schuljubiläum mit
Auf zwei Jahrzehnte Schulleben blickte das Rhauderfehner Gymnasium in einem Festakt zurück. Einsatz von Eltern, Schülern und Lehrkräften waren nötig, um die Schule zu dem zu machen, was sie heute ist.
Rhauderfehn – Unter dem Applaus der ganzen Schulgemeinschaft und der geladenen Gäste wurde der Namensgeber des Rhauderfehner Albrecht-Weinberg-Gymnasiums, der 99-jährige Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg, von seiner Begleiterin Gerda Dänekas am Freitag in seinem Rollstuhl in die Schulturnhalle gefahren. Dort fand am Freitag der Festakt anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Schule statt. Die trägt seit 2021 Weinbergs Namen und steht damit für das Besondere, was das Gymnasium auf dem Fehn ausmacht. Das wurde in vielen Beiträgen zum Jubiläumsfest deutlich.
Lehrkräfte und Ehemalige, Weggefährten und Vertreter aus Politik und Verwaltung ließen die vergangenen zwei Jahrzehnte Revue passieren. Schulleiterin Ulrike Janssen blieb bei der Begrüßung kurz die Stimme weg. Ehe man ihr ein Glas Wasser reichen konnte, schenkte Lehrer Axel Bunjes ihr einen Schluck aus der Whiskyflasche ein, die zum Bühnenbild für ein szenisches Spiel gehörte. Es war neben dem Rednerpult aufgebaut.
Weder Szenenspiel, noch Flashmob
Leider blieb es bei diesem Einsatz der Kulisse, denn aus Zeitgründen musste auf die Aufführung verzichtet werden, die Lehrer Teo Groeneveld mit Zwölftklässlern einstudiert hatte. Die Festreden hatten so lange gedauert, dass die rund 750 Schülerinnen und Schüler froh waren, als sie endlich ins Freie laufen durften. Auch der geplante Flashmob fand nicht mehr statt.
Als „Küken in der Schullandschaft des Overledingerlands“ bezeichnete Janßen, seit 2012 Schulleiterin, das Rhauderfehner Gymnasium mit seiner 20-jährigen Geschichte.
Hans-Joachim Trum gewürdigt
Ganz still wurde es, als Janßen der verstorbenen Lehrkräfte gedachte. Musiklehrer Hans-Joachim Trum, der im Januar 2024 starb, wurde mit einem Porträtbild geehrt. Er hatte sich sehr für das Jubiläumsfest eingesetzt. „Wir feiern heute ganz ausdrücklich um ihn und seine vielfältigen Verdienste für unsere Schule zu ehren“ betonte Janssen unter dem Beifall der Anwesenden.
Albrecht Weinberg war erstmals 2014 an der Schule. Es sei „dem fulminanten Einsatz unserer Schülervertretung, unterstützt von einigen Lehrkräften zu verdanken“, dass der Kreistag Leer seine Zustimmung gab, die Schule 2020 nach Weinberg zu benennen. Heute sei das Albrecht-Weinberg-Gymnasium fester Bestandteil der Schullandschaft im Landkreis Leer. Womöglich hätten manche Schüler ihr Abitur nicht geschafft, wenn sie dafür in die Kreisstadt hätten fahren müssen, bilanzierte Janßen.
Albrecht Weinberg als Vorbild
Jens Lüning, der als Leiter des Gebäudemanagements beim Schulträger Landkreis Leer den Landrat Matthias Groote vertrat, würdigte das Albrecht-Weinberg-Gymnasium als eine sehr besondere Schule. Spontaner Applaus brandete auf, als er betonte, dass mit ihrem Namen eine herausragende Persönlichkeit geehrt werde, „die noch unter uns ist“.
Darauf ging auch Gitta Connemann ein. Die CDU-Bundestagsabgeordnete redete als Vorsitzende im Kreisschulausschuss. Sie stimmte erstmal „zum Geburtstag viel Glück“ an und ermunterte die Festgemeinde zum Mitsingen. Im Gründungsjahr der Schule sei Werder Deutscher Meister und Facebook gegründet worden. Das sei alles Schnee von gestern - aber das Fehntjer Gymnasium lebe und sei eine Mutmachgeschichte. Albrecht Weinberg sei „Vorbild für uns alle“. Am Albrecht-Weinberg-Gymnasium werde nicht nur Bildung vermittelt, sondern auch Haltung.
Rückblick und Ausblick
Dr. Harald Schröter, Schulleiter von 2004 bis 2012, startete seine launige Geburtstagsrede auf Platt und verwies auf „Cousine Teletta und Vetter Ubbo“, die beiden Gymnasien der Kreisstadt Leer, die zunächst skeptisch gewesen seien, das südlich der Leda ein eigenes Gymnasium entstand. Überblick über aktuelle Entwicklungen im Schulleben gaben die Lehrerinnen Anke Chudzinski-Schubert und Wiebke Rademacher.